The Surge 2: Preview - Wir haben die Fortsetzung gespielt!
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Es ist selten, dass sich ein Entwickler aufs Wesentliche konzentriert und nicht gleich das Blaue vom Himmel verspricht. The Surge 2 ist so ein Fall: Beim Studiobesuch konnten wir das Action-Rollenspiel ausführlich spielen, Videos aufnehmen und mit den Entwicklern quatschen. Unser Ersteindruck: The Surge 2 verspricht eine starke Fortsetzung zu werden, die sich vor allem im Detail verbessert und auf die Wünsche der Fans eingeht. Warum das der richtige Ansatz ist, klären wir in unserer Vorschau mit Video.
Auch das kennen wir schon: Sobald wir die Station benutzen, wird unsere Lebenskraft aufgefüllt und alle Gegner respawnen, so dass wir wieder aufs Neue losziehen und die gleichen Gegner nochmal umholzen können, bis wir die gewünschten Materialien und Baupläne zusammen haben, um ein neues Rüstungsteil zu bauen oder ein Upgrade herzustellen. Ein wenig "Grinding" gehört also auch in The Surge 2 ausdrücklich dazu!
Blocken 2.0
In diesem Artikel
The Surge 2 spult aber nicht einfach nur stumpf die Formel des Vorgängers ab, Deck 13 hat auch an wichtige Detailverbesserungen gedacht. Eine der wichtigsten Neuerungen betrifft das Blocken: Mit dem rechten Analogstick darf man feindliche Schläge nun gezielt in vier Richtungen abwehren. Erwischt man dabei den richtigen Moment, legt unsere Spielfigur einen effektiven Konter hin, der Gegner aus dem Gleichgewicht bringt. Das erfordert etwas Übung. Deck 13 betont deshalb, dass das Blocken zwar sehr nützlich, aber nicht verpflichtend ist - wer Angriffen lieber ausweichen will, kann das auch weiterhin tun. Clevere Idee: Damit man das neue System in Ruhe lernen kann, gibt's auch ein praktisches Implantat, das über unserer Spielfigur anzeigt, aus welcher Richtung der gegnerische Angriff erfolgt.
Quelle: PC Games
Das neue Blocken-System erfordert gutes Timing. Ein Implantat hilft uns dabei.
Gegen den Frust
Quelle: PC Games
Attribute steigern wir nun von Hand, dadurch bleiben mehr Slots für praktische Implantate frei.
Stichwort Implantate: Auch da hat sich einiges getan. Auf den ersten Blick erinnert das System noch stark an den Vorgänger, wir sammeln also wieder verschiedenste Charakterbausteine, die uns mächtige passive Boni verpassen. Es gibt aber einen wichtigen Unterschied zum ersten The Surge: Musste man früher noch viele der kostbaren Slots mit Verbesserungen für Basisattribute belegen, ist das nun nicht mehr nötig. Stattdessen dürfen wir nun jedes Mal, wenn wir unsere Kernleistung steigern (was einem Levelaufstieg entspricht), auch Punkte auf Gesundheit, Ausdauer und Energie verteilen. Diese Werte haben kein Limit, das heißt, ihr könnt auch einfach mal eine Weile farmen und eure Spielfigur so ordentlich hochleveln. Sogar ein "überleveln" ist möglich, wenn man die nötige Zeit investiert. Das ist nur eine von mehreren Methoden, mit denen die Entwickler vermeiden wollen, dass die Spieler an einer zu kniffligen Stelle verzweifeln.
Ein weiteres Beispiel: Wenn ihr mal draufgeht, hinterlasst ihr wie gewohnt euer gesammeltes Tech Scrap, was in The Surge 2 zugleich Währung und Erfahrungspunkte darstellt. Es ist aber nicht immer ratsam, das Schrottpaket gleich wieder aufzusammeln, denn es spendiert uns einen nützlichen Heilungseffekt, sobald wir uns in seiner Nähe aufhalten. Das war im Vorgänger zwar auch schon so, allerdings hat das kaum jemand mitbekommen, wie uns die Entwickler verraten. Darum gibt's jetzt deutliches visuelles Feedback und eure Spielfigur leuchtet grün, sobald sie den Gesundheitsbuff bekommt. Außerdem werdet ihr nun auf einen Schlag geheilt, sobald ihr die verlorene Beute aufhebt - das kann besonders in Bosskämpfen eine wichtige Hilfe sein.
