The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen

Kolumne Lukas Schmid
The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen
Quelle: Nintendo

Neue Gerüchte besagen: The Legend of Zelda: Ocarina of Time erscheint für Nintendo Switch. Ob daran was dran ist, lässt sich nur schwerlich sagen, ebenso in welcher Form der Release ablaufen würde. Trotzdem lädt das Thema zum Grübeln und Schwärmen ein, und das macht Redakteur Lukas Schmid in seiner Kolumne, in der er verrät, was er sich von einem Remake von Ocarina of Time wünschen würde.

Vorneweg: Ich werde gleich erklären, was ich mir für ein Remake von The Legend of Zelda: Ocarina of Time wünschen würde, und das, nachdem ich vor einigen Wochen dafür plädiert habe, dass Remakes und Remaster ein Fehler sind. Aber wie schon damals angemerkt: Nur, weil ich prinzipiell Neuauflagen skeptisch sehe, heißt das nicht, dass ich alle Remaster und Remakes schlecht finde. The Zwiespältigkeit is strong in this one!

Jedenfalls, Ocarina of Time: Zuletzt gab es ja wieder Gerüchte, dass das Spiel - zusammen mit anderen Serienteilen - für die Nintendo Switch umgesetzt werden soll. Auf welche Art und Weise, also maximal faul wie im Falle von Super Mario 3D All-Stars, als HD-Fassung des 3DS-Remakes oder als gänzlich neues Remake, ist noch nicht klar.

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Alles unter der Voraussetzung, dass der Leak stimmt. Aber dass wir noch die ein oder andere Zelda-Überraschung sehen werden, davon zumindest ist angesichts des 35. Jubiläums der Reihe auszugehen.


Über den Autor

The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (9) Quelle: Lukas Schmid The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (9) Lukas Schmid arbeitet seit 2010 in unterschiedlichen Funktionen bei Computec Media und damit bei PC Games, zuerst als Praktikant, anschließend als freier Mitarbeiter, dann als Volontär, Redakteur und inzwischen als Leitender Redakteur für pcgames.de, videogameszone.de, gamesaktuell.de und gamezone.de. Er liebt Action, Adventure, Action-Adventures, Shooter, Jump & Runs, Horror und Rollenspiele, mit Strategietiteln, den meisten Rogue-likes und Militärsimulationen kann man ihn jagen. Jeden Samstag um ca. 09:00 Uhr teilt er euch in seiner Kolumne mit, was ihn gerade wieder nervt oder freut. Hasskommentare und Liebesbriefe gerne in die Kommentare unter der Kolumne, an [email protected] oder auf Twitter an @Schmid_Luki.


Nicht schon wieder!

The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (2) Quelle: Nintendo The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (2) Erst einmal: Eine simple Neuauflage des Originals ohne Anpassungen, darauf kann ich verzichten. Es ist ohnehin längst überfällig, dass N64-Spiele endlich Teil von Nintendo Switch Online werden und dort wie die Titel für NES und SNES Abonnenten kostenlos zur Verfügung stehen. Ich besitze Ocarina of Time auf ich weiß nicht wie vielen Plattformen, noch eine mehr braucht es nicht, wenn das Abenteuer nicht quasi im Preis des Switch-Online-Abos inbegriffen ist.

Gegen die Darbietungsweise "doppelt gemoppelt", also die Bereitstellung des Originals bei Nintendo Switch Online und gleichzeitig eine Veröffentlichung einer aufwendigeren Neuauflage, hätte ich hingegen gar nix, und ich denke, der Kannibalisierungseffekt wäre dann auch vernachlässigbar - das im Paket enthaltene Original ist für Nostalgiker und Interessierte gedacht, die erweiterte Fassung für alle anderen.

