Das Projekt "The Witcher als Netflix-Serie" nimmt Form an. Es gibt Auszüge aus dem Drehbuch, es gibt eine Liste der Charaktere, es gibt viel Gemunkel. Was es bisher aber nicht gibt: Infos darüber, was uns in der TV-Adaption erwarten könnte. Welche Story? Wird es zeitlich vor, während oder nach Blood and Wine spielen, oder wird ein vollkommen neues Kapitel aufgeschlagen? Wird die Serie stärker an die Romane angelehnt sein? Vorfreude ist ein Segen und ein Fluch, wenn es um ein so großartiges Spiel wie The Witcher geht und man sich einiges davon erhofft.
"Liebe Lauren Schmidt Hissrich,
Sie sind die Drehbuchautorin für ein Projekt, das jedem Gamer enorm am Herzen liegt. Ihre bisherigen Stationen "Daredevil" und "The Defenders" sind auf Netflix ein Dauerbrenner. Man fiebert mit den Protagonisten mit. Das ist eine gute Voraussetzung für "The Witcher", daher haben wir eine Bitte: Versauen Sie es nicht!"
Wäre dies ein Leserbrief, so wäre diese Begrüßungsfloskel durchaus angebracht. Allerdings wäre angesichts der Tatsache, dass es sich fast schon um einen Wunschzettel der Einstieg "Liebes Christkind..." treffender. Vor allem da eine Netflix-Serie zu The Witcher angekündigt wurde - und das einem zusätzlichen Weihnachten gleichkäme.
Im Gegensatz zu Weihnachten, das unumstößlich jedes Jahr auf den 24. Dezember datiert ist, haben wir bei der Hexer-Saga kein Datum zur Hand. Auf der einen Seite ist das schon fast Quälerei, auf der anderen Seite erlaubt es schon sehr früh, sich Gedanken darüber zu machen, was sich denn in den schick verpackten Geschenken befinden könnte.
The Witcher: Wer wird wer?
Wie es mit den Menschen meist ist, die am längeren Hebel sitzen, so ist auch die gute Lauren Hissrich ziemlich gemein und zieht die Hexer-Fans auf. Am liebsten per Twitter. So tweetete sie beispielsweise "einen Auszug aus Seite 63": "Ihre Arme, Beine und
Quelle: CD Projekt Red
The Witcher: Ciri, Triss und Yennefer sind bestätigte Charaktere der Serie. Aber welche Rolle werden sie spielen?
schmerzerfüllten Gesichter winden sich in eine ungesunde Mischung aus gequälter Menschheit"
Das wäre ja nicht weiter tragisch, wenn nicht alle Lore-Fans sofort zur Hexer-Saga gegriffen und alle verfügbaren Seiten 63 aufgeschlagen hätten, nur um anschließend ein freches "Ach, entschuldigt, ihr werdet diese Zeilen nicht in den Büchern finden - sie stammen aus dem Drehbuch!" von Hissrich zu lesen. Immerhin kann man nach dieser Aussage sicher sein, dass in Sachen Gewalt in der Serie keine Abstriche gemacht werden.
Auch zu vereinzelten Charakteren hat die gute Frau bereits etwas durchsickern lassen. Geralt beispielsweise soll gefasst, umsichtig, ausgeglichen, aber auch grimmig sein. Kann man so stehen lassen. Yennefer wird von Hissrich als stolz, feurig, klug, aber widersprüchlich
Quelle: Les Films du Losange
The Witcher: So könnte Mads Mikkelsen als Geralt von Riva aussehen.
dargestellt. Immerhin was die Charaktere angeht, scheint man sich auf der sicheren Seite zu wiegen. Wer nun aber wen verkörpern wird, darüber wurde noch kein Wörtchen verloren.
Dafür brodelt die Gerüchteküche umso heftiger und spaltet die Fans des Hexers in mehrere Lager. Die einen wollen Mads Mikkelsen (bekannt aus Hannibal) als Geralt sehen, die anderen Nikolaj Coster-Waldau alias Jaime Lannister, wieder andere tendieren sogar zu Idris Elba! Wir müssen gestehen, dass Mads Mikkelssen in Michael Kohlhaas optisch sehr nah an einen Mattscheiben-Geralt von Riva ran kam. Außerdem ist der Mann ein großartiger Schauspieler, den wir durchaus gerne in dieser Rolle sehen würden. Eine Alternative wäre noch Anson Mount, der durch seine schwermütige Art ein durchaus brauchbarer Hexer wäre.
The Witcher: Worum geht's?
