The White Countess

Test Marc Kirzeder

Vor der glamourösen Kulisse Shanghais der 30er-Jahre inszenierte James Ivory eine dramatische Liebesgeschichte

Gräfin Sofia (Natasha Richardson) lernt den erblindeten Todd Jackson (Ralph Fiennes) kennen Gräfin Sofia (Natasha Richardson) lernt den erblindeten Todd Jackson (Ralph Fiennes) kennen In den 30er-Jahren ist die chinesische Hafenstadt Shanghai ein Zufluchtsort für Exilanten aus aller Welt. Auch die russische Gräfin Sofia Belinskya (Natasha Richardson) ist mit ihren angeheirateten Verwandten Olga (Lynn Redgrave) und deren Schwester Prinzessin Vera (Vanessa Redgrave) dorthin geflüchtet. Um für ihre Familie und ihre Tochter Katya (Madeleine Daly) zu sorgen, muss Sofia in anrüchigen Nachtclubs als Animierdame arbeiten. Hier lernt sie den ehemaligen Diplomaten Todd Jackson (Ralph Fiennes) kennen, der bei einem Bombenanschlag Augenlicht und Familie verloren hat. Der Blinde ist fasziniert von den verruchten Etablissements. Er beschließt, seinen eigenen Club zu eröffnen und bittet Sofia, für ihn zu arbeiten.

Erfolgsduo

Schauspielerdynastie: Natasha Richardsons Mutter Vanessa Redgrave spielt Vera Belinskya Schauspielerdynastie: Natasha Richardsons Mutter Vanessa Redgrave spielt Vera Belinskya Der 1928 in Kalifornien geborene Filmemacher James Ivory hat fraglos ein Händchen für dramatische Stoffe. Seine Filme "Zimmer mit Aussicht" (1985), "Wiedersehen in Howards End" (1992) und "Was vom Tage übrig blieb" (1993) wurden alle für mehrere "Oscars" nominiert, darunter in den Kategorien Beste Regie und Bester Film. Nachdem Kazuo Ishiguro, britischer Schriftsteller japanischer Herkunft, bereits die Buchvorlage für "Was vom Tage übrig blieb" geliefert hatte, verfasste er nun das Drehbuch.

The White Countess Im Audiokommentar der DVD sprechen Ivory und seine Hauptdarstellerin Richardson über viele Aspekte der Story, die sich im Film nicht auf den ersten Blick erschließen. Der Beitrag "Tribut an Ismail Merchant" ehrt die Arbeit des im Mai 2005 verstorbenen Produzenten, der mit Ivory und der gemeinsamen Firma Merchant/Ivory Productions jahrzehntelang als Synonym für opulente, gepflegte Literaturverfilmungen stand.

Fazit

Film-Check: Die internationale Koproduktion wurde von James Ivory mit viel Gespür für die ereignisreiche Epoche und die politischen Umstände der damaligen Zeit inszeniert. Ihm gelang eine au- thentische Darstellung der brodelnden Stadt und ihrer Nachtclubs, in denen sich reiche Chinesen und Ausländer, Flüchtlinge, Spione, Gauner und Geschäftsleute vergnügten.Angesichts der dramatischen Handlung fehlen große, emotionale Momente. Gerade die Beziehung der Hauptdarsteller bleibt zu oberflächlich. Das ist schade, denn mit Ralph Fiennes, Natasha Richardson sowie Vanessa und Lynn Redgrave ist der Film toll besetzt.
DVD-Fazit: Das Bild der aktuellen Produktion ist auf DVD enttäuschend, der Sound der filmischen Handlung angemessen. Das Bonusmaterial fällt nicht übermäßig umfangreich, aber interessant aus. Speziell der Kommentar lohnt.

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