Vorschau zu The Last of Us 2: Ellies beeindruckendes Abenteuer erstmals angespielt
Special
Naughty Dog hat endlich das lange Schweigen rund um The Last of Us 2 gebrochen. Rund fünf Monate vor dem angestrebten Release des Action-Adventures konnten wir das Abenteuer rund um Ellie bei einem Event in Los Angeles für drei Stunden erstmals selbst anspielen. Wir berichten euch in der Vorschau von tollen Charakter-Momenten, neuen Herausforderungen beim Stealth und weiteren Gameplay-Neuerungen.
Drei lange Jahre sind inzwischen fast seit der Ankündigung von The Last of Us Part 2 (jetzt kaufen ) vergangen. In dieser Zeit haben uns die Jungs und Mädels von Naughty Dog nur spärlich mit Informationen versorgt. Bis auf einen weiteren Trailer voller neuer Figuren auf der Paris Games Week 2017 sowie einem längeren, mit Gameplay angereichertem, Trailer auf der E3 2018 haben wir in den vergangen Jahren kaum etwas über das Spiel erfahren. Das letzte große Lebenszeichen ist demnach auch schon wieder 16 Monate her. Creative Director Neil Druckmann erklärt diese Stille damit, dass das Team bei Naughty Dog am bisher größten Spiel der Studiogeschichte arbeitet, was sowohl auf die Ausmaße und Länge als auch auf die Ambitionen der Entwickler zutrifft.
Daher wollten sie sich erst wieder zu Wort melden, wenn die Produktion sich dem Ende nähert. Der Zeitpunkt war nun endlich gekommen. Wir wurden daher von Sony zu einem Anspielevent nach Los Angeles eingeladen, wo wir erstmals drei Stunden lang The Last of Us Part 2 spielen konnten. Das Datum, an dem wir unsere Eindrücke veröffentlichen dürfen, haben die Macher dabei nicht zufällig gewählt. Der Fall des Embargos liegt auf dem 26. September, der für Fans auch als Outbreak-Day bekannt ist, dem Tag, an dem im Jahre 2013 die Infizierung mit dem Cordyceps-Pilz seine kritische Masse erreicht hat und beinahe zur Auslöschung der Menschheit führte.
Auf dieser Seite
Ärger, Wut und Hass
In The Last of Us 2 liegt dieser Tag nun bereits 25 Jahre zurück. Die wenigen verbliebenen Menschen haben sich entweder in marodierenden Banditengruppen oder vereinzelten Enklaven friedlicher Überlebender zusammengefunden. Eine dieser kleinen Inseln menschlichen Lebens, in dem sich in all dem Chaos wieder eine zivilisierte Gesellschaft entwickelt, ist Jackson im US-Bundesstaat Wyoming. Hier haben sich Ellie und Joel am Ende des ersten Spiels niedergelassen. Bis heute leben sie hier und versuchen ein nahezu normales Leben zu führen. Ellie ist inzwischen 19 Jahre alt, hat einen Freundeskreis aufgebaut und ist Teil einer Gruppe junger Leute, deren Aufgabe es ist, mit regelmäßigen Patrouillen durch das Umland für die Sicherheit der Stadt zu sorgen.
Quelle: Sony Computer Entertainment
The Last of Us Part 2 erstmals angespielt. (10)
Doch eines Tages passiert etwas Schreckliches. Die Entwickler bezeichnen das Ereignis lediglich als das "Event", weil sie natürlich nicht auf die genauen Details dieses wichtigen Wendepunkts der Handlung eingehen wollen. Für Ellie ändert sich damit jedoch ihr bisheriges Leben, denn sie ist unmittelbar betroffen. Nachdem sich das erste Spiel um die bedingungslose Liebe eines Elternteils zu seinem Kind dreht, stellt sich im zweiten Teil die Frage, wie weit man bereit ist auf der Suche nach Gerechtigkeit zu gehen, besonders nachdem jemandem, dem man nahe steht, etwas Schlimmes widerfahren ist. Es entspinnt sich im weiteren Spielverlauf also eine Rachegeschichte, für die die Entwickler von Naughty Dog laut Neil Druckmann aber eine einzigartige Interpretation geschaffen haben.