Quelle: PC Games
Finisher werden wieder mit dramatischen Zeitlupen in Szene gesetzt.
Sinnvoll verbessert
Quelle: PC Games
Die Energieleiste ist nun lesbarer und nützlicher.
Neben eurem Ausdauerwert, der vor allem für das Zuschlagen, Ausweichen oder Blocken zuständig ist, müsst ihr in Kämpfen auch eure Energieleiste im Auge behalten. Weil die im Vorgängerspiel aber nicht immer gut zu erfassen war, wurde sie für The Surge 2 ein wenig entschlackt: Die Leiste ist nun in Akku-Ladungen unterteilt, die man auch im Eifer des Gefechts noch gut ablesen kann. Als Faustregel gilt: Alles, was Energie verbraucht, kostet nun einfach eine Akku-Ladung, zum Beispiel wenn ihr ein Körperteil abschlagen oder euch heilen wollt. Vor allem Letzteres ist entscheidend: Standardmäßig seid ihr nämlich mit einer Injektion ausgerüstet, die Energie verbraucht und dafür eure Gesundheit erneuert. Diese Heilspritze lässt sich nun auch mehrfach aufladen, so dass ihr mehrere Heilungen abspeichern und euren Gesundheitsvorrat zwischendurch immer wieder erneuern könnt. Da sich Implantate außerdem nun auch wie Ausrüstung upgraden lassen, könnt ihr die Anzahl der gespeicherten Heilungen erhöhen - ein kleines, aber wichtiges Detail.
Neues Kampfgerät
Auch das Waffenarsenal wurde selbstverständlich erweitert, es gibt nun neun anstelle der fünf bekannten Waffenklassen aus dem Vorgänger. Schon in den ersten Stunden sammeln wir jede Menge futuristische Kreissägen, improvisierte Speere, umfunktionierte Werkzeuge und vieles mehr. Zu den Neuzugängen zählen auch die sogenannten Mehrzweck-Waffen, etwa eine Axt, die aus zwei Teilen besteht und besonders sehenswerte Combos vom Stapel lässt.
Quelle: PC Games
Die Drohne ist nun deutlich stärker als früher, verbraucht dafür aber Munition. Ihre Schüsse lösen wir manuell aus.
Im Zuge dessen hat Deck 13 auch den Rotstift angesetzt: Die Waffenkenntnis-Mechanik aus dem Vorgängerspiel wurde ersatzlos gestrichen, ihr verbessert euch also nicht mehr, indem ihr eine bestimmte Waffengattung besonders häufig benutzt. Das soll den Spieler dazu ermutigen, alle Kampfgeräte ohne Reue durchzuprobieren, anstatt wie im Vorgängerspiel nur auf eine Waffensorte zu setzen. Außerdem versprechen die Entwickler, dass neue Waffen nicht mehr nur auf Stufe 1 droppen, sondern auch schon höhere Ränge haben können, damit sie schneller zu gebrauchen sind.
Fernkampf spielt nach wie vor eine untergeordnete Rolle, auch wenn die Kampfdrohnen diesmal deutlich stärker ausfallen. Ein einfaches Beispiel ist die Laserdrohne, die nun viel mehr Schaden austeilt. Ihre Schüsse werden nun sogar von Hand ausgelöst, das macht die Kämpfe dynamischer, zumal Drohnen nun auch Körperteile abtrennen oder Schilde zerstören können. Dafür verbraucht sie allerdings auch wertvolle Munition, die wir sammeln oder beim Händler besorgen, dadurch müssen wir die Drohne nun etwas gezielter einsetzen als früher.