Zweite Wahl

The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (3) Quelle: Nintendo The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (3) Besser, aber auch nicht genau mein Wunsch: die 3DS-Fassung, nur mit HD-Auflösung und ohne Unterstützung eines zweiten und eh nur mäßig notwendigen (Touch-)Screens. Das wäre schon mal ein Schritt nach vorne, vor allem, weil die Handheld-Version einige sehr sinnvolle Verbesserungen enthält - ich sage nur Eisenstiefel. Dass man hier fürs Anziehen nicht extra ins Menü gehen muss wie einst am N64, ist ein Traum, der Bossrush-Modus nett und der von Haus aus enthaltene Master-Quest-Modus samt veränderter Dungeons ebenso.

Allerdings, technisch war ich schon beim ursprünglichen 3DS-Release ernüchtert. Klar, das Ding sieht viel besser aus als das Original. Dadurch, dass man sich sklavisch an dessen Stil gehalten hat, ganz offenbar, weil man Angst hatte, zu invasiv an einem bis heute dermaßen hoch angesehenen Meisterwerk zu schrauben, hielt man es aber zurück, was das künstlerische Potenzial angeht.

Das gilt auch und noch viel mehr für das Gameplay. Wie gesagt, ein paar sinnvolle Anpassungen gab es, abseits davon fühlte sich das Spiel aber 95 Prozent der Zeit mehr wie ein Remaster denn ein Remake an. Bloß niemanden vor den Kopf stoßen, indem man auch nur Kleinigkeiten ändert, um das Spiel an deutlich vorangeschrittene Standards anzugleichen! Majora's Mask 3D war da deutlich mutiger, offensichtlich, weil die N64-Fortsetzung zwar auch heißgeliebt wird, aber eben nicht auf diesem etwas problematischen Podest steht.

Alles neu macht der Nintendo

The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (4) Quelle: PC Games The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (4) Das sind also die Dinge, die ich mir nicht wünsche, was aber will ich jetzt eigentlich? Aus dem letzten Absatz ging es schon hervor: Ich wünsche mir deutlich mehr Mut und Willen, auch mal Dinge über den Haufen zu werfen. Ich will im Grunde also mehr eine Neuinterpretation als ein Remake.

Wenn ich Ocarina of Time erleben will, dann habe ich genug Gelegenheiten dazu, da braucht es nicht noch eine weitere fast unveränderte Fassung. Bei Super Mario 64 auf der Switch träumte ich Vorfeld, als noch nicht klar war, dass es ein simpler Remaster werden würde, von Ideen wie 120 zusätzlichen Sternen, neuen Welten, einem erweiterten Bewegungsrepertoire, Luigi als optionaler Spielfigur - Dingen, welche den Klassiker verwandelt und der neuen Generation nähergebracht hätten. Dass das geht, zeigte das stark überarbeitete Super Mario 64 DS, das schlussendlich nur von der schwachen Hardware des Nintendo DS und dem fehlenden Analogstick zurückgehalten wurde.

Neubau statt Renovierung

The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (5) Quelle: Nintendo The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (5) Also dann: Ran mit dem Bulldozer, nicht mit der Feile! Schickt mich in den ersten Dungeon, den Deku-Baum, und gebt mir auf einmal ein anderes Item in die Hand, das es im Original nicht gab; platziert einen neuen Boss auf der Oberwelt, der mich unvermittelt angreift; macht den sagenumwobenen Tempel des Lichts real; lasst mich das Triforce finden und setzt die ursprüngliche Idee des Zelda-Erfinders Shigeru Miyamoto um, der sich einen finalen Bosskampf vorstellte, bei dem man im Stil von Shadow of the Colossus an einem kilometerhohen Ganon emporklettert.

Kurzum: Lasst keinen Stein auf dem anderen! Ich denke bei der Konsequenz des Veränderns an das oft übersehene, aber wirklich verdammt gute Silent Hill: Shattered Memories. Im Kern handelt es sich dabei um ein Remake des ersten Teils der Horrorserie, es hat in Wahrheit mit diesem aber wenig gemein. Man erkennt einzelne Elemente wieder und der grobe Ablauf ist derselbe, schlussendlich erlebt man aber ein ganz eigenes, smart geschriebenes und wirklich einzigartiges Erlebnis.