Wie der Creative Director bereits zur Ankündigung des Spiels erklärte steht das Gefühl des Hasses im Zentrum der Geschichte von The Last of Us 2. Es gehe aber irgendwo auch um Liebe, denn aus dieser entspringt die Form des Hasses, mit der es Ellie in der Geschichte zu tun bekommt. Ärger, Wut und Hass können der Liebe sehr nahe sein, erklärt Druckmann. Es gehe um den Drang nach Gerechtigkeit, dass man jemanden für etwas Schlimmes, das dieser getan habe, zur Rechenschaft ziehen will. In unserer Gesellschaft handeln die meisten Menschen dank Gesetzen und gesellschaftlicher Normen in der Regel nicht nach den inneren Instinkten und Gefühlen, die sie angesichts einer Ungerechtigkeit vielleicht verspüren. In der Welt von The Last of Us gibt es diese Schranken jedoch nicht.
Quelle: Sony Computer Entertainment
The Last of Us Part 2 erstmals angespielt. (6)
Alltägliche Gespräche
Während unseres Anspielevents erleben wir Ellie zunächst jedoch während glücklicherer Zeiten. Der erste Teil unserer Demo findet vor dem sogenannten Event statt. Gemeinsam mit ihrer besten Freundin und heimlichen Liebe Dina ist Ellie auf Patrouille. Als wir erstmals die Kontrolle übernehmen reiten die beiden jungen Frauen durch eine verschneite Landschaft und unterhalten sich über alltägliche Dinge. Hier fällt uns sofort auf, dass die Entwickler von Naughty Dog offenbar ein wenig Arbeitsaufwand in die Steuerung des Pferdes gesteckt haben. Das langsame Traben und der Galopp durch den Schnee fühlen sich besser an als noch im ersten Teil. Das ist von Vorteil, da das Pferd als Fortbewegungsmittel offenbar vermehrt zum Einsatz kommt. Zumindest erweckt der neueste Trailer diesen Eindruck.
Wirklich begeistert haben uns in den ersten Minuten im Spiel aber nicht die Steuerung der Vierbeiner, sondern die herrlich natürlichen Unterhaltungen, die sich zwischen Ellie und Dina während des gemütlichen Ausritts abspielen. Die beiden sprechen über ihre Freunde, vergangene und aktuelle Beziehungen sowie Ellies Tattoo. So streut das Spiel interessante Informationen über das Leben der Protagonistin seit dem Ende des ersten Teils auf glaubhafte Weise in die Gespräche ein, ohne es dem Spieler zwanghaft auf die Nase zu binden. Man merkt auch direkt, dass die Chemie zwischen diesen beiden Charakteren stimmt und obwohl wir die Szene ohne den Kontext des gesamten Spiels erleben, fühlte es sich einfach gut an.
Es handelt sich bei diesem Spielabschnitt auf jeden Fall um eine eher ruhige Passage, die es ja auch im Vorgänger immer mal wieder gab. Sobald wir von unseren Pferden absteigen, steht die Erkundung der Spielwelt im Vordergrund. Das wirkt alles sehr vertraut und unterscheidet sich nicht groß vom ersten Teil. Da es nach wie vor darum geht, nach dem Ende der menschlichen Zivilisation zu überleben, schauen wir uns gründlich um und sammeln alles Nützliche ein, was nicht niet- und nagelfest ist. Dabei finden wir auch immer wieder Objekte, die zur Ausgestaltung der Geschichte der Spielwelt dienen, indem sie entweder optionale Gespräche auslösen oder wir Briefe und Notizen finden, die uns mehr über das Schicksal von Land und Leuten erzählen.
Zu den nützlichen Loot-Gegenständen gehören natürlich wieder Munition, Handwerksmaterialien, Einzelteile für Waffen-Upgrades sowie Pillen, die zum Ausbau von Ellies Fähigkeiten genutzt werden. Das kennen wir bereits aus dem Vorgänger, wurde im Detail jedoch ein wenig angepasst. So stehen uns zum Beispiel nicht von Anfang an alle Skillpfade zur Verfügung. Stattdessen finden wir mit Ellie hin und wieder spezielle Magazine in der Spielwelt, die neue Lern-Möglichkeiten für die Protagonistin eröffnen. So finden wir zum Beispiel ein Jagd-Magazin, das uns den Pfad der Präzision freischaltet. Hierin lassen sich vor allem passive Boni für den Umgang mit Waffen erlernen. Darüber hinaus haben wir auch schon Pfade für Stealth, Überleben und Handwerk im Spiel zu sehen bekommen.