Eine gute Story ist das A und O. Wie viele Fans sich beispielsweise nach Warcraft: The Beginning enttäuscht das Maul zerrissen haben, brauchen wir nicht zu erwähnen. Man war einfach enttäuscht. Die Gefahr, dass dies bei der Witcher-Serie also auch geschehen könnte, ist groß. Einer, der von den Spielen beispielsweise enorm enttäuscht war, ist Andrzej Sapkowski, der Autor der Hexer-Romane. Die Handlung der Spiele sei viel zu lose an seine Bücher angelehnt gewesen, hieß es. Umso glücklicher zeigte er sich, dass die Verantwortlichen der geplanten Serie ihn als Berater an Bord geholt haben. Die Vermutung liegt also nahe, dass die Handlung deutlich näher an den Roman-Vorlagen angesiedelt sein wird.
Aber auch hier lässt sich die Frage verfeinern: Steigt man zum Beginn ein? Bei "Der letzte Wunsch" - dem ersten Band der Geralt-Saga, oder erst bei "Das Erbe der Elfen"? Einerseits wäre natürlich zu begrüßen, Geralt quasi von Anfang an zu begleiten und die Pfade der Spiele zu verlassen. Andererseits fragt sich die Gamer-Fraktion dann schon im Vorfeld, ob es wirklich das ist, was sie sehen will?
The Witcher: Das Gesamtbild muss stimmen!
Eigentlich ist es selbstredend, dass das Zusammenspiel der Charaktere, der Story, der Umgebung und den Effekten funktionieren muss. Gerade durch die ungemein stimmigen Witcher-Spiele ist man in dieser Hinsicht extrem verwöhnt worden!
Quelle: CD Projekt Red
The Witcher: Auch das ist the Witcher - nach all dem Grusel und Gemetzel gehören auch andere Etablissements zum Alltag.
Unser Redakteur Karsten Scholz hat dieses Ensemble vor Augen: "Die Welt des Hexers lebt von ihren Figuren, ihren Grautönen und der Art und Weise, wie sie Konflikte austragen, Freundschaften pflegen oder einfach nur eine Partie Gwent miteinander spielen. Oft geht es tragisch und blutig zu, genauso aber auch herzlich und humorvoll. Ein bisschen wie in Game of Thrones vielleicht, nur bodenständiger, weniger auf die herrschenden Häuser fokussiert. Dafür fantastischer, skurriler, gerne auch mal gruselig. Ja, das würde mir gefallen."
Eine gesunde Mischung aus Monsterjagd, Bettgeschichten, Besäufnissen mit Zoltan und den inneren Konflikten der Hexer wäre das, was die Witcher-Serie zu DER Witcher-Serie machen würde. Natürlich hin und wieder noch eine Partie Gwint und ein paar Ständchen von Rittersporn, um die düstere Stimmung wieder aufzuhellen.
Quelle: CD Projekt Red
The Witcher: Landschaft und Städte sind wichtige Punkte in den Hexer-Spielen. Hier muss Netflix punkten.
The Witcher: Und noch mal Stimmen!
Rote Haare und Sommersprossen machen noch keine Triss Merrigold, und weiße Haare plus Silberschwert noch lange keinen Geralt. Der Wiedererkennungswert muss einfach vorhanden sein. Das geschieht natürlich in erster Linie durch die passenden Schauspieler für die jeweilige Rollen. Aber mindestens genau so wichtig ist das, was man nicht sehen kann: die Stimme. Durch mittlerweile drei Hauptspiele mit den Expansion Packs haben viele mittlerweile eine Art Bindung zum Hexer und Anhang aufgebaut - da wäre es nur wünschenswert, wenn auf die bekannten Synchronsprecher zurückgreift.
Zwar sind die Stimmen der Protagonisten außerhalb des Spiels nicht gerade sehr bekannt, da sich ihr Einsatz eher auf Werbespots oder vereinzelt auch Dokumentationen begrenzt. Im Falle von Geralt alias Markus Pfeiffer, der Colin Farrell in Alexander seine Stimme lieh und auch schon Ezio Auditore in Assassin's Creed II vertonte, ist ein Profi am Werk, der auch unbedingt in der Serie den Geralt mimen muss! Auch die anderen Synchronsprecher sollten unserer Meinung nach mit ins The-Witcher -Boot geholt werden - alles andere würde sich einfach nur falsch anhören. Stellt euch mal Tom Hanks mit der Stimme von Bruce Willis vor!
Also liebe Lauren Schmidt-Hirsch: Bitte bitte versauen Sie es nicht!
Was wären eure Wünsche für die The-Witcher-Netflix-Serie? Teilt es uns in den Kommentaren mit!
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