Es ist Zeit für die Nintendo Switch, zu gehen - Seite 2
Kolumne
Die Freude über die Ankündigung von Zelda: Tears of the Kingdom ist für Redakteur Lukas getrübt - und warum, ist mit zwei Wörtern gesagt: Nintendo Switch.
Nun, dieser Zauber ist lange weg. Ja, die ständigen Spekulationen über eine Switch Pro nerven, aber es ist ja auch klar, warum es sie gibt: Die Leute wollen endlich auch Mario und Zelda in hübscher spielen, als es derzeit der Fall ist! Wobei ich finde, dass ein Pro-Modell mit nur geringfügigen Technik-Upgrades inzwischen ohnehin zu spät käme.
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Nicht nur der Grafik wegen
Und, um mal vom oberflächlichen Grafik-Gejammer wegzukommen: Es ist ja nicht nur das. Stärkere Technik lässt eben nicht nur Oberflächen schöner spiegeln und zeigt besonders realistisch die Hautporen auf der Nase der Protagonistin. Nein, sie ist auch wichtig, um KI-Routinen zu berechnen, Welten glaubwürdig mit Leben zu füllen, nervige Ladesequenzen unnötig zu machen, aufwendige Physikspielereien zu erlauben und, und, und. Das Problem ist eben nicht nur, dass Spiele auf der Switch immer schlechter aussehen, so sie denn dafür erscheinen, sondern dass sie oft sogar mit heruntergeschraubtem Grafikmotor unmöglich umzusetzen sind. So etwas wie The Witcher 3: Wild Hunt für Switch war eine absolute Herkulesaufgabe für die Entwickler. Das Ergebnis ist zweifelsohne beeindruckend, aber es kracht und rumpelt trotzdem an allen Ecken und Enden und ist in jeder Hinsicht ein komprimiertes Erlebnis; und das bei einem Spiel, das 2015 auf den Markt kam, also selbst schon stolze sieben Jahre auf dem Buckel hat.
In diesem Artikel
Wolkenlos glücklich
Als Alternative Cloud-Versionen von Spielen, die also gestreamt werden, anstatt tatsächlich für Switch umgesetzt zu werden? Passiert ja zuletzt immer häufiger, ist aber genauso ein Kompromiss, der zudem regelmäßig mit großen Performance-Problemen zu kämpfen hat. Und wenn man eine durchgehend stabile Heim-Internetverbindung braucht, läuft das dem Hybrid-Gedanken der Switch ja schon ordentlich entgegen.
Quelle: PC Games
Zelda Tears of the Kingdom: Liebe NIntendo Switch, es ist Zeit für dich, zu gehen (6)
Man muss nicht einmal zu den Blockbuster-Games gucken. Die Tatsache, dass so manch aufwendigeres Indie-Spiel inzwischen Probleme hat, auf Switch ordentlich zu laufen, spricht ja eigentlich Bände. Rime auf Switch etwa ist ein Ruckelfest, Bloodstained sah zum Launch grafisch miserabel aus und Pillars of Eternity ist ein Bugfest mit ewig langen Ladezeiten.
Klar, manches kann man auf die Entwickler schieben, aber gerade kleine Teams haben eben keine unendlichen Ressourcen, um ihre Arbeit dermaßen massiv für die Switch herunterzudampfen. Für technisch simple Indies ist die Switch freilich nach wie vor Anlaufpunkt Nr. 1, aber zumindest mir ist das nicht genug.
Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut
Und darum finde ich: Es wäre für Nintendo dringend an der Zeit, von der Switch Abschied zu nehmen. Lasst den Mario-Kart-DLC DLC sein, beziehungsweise euch davon nicht aufhalten, gleichzeitig eine neue Konsole auf den Markt zu bringen. Und bitte, bitte, bleibt nicht wieder aus Prinzip anderthalb Konsolengenerationen hinter der Konkurrenz zurück. Es kann ja auch nicht in Nintendos Interesse sein, bei Blockbustern wie Call of Duty vollkommen ignoriert oder bei FIFA mit absolut grausamen Legacy Editions abgespeist zu werden.
Quelle: Nintendo
Zelda Tears of the Kingdom: Liebe NIntendo Switch, es ist Zeit für dich, zu gehen (2)
Ich fürchte nur, mein Flehen ist vergeblich. Denn die Switch ist zwar gehörig veraltet, aber vor allem eines: eine Gelddruckmaschine. Die Scheine sprießen nicht mehr so wie vor allem 2020, aber nach wie vor verkauft sich die Konsole absolut hervorragend. Übrigens nach wie vor zu einem stolzen Preis, im Falle der Nintendo Switch OLED 330 bis 350 Euro.
Mag also sein, dass ich mit meinem Wunsch relativ alleine dastehe. So bleibt mir nichts Anderes übrig, als mir beim Spielen von Zelda: Tears of the Kindom vorzustellen, wie es mit PS5-Grafik aussehen würde. Denn kaufen und spielen werde ich es natürlich trotzdem. Du kannst den Jungen aus dem Nintendo holen, aber nicht das Nintendo aus dem Jungen - oder so.