Lauschangriff
Die Patrouille von Ellie und Dina bleibt aber nicht die ganze Zeit friedlich. Als die beiden an einem ehemaligen Supermarkt eintreffen, deutet der zerfledderte Kadaver eines Elchs bereits Ärger an. Offenbar gibt es einige Infizierte in der Nähe. Als Schutztruppe von Jackson ist es nun natürlich unsere Aufgabe, die Gefahr aus der Welt zu schaffen. So bekommen wir einen ersten Eindruck von Stealth-Gameplay von The Last of Us
Quelle: Sony Computer Entertainment
The Last of Us Part 2 erstmals angespielt. (8)
Part 2. Genau wie Joel im ersten Teil kann sich Ellie hierbei auf den Lauschmodus verlassen. Mit diesem machen wir Feinde in der Umgebung anhand ihrer Geräusche aus. Uns fällt aber schnell auf, dass der Lauschmodus subtiler als noch im Vorgänger ausfällt. Die Reichweite ist überschaubar und die dargestellten Silhouetten der Gegner sind nur auf kürzeste Distanz relativ klar zu erkennen.
Zumindest zu diesem frühen Zeitpunkt des Spiels wirkt diese Hilfestellung daher nicht mehr ganz so übermächtig. Über die erlernbaren passiven Fähigkeiten lässt sich die Effektivität des Lauschmodus im weiteren Spielverlauf jedoch noch verbessern. Wie gewohnt heißt es beim Schleichen die Umgebung genau zu beobachten, die Eigenheiten der verschiedenen Gegner zu kennen und Geduld an den Tag zu legen. So können Clicker uns zwar nicht sehen, reagieren dafür empfindlich auf Geräusche. Bei Runnern gilt es dagegen außer Sicht zu bleiben. In einem Raum mit einem guten halben Dutzend Infizierten sind wir dann auch direkt wieder dabei optimale Laufwege auszutüfteln, um einen Gegner nach dem anderen lautlos auszuschalten. Dabei greift uns auch die KI unter die Arme, die mit Dina selbstständig Ziele ausschaltet, wenn sich eine entsprechende Situation ergibt, von der keine Gefahr für uns ausgeht.
Ellie raucht und bastelt
Einige Zeit später finden wir erstmals eine Werkbank. Wie im Vorgänger können wir diese Tische nutzen, um unsere Waffen mit nützlichen Erweiterungen zu verbessern. Das System ist diesmal jedoch nicht mehr ganz so kleinteilig. Im ersten Teil mussten noch mehrfach Teile in die Verbesserung einzelner Aspekte investiert werden. Jetzt hat jede Waffe nur noch vier verschiedene Upgrades für Slots wie Schulterstütze, Magazin und Zielvorrichtung. Diese kosten entsprechend mehr, bringen aber auch stets eine deutlich spürbare Veränderung mit sich.
Quelle: Sony Computer Entertainment
The Last of Us Part 2 erstmals angespielt. (9)
Wir stehen also häufig vor einer schwierigen Entscheidung. Wir haben Teile für ein Upgrade, nehmen wir jetzt also die Magazinvergrößerung für unsere Pistole oder doch lieber das Zielfernrohr für das Gewehr. Wir wissen ja schließlich nicht, was auf uns zu kommt, wie viele neue Ersatzteile wir in nächster Zeit finden und wann wir wieder auf eine Werkbank stoßen. Gefallen hat uns übrigens auch die herrliche Animation der Nutzung der Werkbank. Haben wir uns für ein Upgrade entschieden, können wir Ellie dabei beobachten, wie sie an der betreffenden Waffen herumschraubt und uns das Endergebnis zeigt. Hier spürt man die Liebe der Entwickler für viele kleine Details, die das Gesamterlebnis positiv beeinflussen.
Sehr gefallen hat uns auch die Charakterentwicklung von Ellie, die am Ende unseres ersten Demo-Abschnittes noch einmal sehr deutlich zu beobachten war. Im Kern ist die Protagonistin durchaus noch als die Person zu erkennen, die wir im ersten Spiel kennengelernt haben. Aber es ist auch nicht zu übersehen, dass Ellie erwachsen geworden ist. Sie ist nicht mehr das unschuldige Mädchen, das noch nie die Außenwelt gesehen hat und am liebsten aus ihrem Witzebuch vorliest. Stattdessen scheut sie nicht davor zurück anzügliche Scherze zu machen, offen über Sex zu sprechen, sich tätowieren zu lassen und mit dem Konsum von Gras hat sie offenbar auch schon mehr als einmal Erfahrungen gemacht.
Quelle: Sony Computer Entertainment
The Last of Us Part 2 erstmals angespielt. (11)
Auf den Hund gekommen
Die unbeschwerten Charakter-Momente am Ende des ersten Teils der Demo stehen im starken Kontrast zu dem, was wir im zweiten Teil des Anspielevents erleben. Hier versetzen uns die Entwickler zu einem deutlich späteren Moment im Spiel. Die Handlung befindet sich inzwischen nach dem bereits beschriebenen tragischen Event und Ellies Rachefeldzug hat sie in die Vororte von Seattle verschlagen. Der Winter ist vorbei, stattdessen dominiert das saftige Grün der üppig sprießenden Pflanzenwelt. War die Schneedarstellung bereits hervorragend, lässt Naughty Dogs Engine hier richtig seine Muskeln spielen. Die Vegetation sieht natürlich und sehr detailreich aus.
