Ein Ego-Shooter aus Russland entführt Sie in den Untergrund -- und nimmt den Spielspaß gleich mit.
Moskau, Anfang der 50er. Eigentlich soll KGB-Leutnant Gleb Suworow nur ein paar unwichtige Dokumente bewachen. Doch dann erfährt Gleb von der Verhaftung seines Vaters, und plötzlich wollen ihm seine eigenen Genossen an den Kragen. Shooter-Spieler wissen, was zu tun ist: Gewehr greifen, Bösewichte abballern und nebenbei die Menschheit retten. Denn natürlich steckt hinter dem Aufruhr ein Komplott gegen Stalin und Mütterchen Russland.
Bonjour Tristesse
Der Name Stalin Subway kommt nicht von ungefähr: Einen großen Teil der rund sechs Stunden Spielzeit wandern Sie in Moskaus Untergrund. In Glebs Kampfstiefeln geht es durch U-Bahn-Stationen und Tunnelsysteme, durch die Verliese der Lubjanka und schließlich bis in den Kreml. Das ist leider genau so wenig abwechslungsreich, wie es sich anhört. Abgesehen von einigen Abstechern ans Tageslicht prägen Abwasserkanäle und Betonröhren das Bild.
Ebenso gleichförmig präsentiert sich die Gegnerschar: Rotarmisten, Geheimdienstoffiziere (mal mit, mal ohne Mütze), mal mit Pistolen, mal mit Gewehren. Und immer wieder an den gleichen Stellen: hinter Türen, hinter Kisten -- wo auch immer die Entwickler die mäßige KI kaschieren konnten.
Der Herr vom Schlüsseldienst
Auf Physikrätsel, Fahrsequenzen und ähnliche Kinkerlitzchen verzichtet The Stalin Subway zugunsten ausgedehnter Schießereien. Ausnahmen bilden Fahrten mit der Metro und Schlüssel-Sucheinlagen. Ansonsten heißt's Ausgang finden und Gegner umnieten. Dazu stehen drei Pistolen, zwei Karabiner, zwei Maschinenpistolen, Sturmgewehr, Raketenwerfer und Granaten zur Wahl. Gab's anderswo schon besser.
Rüdiger Steidle
