Retro-Special zu The Legend of Zelda: Majora's Mask, Teil 2: Bosse, Zeitreisen, Nebenquests, Mängel, Fazit und Meinung

Special Lukas Schmid
Retro-Special zu The Legend of Zelda: Majora's Mask, Teil 2: Bosse, Zeitreisen, Nebenquests, Mängel, Fazit und Meinung
Quelle: Nintendo

Mit The Legend of Zelda: Majora's Mask trat Nintendo auf den Nintendo 64 einst in die riesigen Fußstapfen von Ocarina of Time. Anstatt zu versuchen, das Erfolgskonzept des Videospiele-Meilensteins 1:1 zu kopieren, ging man spielerisch, vor allem aber in Sachen Handlung und Atmosphäre in eine gänzlich neue Richtung. Das Risiko lohnte sich, bis heute gilt Majora's Mask als Meisterwerk. Aber hält sich seine Qualität bis heute? Wir haben das Action-Adventure noch einmal ausgegraben und geben in unserem Retro-Special samt Video Antwort auf diese Frage.

Die drei wichtigsten Masken des Abenteuers, die wir anders als die meisten anderen Gesichtsbeschmückungen im Storyverlauf auf jeden Fall entdecken und ständig in den Dungeons nutzen müssen, verwandeln uns zudem komplett in andere Figuren. Als Deku, Gorone und Zora verfügen wir über einzigartige Fähigkeiten und können etwa durch die Lüfte segeln (Deku), im Affenzahn durch die Gegend rollen (Gorone) und elegant durch das kühle Nass zischen (Zora). Nicht nur verändern diese neuen Link-Formen drastisch das Spielgefühl, sie verändern auch massiv die Steuerung und sind quasi allesamt mehrere Items auf einmal.

Für die ultimative Belohnung lohnt es sich übrigens, wirklich alle Masken zu finden; wer einmal das Gesicht der Grimmigen Gottheit aufgesetzt hat, mit dem wir in Bosskämpfen eine ganz besondere Form annehmen können, will dieses übermächtige Gefühl nicht wieder missen!

Was hat es mit dem mysteriösen Maskenhändler auf sich? In Ocarina of Time spielte er nur eine Nebenrolle, hier ist er beinahe Auslöser für den Untergang der Welt. Quelle: PC Games Was hat es mit dem mysteriösen Maskenhändler auf sich? In Ocarina of Time spielte er nur eine Nebenrolle, hier ist er beinahe Auslöser für den Untergang der Welt. Apropos Bosse: Auch diese sind in Majora's Mask anders, als man das von Zelda gewohnt ist. Keiner von ihnen verfügt über den einen, klaren Schwachpunkt. Stattdessen wird Experimentierfreudigkeit belohnt und es gibt mehrere Wege zum Ziel. Und bezüglich ihres bizarren, gruseligen Designs sind Odolwa, Goht, Gyorg und das Wurmduo Twinmold wahre Goldstücke! Das finale Gefecht gegen Majora steht da nicht hintenan. Je nachdem, ob man der dämonischen Fratze in Standardform oder mit dem erwähnten Gesicht der Grimmigen Gottheit entgegentritt, ist die Auseinandersetzung entweder eine nicht überwältigende, aber doch anspruchsvolle Herausforderung, oder so simpel, aber trotzdem befriedigend, dass man sie innerhalb weniger Sekunden hinter sich gebracht hat.

Vorwärts in die Vergangenheit

Die sehr, sehr lange Nebenquest rund um Anju und Kafeis Liebe im Zeichen der drohenden Apokalypse ist einfach famos gestaltet – trotz einiger nerviger Wartepausen. Quelle: PC Games Die sehr, sehr lange Nebenquest rund um Anju und Kafeis Liebe im Zeichen der drohenden Apokalypse ist einfach famos gestaltet – trotz einiger nerviger Wartepausen. Die zweite Innovation ist das erwähnte Zeitreisefeature. Wollen wir nicht die Welt brennen sehen, so reisen wir vor dem Absturz des Mondes zum Beginn der drei Tage zurück und behalten dann zwar alle Schlüssel-Items, verlieren aber Dinge wie Rubine, Bomben und Pfeile. Zudem werden fast alle unserer Taten in der Welt von Termina und in den Dungeons zurückgesetzt. Hört sich stressiger an, als es ist - tatsächlich lernt man sehr schnell, mit diesem Zeitreisesystem umzugehen, und es erlaubt uns, die Abläufe innerhalb der drei Tage genau kennenzulernen. Irgendwann wissen wir, wann welche Figur wo ist, welches Ereignis zu welcher Stunde eintritt und wie bestimmte Geschehnisse zusammenhängen.

Überblick darüber geben uns die ständig eingeblendete Uhr und zudem ein Notizbuch, welches die wichtigsten Figuren im Blick behält, aber etwas rudimentär gestaltet ist. Übrigens ist eine Rückkehr zum Beginn des ersten Tages auch notwendig, um das Spiel zu speichern. Zwar können wir auch an speziellen Eulenstatuen, die auch zur Schnellreise dienen, unseren Spielstand sichern, allerdings nur temporär. Laden wir ein solches Savegame, wird es anschließend deaktiviert. Wer sich nun übrigens fragt, ob es tatsächlich möglich ist, sehenden Auges den Untergang der Welt herbeizuführen: Oh ja, ist es.