Aber Ellie ist nicht hier, um die Natur zu bewundern. Sie ist auf der Suche nach einem Freund, der in die Fänge einer örtlichen Fraktion geraten ist, die mit Eindringlingen üblicherweise kurzen Prozess macht. Entsprechend bekommen wir es auch bald mit Angehörigen dieser Gruppe zu tun. Wie üblich versuchen wir zunächst vor allem schleichend voran zu kommen, doch das ist leichter gesagt als getan. In diesem Spielabschnitt zeigen sich erstmals einige Veränderungen, die die Entwickler vorgenommen haben, um das Schleichspiel noch herausfordernder zu gestalten. So haben die Menschen hier zum Beispiel Hunde dabei. Diese können Ellies Witterung aufnehmen und so ihre Herrchen auf sie aufmerksam machen, selbst wenn wir gut versteckt sein sollten.
Hat ein Hund erstmal eine Fährte aufgenommen, war es für uns gar nicht so einfach den suchenden Köter los zu werden, vor allem ohne uns selbst auffliegen zu lassen. Aber auch das Verstecken vor Menschen und Infizierten ist nicht mehr so einfach. Das liegt vor allem daran, dass hohes Gras keinen uneingeschränkten Sichtschutz mehr bietet. Zwar kann sich Ellie jetzt auch hinlegen und damit noch besser in höherem Bewuchs verschwinden, ist ein Gegner in der Nähe und schaut genau in unserer Richtung entdeckt er uns dennoch zwangsläufig. Es ist daher noch wichtiger auf direkten Sichtschutz durch Objekte zu setzen.
Das erschwert es natürlich auch den Gegner in den Rücken zu fallen, um sie per Messer auszuschalten. Für den lautlosen Kampf über eine Entfernung bekommt Ellie aber neue Möglichkeiten spendiert. Der bekannte Bogen ist natürlich wieder mit von der Partie. Anders als im Vorgänger können wir jetzt aber sogar selbst Pfeile herstellen, vorausgesetzt wir haben die richtigen Materialien dabei. Alternativ können wir einen improvisierten Schalldämpfer für die Pistole anfertigen, der für eine bestimme Zahl an Schüssen hält, bevor er kaputt geht.
Frontalangriff oder Flucht
Mangels Erfahrung mit neuen Elementen wie den Hunden und durch die Unkenntnis der Umgebung gelingt es uns nicht, ungesehen durch den mit zahlreichen Feinden gespickten Vorort zu navigieren. Also müssen wir uns im offenen Kampf zur Wehr setzen. Im Nahkampf kommen dabei wieder diverse aufgesammelte Waffen wie Macheten und Äxte zum Einsatz, die wie gewohnt zusätzlich für eine tödlichere Wirkung aufgewertet werden können. Neu ist dabei, dass wir auf Tastendruck aktiv ausweichen können. Für größere Distanzen steht uns ein Standard-Arsenal aus Pistole, Revolver, Schrotflinte und Repetiergewehr zur Verfügung. Ob The Last of Us Part 2 neben den bekannten Schießprügeln auch ein paar neue Waffen bieten wird, konnten wir bisher nicht feststellen.
Quelle: Sony Computer Entertainment
The Last of Us Part 2 erstmals angespielt. (4)
Im Feuergefecht sollte man logischerweise nach Möglichkeit gegnerische Treffer vermeiden, aber nicht nur zum Schutz der eigenen Lebenspunkte, sondern auch, weil es Trefferfeedback auf beiden Seiten gibt. Wird Ellie getroffen, fällt sie zu Boden. Ist Eile geboten, können wir in diesen Situationen zur Not auch auf dem Rücken liegend weiter auf unseren Kontrahenten feuern. Häufig ist aber auch die Flucht eine sinnvolle Strategie. Uns gereicht dabei die Agilität unserer Protagonistin zum Vorteil. Ellie kann springen, sich auf dem Boden robbend unter Autos verstecken und durch enge Stellen zwängen. Das können wir nutzen, um aus dem offenen Gefecht wieder in den Stealth-Modus zu kommen.