Damit würde im Grunde sogar meiner prinzipiellen Abneigung gegen Remakes und Remaster Folge getragen, denn ein Ocarina of Time dieser Machart wäre ja kein Ersatz für das Original, sondern wie auch Shattered Memories in Wahrheit etwas völlig Neues.

Schöne alte Welt

The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (6) Quelle: Nintendo The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (6) Ich habe es schon erwähnt, ebenso sollte die Grafik eine drastische Frischzellenkur erhalten, ähnlich wie es bei Zelda: Link's Awakening für Switch der Fall war, aber eben auf realistisch getrimmt. Hier bin ich durchaus der Meinung, dass man den generellen Ton des Originals beibehalten sollte, aber eben nicht sklavisch. Blockige Formen, simple Strukturen und Co. aus dem Original sind keine unbedingt beizubehaltenden Aspekte, sondern eben der Tatsache geschuldet, dass Ocarina of Time nun mal schon stolze 23 Jahre auf dem Buckel hat. 3D-Gaming war damals erst ein paar Jahre alt, man befand sich nach wie vor in der Findungsphase.

Per se hätte ich auch nicht unbedingt etwas dagegen, würde für das Remake die Engine Breath of the Wilds genutzt, aber ich finde, etwas Eigenständiges wäre doch feiner. Wenn ich daran denke, wie ich mit einem realistischen Link auf Epona über eine deutlich erweiterte und wesentlich interaktivere Ebene von Hyrule reite, während um mich herum ein Gewitter tobt und sich in der Ferne, kurz erleuchtet von einem einschlagenden Blitz, die Umrisse der Mauern des Schlosses von Hyrule am Horizont abzeichnen, läuft mir ein wohliger Schauer über den Rücken.

Einmal mit Bombast, bitte

The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (8) Quelle: Nintendo The Legend of Zelda: Ocarina of Time - so müsste ein Remake für Switch aussehen (8) Und damit sind wir schon beim letzten Punkt angelangt: der Präsentation und in Kombination damit der Story. Bei der sehe ich keine große Notwendigkeit, sie drastisch zu erweitern. Held rettet in einem Fantasyreich Prinzessin vor Schurken, das ist ebenso simpel wie zeitlos, zumal Ocarina of Time zu einem guten Teil ja auch von den teils sehr schrulligen Figuren lebt, die Hyrule bevölkern. Ich denke da etwa an den Marathonläufer oder den gruseligen Wissenschaftler am Hyliasee.

Die Präsentation aber müsste aber ordentlich umgewälzt werden. Breath of the Wild hat erste wichtige Schritte in die richtige Richtung genommen. Und jetzt: Her mit den hochwertig gemachten, bombastischen Zwischensequenzen! Sprachausgabe für alle Figuren (von mir aus außer für Link, wobei auch das mal eine schöne Überraschung wäre)! Orchestraler Soundtrack! Und mit diesen Mitteln erzählt man dann halt die bekannte Geschichte, fügt vielleicht ein paar Details dazu, und hat ein Abenteuer, das idealerweise sowohl alteingesessene Fans abholt, als auch ein eine neue, jüngere Spielerschaft begeistert.

The Legend of Wird-wohl-Nix

Wird all das passieren? Ich fürchte nicht. Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir Ocarina of Time 2021 auf der Switch begrüßen werden, dann aber halt in der Standardfassung, zusammen mit ein paar anderen Teilen der Reihe und selbstverständlich einem hübschen 60-Euro-Sticker am Cover. Erfordert nämlich kaum Aufwand, wird sich trotzdem zig Millionen Mal verkaufen und passt einfach ins Schema dessen, was Nintendo in den letzten Jahren so treibt.

Im tiefen Inneren hoffe ich aber, dass Nintendo einfach mal alle überrascht, indem sie nicht genau das machen, was sich alle erwarten. Man wird ja wohl noch träumen dürfen ...


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