Kleine Online-Features
Einen vollwertigen Multiplayermodus gibt es zwar nicht, im Gegensatz zum ersten The Surge haben es aber zumindest ein paar Online-Komponenten ins Spiel geschafft. So begegnen uns hin und wieder sogenannte Rache-Feinde in den Levels; dahinter verbergen sich gefallene Spieler, die an dieser Stelle gestorben und nun als Gegner wiederauferstanden sind. Diese Typen sind schneller und kräftiger als normale Feinde und stellen eine größere Herausforderung dar, liefern dafür aber auch extra viel Tech-Scrap als Belohnung. Zusätzlich dürfen wir die Levels mit Graffitis markieren und anschließend mit anderen Spielern in der Gegend teilen - dadurch kann man sie beispielsweise auf Secrets hinweisen oder vor einer Gefahr warnen.
Bosskämpfe satt
Das erste The Surge hatte (ohne DLCs) nur fünf große Bosskämpfe zu bieten. Die waren zwar toll inszeniert, für ein Spiel dieser Art ist das aber einfach zu wenig. The Surge 2 soll darum deutlich mehr dicke Brocken liefern, aber auch mehr kleinere Zwischenbosse wird es geben. Beispielsweise sollen wir für eine Gruppe zwielichtiger Kultisten, die sich selbst Hüter des Funkens nennen, einen bestimmten Boss in der Hafengegend jagen. Zwei Stunden später stehen wir vor ihm: Ein fetter Typ hat sich in einer Kapsel eingeschlossen, die auf riesigen synthetischen Beinen durch die Kampfarena stakst. Mit seinen flüssigen und ziemlich unberechenbaren Animationen erinnert uns das Stahlbiest an eine Mischung aus Riesenspinne, Seeungeheuer und den Stridern aus Half-Life 2. Zwei Minuten später liegen wir am Boden, der Lebensbalken leer.
Quelle: PC Games
The Surge 2 soll deutlich mehr Bosskämpfe als der Vorgänger bieten.
Wie schwer soll The Surge 2 werden? Haben nur Profis eine Chance? Als wir Johannes Bickle und Thorsten Lange von Deck 13 darauf ansprechen, erklären sie, dass der Schwierigkeitsgrad zwar immer fordernd, aber nie unfair sein soll. Schließlich haben die Entwickler auch hierzu viel Feedback erhalten und dabei festgestellt, dass manche Spieler beim ersten The Surge überfordert waren. "Bosse sollen keine Wand sein, die den Spieler aus dem Spiel treiben." findet Thorsten und erklärt weiter: "Diese Difficulty Spikes [Schwierigkeitsspitzen], die im ersten The Surge dafür sorgten, dass Leute ausgestiegen sind, obwohl sie bis dahin viel Spaß mit dem Spiel hatten, wollen wir vermeiden. Wer einen Boss erreicht, sollte auch in der Lage sein, ihn zu besiegen. Vielleicht wird man dabei zwei, drei Mal scheitern, aber dann sollte es klappen."
Es sind Überlegungen wie diese, die zeigen, dass Deck 13 das Feedback der Spieler ernst nimmt und auch bereit ist, an einigen Grundsätzen des Vorgängers zu rütteln, seine Sperrigkeit (oft als "Dark-Souls-Faktor" verschrien) an manchen Stellen abzuschwächen. Richtig so! Denn die Maßnahmen zeigen schon in unserer Anspielzeit Wirkung: Wenn das gesamte Spielerlebnis auf dem Niveau der ersten Stunden bleibt, dürfte The Surge 2 eine ganze Ecke besser werden als sein Vorgänger.
The Surge 2 erscheint am 24. September 2019 für PC, Xbox One und PS4. Das Action-Rollenspiel wird von Deck 13 in Frankfurt am Main entwickelt, die sich bereits mit The Surge (2017), Lords of the Fallen (2014) und Venetica (2009) einen Namen im Genre gemacht haben.
Habt ihr noch Fragen zu The Surge 2? Dann ab in den Kommentarbereich damit!