Für die verschiedensten Vorgehensweisen im Kampf stehen uns auch ein paar neue Gadgets zur Verfügung, für die wir natürlich erstmal die Rezepte finden müssen, um diese Gegenstände dann selbst herzustellen. So können wir neben dem bekannten Molotov-Cocktail unter anderem auch eine Fallenmine einsetzen. Ausgelöst durch eine verbaute Mausefalle, explodiert die Mine, sobald sich ein Feind dem Objekt nähert. Damit wir ausreichend Materialien haben, um uns mit den verschiedenen Gadgets stets verschiedene Optionen offen zu halten, ist es unablässig, sich gründlich in der Spielwelt umzuschauen. Manchmal müssen dabei Risiken eingegangen werden. So finden wir zum Beispiel einen verbarrikadierten Raum, aus dem nach dem Öffnen sofort fünf Infizierte auf uns zu stürmen. Der damit verbundene Verlust einer Nahkampfwaffe und eines Heilkits, war die reiche Beute an Ressourcen im nun zugänglichen Raum am Ende aber durchaus Wert.
Der Feind als fühlendes Wesen
Was uns beim Kampf durch die Vororte von Seattle am meisten beeindruckt und ein wenig auch mitgenommen hat, ist die Art und Weise, wie Naughty Dog die gegnerischen Menschen als Teil der Spielwelt integriert. Wir kämpfen hier nicht gegen eine anonyme Masse aus Feinden. Die NPCs rufen sich gegenseitig mit Namen, machen sich Sorgen um ihre Kameraden und sind entsetzt, wenn sie einen ihrer Freunde tot auffinden. So findet eine gewisse Humanisierung der Gegner statt, die unsere Aktionen in einem ganz anderen Licht erscheinen lassen. Es ist schon ein anderes Gefühl, wenn man statt der generischen NPCs 1, 2 und 3 auf einmal die Leben von Hannah, John und Erik auf dem Gewissen hat.
Quelle: Sony Computer Entertainment
The Last of Us Part 2 erstmals angespielt. (3)
Mit diesem moralischen Aspekt werden wir nicht konfrontiert, wenn es gegen Infizierte geht. Dass es sich hierbei eigentlich auch um Menschen handelt, ist gerade auf den fortgeschrittenen Entwicklungsstufen kaum noch zu erkennen. Im Vorgänger gingen die Überlebenden davon aus, dass die Infizierung vier verschiedene Stufen hat, von denen die letzte als Bloater bezeichnete Entwicklungsform nach rund 20 Jahren der Infektion erreicht wird. Doch die Zeit ist auch am Cordyceps nicht spurlos vorbeigegangen. Entsprechend begegnen wir jetzt einer fünften Stufe in der Entwicklung der Infizierten. Diese werden von Ellie Shamblers genannt. Vom Äußeren her ähneln sie den Bloater. Wir hatten jetzt auch nicht zwingend das Gefühl, dass diese neuen Infizierten schwerer zu bekämpfen sind. Aufpassen sollte man lediglich beim Ableben der Shamblers, da diese in einer dicken Sporenexplosion verenden.
Nach rund drei Stunden endete unsere Anspieldemo mit dem Treffen eines beliebten Charakters, über den in den letzten Jahren sehr viel spekuliert wurde. Nach allem, was wir bisher gesehen haben, können Fans also beruhigt sein: Joel ist am Leben und wird wohl ein Teil von Ellies Abenteuer sein. Es bleibt aber noch abzuwarten, wie genau sich die Geschichte entwickeln wird und wie sehr uns die Entwickler mit dem bisher gezeigten Material vielleicht auf eine falsche Fährte gelockt haben. Da auch der Vorgänger vor allem von den starken Charakteren, ihren Interaktionen und der Inszenierung der Geschichte gelebt hat, muss sich auch der Nachfolger an diesen Qualitätsmerkmalen messen.
Was wir bisher von den Charakteren und ihren Interaktionen gesehen haben, hat uns gefallen. Wirklich Klarheit bekommen wir aber wohl erst mit der finalen Version im Februar. Genauer gesagt am 21. Februar 2020 soll The Last of Us 2 als eines der ersten großen Highlights des kommenden Jahres exklusiv für PS4 erscheinen. Bis dahin haben die Entwickler von Naughty Dog noch fünf Monate Zeit für den letzten Feinschliff. Die Demo lief bereits erfreulich rund und wies nahezu keine Fehler auf. Lediglich ein kleiner Bug ist uns begegnet, als sich ein NPC mit seinen eigenen Hund komisch verhakt hatte und dadurch sich nicht mehr bewegte. Alles in Allem stehen die Vorzeichen für ein weiteres herausragendes Naughty-Dog-Abenteuer aber mehr als gut.