Bitte warten

Einige Szenen im Spiel gehören mit zum Emotionalsten, was Zelda zu bieten hat. Das Wiedersehen zwischen Pamela und ihrem Vater sticht hierbei ganz besonders hervor. Quelle: PC Games Einige Szenen im Spiel gehören mit zum Emotionalsten, was Zelda zu bieten hat. Das Wiedersehen zwischen Pamela und ihrem Vater sticht hierbei ganz besonders hervor. Die dritte Neuerung: Majora's Mask fokussiert sich stark auf Nebenaufgaben, welche sich diesen Namen wirklich verdienen und die direkt mit dem Zeitreisefeature zusammenhängen. Im Laufe des Abenteuers retten wir unter anderem in einer extrem stressigen, aber auch spielerisch befriedigenden Szene eine Farm vor einer Alieninvasion, vereinen einen zerrissenen Froschchor und verhelfen den bereits erwähnten Anju und Kafei zu ihrem Liebesglück. Hinzu kommen zahlreiche Minispiele, in denen wir unser Bogengeschick beweisen, fiese Labyrinthe passieren oder gekonnt mit Bomben umgehen müssen.

Allerdings zeigt sich hier auch die größte Schwäche des Abenteuers: Wartezeiten. Zwar können wir mit der Okarina der Zeit jeweils halbe und ganze Tage überspringen und die Zeit auch langsamer vergehen lassen), trotzdem ist es vor allem bei den Nebenaufgaben so, dass wir oft viele Ingame-Stunden lang warten müssen, bis sich an einer bestimmten Stelle im Spiel etwa eine Tür öffnet oder sonst ein Ereignis eintritt. Vor allem bei der Anju-und-Kafei-Quest ist das ein extrem nerviger Faktor - und um alle Masken und Items zu ergattern, die es während dieser Aufgabe abzustauben gibt, müssen wir die Mission gar mit winzigen Variationen zweimal erledigen!

Der Kampf gegen Majora ist nicht ultraschwer, aber anspruchsvoll – es sei denn, man setzt das Gesicht der Grimmigen Gottheit auf und zerstört ihn in Sekundenschnelle. Quelle: PC Games Der Kampf gegen Majora ist nicht ultraschwer, aber anspruchsvoll – es sei denn, man setzt das Gesicht der Grimmigen Gottheit auf und zerstört ihn in Sekundenschnelle. Zwar dauert eine Stunde im Spiel nicht einmal eine Minute, aber die Wartepausen summieren sich schnell, besonders dann, wenn man nicht weiß, was zu tun ist, und nach einem Fehler noch einmal beim Anbruch des ersten Tages anfangen muss. Hinzu kommen die teilweise doch arg obskuren Hinweise auf noch offene Missionen und teilweise einfach dämliche Designentscheidungen. Uns mit drei Flaschen in eine Piratenfestung zu schicken, in der vier Eier versteckt sind, die wir damit transportieren sollen, erfordert unnötige Laufarbeit. Mehr noch als in Ocarina of Time müssen wir ständig zwischen unseren Items wechseln, etwa wenn für eine Aufgabe verschiedene Masken notwendig sind.

Das bedeutet viele Wechsel ins Menü, das Platzieren von Gegenständen auf einem der C-Knöpfe, den Einsatz eines Items oder einer Maske und einen erneuten Menü-Aufenthalt, um wieder einen anderen Gegenstand auszurüsten. Das summiert sich. Besonders nervig wird es, sobald man die sogenannte Elegie der Leeren Herzen gelernt hat. Dieses Lied lässt uns Kopien unserer Selbst erzeugen. Eigentlich eine tolle und schön inszenierte Idee. In der Praxis wird sie aber nur für Schalterrätsel genutzt, die sich durch Maske aufsetzen, Lied spielen, Maske wechseln und so weiter und so fort ewig in die Länge ziehen.

Bis heute einzigartig

Keine Frage: Majora’s Mask ist seltsam! Diese Link-Statue, die wir mittels eines Liedes erschaffen können, wurde Ausgangspunkt der Internet-Creepypasta „Ben Drowned“. Quelle: PC Games Keine Frage: Majora’s Mask ist seltsam! Diese Link-Statue, die wir mittels eines Liedes erschaffen können, wurde Ausgangspunkt der Internet-Creepypasta „Ben Drowned“. Die meisten dieser und auch andere Makel, die zum großen Teil auf das Alter des Spiels und damit überholte Designmuster zurückzuführen sind, wurden in der Fassung für den Nintendo 3DS ausgebessert. Aber ganz egal, ob auf dem Handheld oder in seiner Ursprungsfassung - Majora's Mask ist bis heute ein absolut faszinierendes Erlebnis. Es nimmt so viele bekannte Zelda-Elemente und verdreht und ordnet sie dermaßen kreativ neu an, dass es sich völlig eigenständig anfühlt. Die absolut einmalige Atmosphäre, welche eine Melancholie und Düsternis in sich trägt, die man zuvor niemals mit Zelda in Verbindung gebracht hätte, ist zudem eine Nummer für sich.

Nintendo ruhte sich nach Ocarina of Time nicht auf den erarbeiteten Lorbeeren aus, sondern ging in die Vollen, wagte es, Risiken einzugehen, und schaffte damit eine Punktlandung. Es wird interessant zu sehen sein, ob beziehungsweise inwiefern sich der Nachfolger von Breath of the Wild hier eine Scheibe abschneiden wird. Schließlich befindet sich der Titel in einer ­ähnlichen Situation: Er baut auf dem technischen Grundgerüst seines Vorgängers auf, der von vielen als eines der besten Abenteuer aller Zeiten angesehen wird. Wenn dabei am Ende so etwas Geniales wie Majora's Mask herauskommt, dann immer her damit!

Meinung

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Bildergalerie

  1. Seite 1 Retro-Special zu The Legend of Zelda: Majora's Mask, Teil 1: Entwicklungsgeschichte, Handlung, Atmosphäre, Gameplay, Dungeons und Masken
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