Review: Prestige - Die Meister der Magie

Test Simone Neus

Vorhang auf und Bühne frei für Zauberspiel und Gaukelei! "Batman Begins"-Regisseur Christopher Nolan schickt Christian Bale und Hugh Jackman in einen erbitterten Magier-Wettstreit mit tragischem Ausgang.

Teamwork

Review: Prestige - Die Meister der Magie Ebenso wie Bühnenzauberer ohne ihre fachkundigen Assistentinnen und eine eingeschworene Mannschaft von hinter der Bühne tätigen Technikern ziemlich aufgeschmissen wären, sind auch Regisseure entscheidend auf die Professionalität von Cast & Crew angewiesen. So halft der New Yorker Schauspieler Ricky Jay ("Magnolia"), der im Film den Magier Milton gibt und auch im wahren Leben ein geschickter Zauberkünstler ist, Jackman und Bale bei der Verbesserung ihrer Fertigkeiten.

Nolan verließ sich ansonsten auf bewährte Kräfte und griff für sein aktuelles Projekt auf das eingespielte Team von "Batman Begins" zurück -- darunter sein langjähriger Freund und Kameramann Wally Pfister, Produktionsdesigner Nathan Crowley, Cutter Lee Smith ("Master und Commander: Bis ans Ende der Welt") und der Komponist David Julyan ("The Descent"). Für die "Oscar"-Verleihung 2007 wurden sowohl Pfister als auch die beiden Szenenbildner Crowley und Julie Ochipinti nominiert.

Trick 17

Für die Ausstattung der Single-Disc griffen die Verantwortlichen nicht allzu tief in die Trickkiste. Unter dem Menüpunkt "Bonus Features" finden sich zwei Specials. Das knapp 19-minütige Making of "Das Notizbuch des Regisseurs" ist in fünf Kapitel unterteilt. Im vierminütigen "Die Heraufbeschwörung der Vergangenheit" plaudern Nolan und Pfister über die dreiwöchigen Dreharbeiten in Los Angeles und die im Streifen dargestellte viktorianische Epoche. "Wir wollten keinen Ausstattungsfilm, sondern legten unser Augenmerk auf einen authentischen Look", erklärt Pfister. Zu Wort kommen außerdem die Darsteller Bale, Johansson, Jackman und Caine, die ihre obligatorischen Lobeshymen abliefern. Wer sich für die Beleuchtung, die Kostüme und die Kameraarbeit interessiert, startet "Das virtuelle Labyrinth".

Als Bluff könnte man das zweite Special "Das Design von Prestige" bezeichnen. Hinter klangvollen Namen wie "Hinter den Kulissen", "Der Film" und "Kostüme und Drehorte" verbergen sich lediglich selbstablaufende Slideshows. Aber wer weiß, vielleicht zaubert Christopher Nolan für seine Fans ja noch einen "Director´s Cut" aus dem Hut, der es auch in punkto Boni in sich hat.

Fazit

Film-Check: Regie-Genie Christopher Nolan liefert mit seiner verschachtelten Charakterstudie über Zauberkunst, Selbstaufgabe, Hass und übertriebenen Ehrgeiz erneut einen geheimnisvollen und wendungsreichen Genrevertreter, der mit toller Optik, hohen Schauwerten und gelungener Besetzung überzeugt. Das Werk geizt nicht mit Anspielungen auf tatsächliche Begebenheiten und Verweisen auf die Filmgeschichte und vermag trotz einiger Längen und ungewollter Handlungsbrüche bis zum bitteren Ende zu fesseln. Wer Nolans andere Werke mochte, kommt an diesem zweifach "Oscar"- nominierten, intelligenten Täuschungsspiel nicht vorbei.
DVD-Fazit: Alles andere als Hokuspokus ist die audiovisuelle Umsetzung: Der Transfer ist so gut wie einwandfrei, der Sound liegt deutlich über dem Durchschnitt. Die dürftigen Extras sorgen dagegen nicht für staunende Gesichter.

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