Das sagenumwobene Ura-Zelda, Seite 2: Das Endergebnis namens Master Quest
Special
Zelda Ocarina of Time ist ein Klassiker, um den sich bis heute viele Mythen ranken. Eine der bekanntesten & interessantesten: das verschollene Ura-Zelda ...
Klar war aber auch: Das mit dem Release für das 64DD würde nicht mehr hinhauen, das wäre alleine wegen der Produktionskosten für die Discs plus der Tatsache, dass danach ein Verkaufsflop absolut sicher war, keine Option gewesen. Was also tun?
Neue Heimat für Ura-Zelda
Die einfachste Antwort war, das Ding einfach auf die neue Konsole Nintendos zu wuppen, den Gamecube. Problem: Technisch wäre Ura-Zelda auf der neuen Hardware natürlich eine Enttäuschung gewesen, auch mit 64DD-Aufsatz war das N64 der Next-Gen-Technik gnadenlos unterlegen. Und das war etwas, das Nintendo offenbar unter keinen Umständen in Kauf nehmen wollte.
Wo wir uns heute nicht mehr viel Gedanken darum machen, wie modern ein Spiel ausschaut - die Pseudo-Retro-Welle und er Erfolg zahlreicher alter Kamellen beweisen's -, war das damals ein relevanter Faktor, eine normale Verkaufsversion des Spiels kam ergo nicht in Frage. Also wurde das Spiel mehr oder minder verramscht und verkam zum Goodie: als Vorbestellerbonus, der zu Beginn dem eigentlichen Nintendo-Gamecube-Zelda The Wind Waker beilag.
In diesem Artikel
Raiden heißt jetzt Twix ...
Also alles eitel Wonne Sonnenschein für all jene, die seit Jahren sehnsüchtig darauf gewartet hatten, endlich Ura-Zelda spielen zu können? Nun, nicht wirklich.
Ja, das was da nun unter dem Namen The Legend of Zelda: Ocarina of Time-Master Quest auf die Fan-Gemeinde losgelassen wurde, war für sich natürlich schon sehr spannend und ohne jede Frage enthält Master Quest viel DNA Ura-Zeldas. Das zeigt sich schon daran, dass in den Daten des Spiels nach wie vor Verweise auf die Disc und andere Eigenheiten des 64DD zu finden sind.
Der Umfang der Veränderungen im Vergleich zum Hauptspiel ist dann aber doch sehr übersichtlich und beschränkt sich alleine auf die Dungeons. Dort sind Elemente neu angeordnet, Rätsel erfordern andere Lösungen, generell sind die Tempel eine Spur fordernder; allerdings nicht immer auch besser, denn der sehr logische, flüssige Aufbau der Dungeons aus dem Hauptspiel macht einigen sehr konstruierten Kopfnüssen Platz.
Und: Das war's dann auch schon mit den Änderungen. Die Bosse am Ende der Dungeons sind genau dieselben wie zuvor, auch sonst gibt es keine neuen Feinde. Neue Items, neue Fähigkeiten? Fehlanzeige. Und auf der Oberwelt gleicht Master Quest dem normalen Ocarina of Time dann wie ein Haar dem anderen, da wurde kein Iota angepasst.
... sonst ändert sich nix?
Die Einhorn-Fontäne, die man von Beta-Material Ocarina of Times kannte und von der angenommen wurde, dass sie in Ura-Zelda auftauchen würde, der sagenumwobene Tempel des Lichts, das Triforce, das man angeblich endlich wirklich würde finden können: All das blieb ein unerfüllter Traum der darbenden Fans.
Und auch, wenn Nintendo behauptet, dass Master Quest dem entspricht, was Ura-Zelda gewesen wäre, so ist es doch mehr als nur eine Theorie, dass das fertige Produkt weit weg ist von dem, was einst versprochen wurde.
Wohl aber nicht, weil Nintendo hier irgendein eigentlich fertiggestelltes Meisterwerk im Firmentresor eingemottet hat und sich ins Fäustchen lacht, weil man den bösen Meisterplan vollzogen und es geschafft hat, mit Ura-Zelda kein Geld zu verdienen. Nein, es ist offensichtlich, dass die Ambitionen dessen, was Ura-Zelda hätte sein sollen, mit Blick auf das 64DD-Debakel schon während der Entwicklung gehörig zurückgeschraubt wurden.
Auf irgendeinem Nintendo-Server liegen bestimmt noch zahlreiche Designkonzepte und abgebrochene Alpha-Versionen, die wir niemals zu Gesicht bekommen werden (außer, es gibt mal wieder wie vor einiger Zeit einen großen Leak mit spannenden Entwicklungsdaten).
Nicht überraschend, aber trotzdem etwas schade ist, dass das Konzept Ura-Zeldas auch beim 3DS-Remake Ocarina of Time nicht wieder aufgegriffen wurde. Immerhin ist auch dort Master Quest enthalten, sogar inklusive den Neuerungen, dass man in dem Modus mehr Schaden nimmt und die Spielwelt gespiegelt wurde. Ist doch nett!
Ein ewiger Mythos
Bezüglich Ura-Zelda gilt: Es bleibt nichts anderes übrig, als zu akzeptieren, dass wir niemals sehen oder spielen werden, was hätte sein können. Damit läutete Ocarina of Time eine lange Zelda-Tradition ein. Auch The Wind Waker und Twilight Princess wurden stark beschnitten, bei Breath of the Wild gibt es zumindest in diese Richtung gehende, jedoch unbestätigte Berichte.
Aber das ist ja auch schön. Ocarina of Time ist so unsterblich, gerade weil es ein Spiel ist, um das sich so viele Mythen ranken und das man gefühlt niemals vollends fassen kann. Und so spekulieren wir bis heute, wo sich im Spiel das Triforce und der Tempel des Lichts befinden - und haben Spaß dabei.
