Da freut sich der Bush: In THQs Weltkriegs-Action räumen drei (!) coole Sprüche klopfende (!!) U.S.-Soldaten (!!!) mit den Nazis auf.
N anu, was ist das denn? Die erste Modeschöpfer-Simulation, bei der Sie knackige Models mit scharfen Fummeln ausstaffieren? Falsch gedacht! "The Outfit" ist in Wahrheit kein Titel für Schöngeister, sondern eine knorrige Fließband-Schießerei -- und das Modeverständnis der Helden endet bei der Trendfarbe Tarngrün!
STORY: Wie es sich für eine waschechte Weltkriegs-Adaption aus amerikanischer Produktion gehört, ist die Grenze zwischen Gut und Böse klar definiert: Hier drei voll total lässige U.S.-Söldner, dort eine ganze Wagenladung grenzdebiler Wehrmachtssoldaten. Ob Ihnen die Story und die zugehörigen Zwischensequenzen gefallen, hängt allerdings von Ihrem Sinn für Humor ab: Wir konnten jedenfalls herzlich lachen über die chargierenden SS-Stümper -- moralisch unbedenklich ist diese albern-belustigende Geschichtsstunde aber wahrlich nicht.
SPIEL: Ob nun verwerflich oder urkomisch -- im Kern bleibt "The Outfit" eine rasantes Schützenfest ohne Anspruch auf Authentizität. Die Solo-Kampagne konfrontiert Sie mit zwölf rabiaten Missionen -- oder besser gesagt Schlachtfeldern! Denn ähnlich wie bei "Mercenaries" folgt der Ablauf nicht einem stupiden Levelschlauch, sondern lässt Ihnen völlige Bewegungsfreiheit. So traben Sie (stets mit einem KI-Trupp im Schlepptau) durch riesige Außenareale und holzen alles um, was deutsche Worte ausspuckt.
Jede zerstörte Feindeinheit füllt Ihren Vorrat an Versorgungspunkten -- und die sind in "The Outfit" lebenswichtig! Mit den blutig erkauften Zählern lässt sich nämlich Materialnachschub bestellen: Panzer auswählen, Landeplatz markieren -- und schon plumpst ein stählernes Ungetüm vom Himmel. THQ nennt dieses Spielelement "Zerstörung auf Bestellung" und trifft damit den Nagel auf den Kopf. Schließlich dürfen Sie jederzeit ins jeweilige Vehikel umsteigen und profitieren somit von dessen exorbitanter Feuerkraft.
Weil dieses Sprengkommando mit menschlichen Mitzockern noch mehr Spaß macht, enthält "The Outfit" diverse Geselligkeits-Modi -- im Splitscreen, Netzwerk oder über Xbox Live.
FAZIT: So schnell explodierte Polygon-Panzer ausbrennen, so schnell verliert das Spiel seine Faszination: Zu gleichförmig wirken die Gefechte, zu eintönig die Levelbauten. Wer auf Taktik steht, wird enttäuscht: Im vorherrschenden Tohuwabohu siegen dicke Wummen über kühlen Verstand. Schade, denn vom Potenzial her hätte "The Outfit" einschlagen können wie eine Bombe.TK
