The Show must go on! Trotz mäßiger Verkaufszahlen des sehr guten Hauptprogramms schiebt Lionhead die umfangreiche Erweiterung für das virtuelle Filmstudio nach.
Eines ist klar: Langweilig wird dem Möchtegern-Studioboss in The Movies so schnell nicht. Trotzdem soll es ja Zeitgenossen geben, die die Mikromanagement-Orgien zur Leitung größerer Filmbetriebe aus dem Handgelenk erledigen. Für die kommt das Addon mit dem etwas umständlichen Namen Stunts & Spezialeffekte gerade richtig. Dabei redet sich das Addon allerdings Hollywood-typisch selber schön: Ja, es gibt Spezialeffekte, doch spielerisch sind alleine die Stunts ausschlaggebend. Die Effekte sind höchstens für die Spieler interessant, die den eingebauten Filmeditor ausgiebig nutzen und ihren selber produzierten Streifen etwas mehr Pep verleihen wollen.
Öfter mal was Neues
Aber eins nach dem anderen: Am grundsätzlichen Spielablauf ändert sich naturgemäß auch nach Installation der Erweiterung nicht viel. Allerdings erhalten wir mit dem Addon einige neue Stellschrauben, an denen wir bei unseren Filmen drehen können. Immerhin können wir nun explizite Stunt-Machwerke in Auftrag geben, drehen und in die Kinos bringen.
Und das funktioniert so: Im Drehbuchbüro prangt nun auf jedem Genre-Feld ein neues Sturzhelm-Icon. Wenn wir einen Autor hier absetzen, schreibt der ein Stunt-Skript aus der jeweiligen Filmgattung (etwa: Action oder Komödie). Das können wir auf die althergebrachte Art produzieren, dann allerdings vollführen die Schauspieler ihre Stunts selber. Die bessere Lösung: Wir bauen eine Stunt-Schule, heuern ein, zwei todesmutige Teufelskerle an und setzen sie auf die (ebenfalls neuen) Stunt-Markierungen im Casting-Büro.
Stuntmen-Pflegeheim
Die Stuntleute sind zwar beileibe nicht so komplexe Charaktere wie unsere Regisseure und Schauspieler, haben also nicht annähernd so viele Bedürfnisse. Ein wenig Pflege und Aufmerksamkeit brauchen sie aber. Jeder Hasardeur verfügt über zwei Fähigkeiten: Stunt-Fertigkeit und Kondition. Die Fertigkeit gibt an, welchen Stunt-Schwierigkeitsgrad der Charakter beherrscht. Diese Eigenschaft verbessert sich mit jedem erfolgreichen Stunt oder wenn wir unseren Schützling in eine von drei Trainingseinrichtungen schicken.
Knochenbrüche inklusive
Die Kondition hingegen verschlechtert sich mit jedem Filmeinsatz und im Training. Wenn wir sie zu weit fallen lassen, wird der Stuntman bald an einer Aufgabe scheitern, sich verletzen und damit für einen verhunzten Stunt sorgen. Das wiegt doppelt schwer: Einerseits müssen wir ihn dann ins Krankenhaus zur Reha schicken (funktioniert ähnlich wie die Entzugsklinik für Stars), außerdem kommen auch misslungene Stunts in unsere Filme und ziehen somit die Wertung und das Einspielergebnis nach unten.
Die Entwickler liefern praktischerweise ein komplett neues Tutorial mit, in dem wir die Geheimnisse der Filmstunts erlernen. Das aktivieren wir über den (ebenfalls neuen) Schnelleinstieg ins Jahr 1960. Da erst ab dieser Zeit Stunts und Effekte verfügbar werden, können wir so die Stunt-losen Jahre ganz einfach überspringen und sofort die neuen Features, Sets und Kostüme erforschen, die das Addon mitbringt.
Sascha Gliss
