The Last of Us: Part 2 Remastered im Test: Meisterhaftes Abenteuer - auch auf PS5
Test
The Last of Us: Part 2 bekommt als Remaster einen Neuauflage für die PS5. Wir haben uns im Test die Unterschiede und neuen Inhalte angeschaut.
Kämpfen und Sammeln
Jeder Run beginnt in einem Safehouse, wo wir über eine Pinnwand das nächste Level auswählen. Die Abschnitte unterscheiden sich nicht nur in der Umgebung, in der sie spielen, sondern auch in Sachen Modus. Zunächst erwarten uns hauptsächlich Angriffsszenarien, in denen wir drei Wellen von Gegnern ausschalten müssen. Es lassen sich aber noch weitere Modi freischalten. Dazu gehört "Gejagt", in dem wir gegen unnachgiebig auftauchende Feinde überleben müssen, bis ein Timer abgelaufen ist. Im Durchhalten-Modus gilt es, sich auf den Ansturm einer Horde Infizierter vorzubereiten und einen Begleiter am Leben zu erhalten.
Währenddessen müssen wir auch immer die Augen nach Rohstoffen offenhalten. Wie auch in der Kampagne benötigen wir Alkohol, Stoff, Scheren und anderes Material, um uns Verbandskästen und verschiedenste Bomben zu basteln. Alles, was wir sammeln, wird in den nächsten Level eines Durchgangs mitgenommen. Es lohnt sich also auch, vorausschauend mit seinen Ressourcen zu planen.
Nach dem Abschluss eines Levels kommen wir ins Safehouse zurück. Hier werden wir mit Ersatzteilen, Zusätzen und Münzen belohnt. Mit letzteren kaufen wir uns am Waffenschrank neue Ausrüstung wie Waffen, Handwerksrezepte und Munition. Die Ersatzteile und Zusätze verwenden wir wie im Hauptspiel auch, um Waffen zu verbessern und Talente zu erlernen. Haben wir alles erledigt, geht es über die Pinnwand in das nächste Level.
Quelle: Sony Interactive Entertainment
Wieder von vorn
Wer bis zum Ende überlebt, bekommt es im sechsten Abschnitt mit einem Boss zu tun. Auch hier gibt es verschiedene Varianten, die man schrittweise freischalten kann. Ist auch diese Begegnung überstanden, hat man einen Durchgang vollständig abgeschlossen. Über ein Punktesystem kann man seinen Versuch bewerten lassen und mit vorangegangenen Durchgängen vergleichen.
Anders als zum Beispiel beim Valhalla-DLC von God of War: Ragnarök gibt es in No Return keinen dauerhaften Charakter-Fortschritt. Alles, was wir im Verlauf eines Durchgangs freigeschaltet haben, ist beim Start eines neuen Versuchs wieder weg und wir fangen bei null an. Vor dem Hintergrund ist es ein wenig schade, dass ein Durchgang immer nur aus sechs Levels besteht. Gerade wenn wir also so langsam anfangen, gut mit Waffen, Upgrades und Talenten ausgestattet zu sein, ist der Durchgang auch schon wieder vorbei. Das zehrt ein wenig an der Langzeitmotivation für diesen Spielmodus.
Bildergalerie
Entwicklereinblicke
Aber es gibt noch andere interessante neue Inhalte. Besonders für Spieler, die gerne einen Blick hinter die Kulissen werfen. Einen solchen Einblick geben die drei sogenannten Lost Levels, die wir unabhängig vom eigentlichen Spiel erleben können. Dabei handelt es sich um Spielabschnitte, die es nicht in das finale Produkt geschafft haben. So kriechen wir durch eine längere Version der Kanalisation von Seattle, gehen mit Ellie auf Wildschweinjagd und erleben, wie sich Ellie auf die berüchtigte Party in Jackson vorbereitet. Die Levels sind zwar in weiten Teilen nicht fertiggestellt - es fehlen Texturen, Sounds und andere Elemente -, geben aber dennoch einen spannenden Einblick in die Entstehung des Spiels.
Passend dazu gibt es sowohl vor jedem Abschnitt als auch direkt in den Levels selbst Entwicklerkommentare, welche die Ideen hinter der jeweiligen Passage, die geplanten Interaktionen und die Gründe für die Streichung erläutern. Wer noch mehr Einblicke in die Gedanken der Entwickler haben möchte, kann sich alle freigeschalteten Cutscenes des Spiels noch einmal mit entsprechender Kommentierung durch Neil Druckmann, Halley Gross und die Schauspieler der Charaktere anschauen. Das sind mehrere Stunden spannende Unterhaltung für alle, die sich für solche Einblicke interessieren.
Wer die Story einmal durchgespielt hat, schaltet zudem einen neuen Speedrun-Modus frei. In dem geht es wenig verwunderlich darum, so schnell wie möglich die Kampagne durchzuspielen. Die aufgezeichneten Zeiten können dann in einem Leaderboard geteilt werden. Viel Freude hatten einige Spieler auch mit dem Gitarrenfeature, das im Verlauf der Story ein paar Mal zum Einsatz kommt. Mit dem Gitarren-Free-Play-Modus können sich Controller-Musiker jetzt noch mehr austoben. So könnt ihr wählen, ob ihr mit Joel, Ellie oder gar Komponist Gustavo Santaolalla spielt. Es lassen sich auch alternative Instrumente wie Banjo oder E-Gitarre freischalten.
Quelle: Sony Interactive Entertainment
Gelungenes Remaster
Die Entwickler von Naughty Dog haben sich also neben den grafischen Anpassungen an die neue Hardware Gedanken gemacht, wie sie das Remaster zusätzlich aufwerten können. Allein der Ausflug in die Entwicklungsgeschichte des Spiels ist ein spannendes neues Erlebnis. Der Roguelike-Modus bietet viele Stunden zusätzlichen Spielspaß für alle, die das Kampfsystem des Spiels noch weiter ausreizen möchten. Die eigentliche Story-Kampagne bleibt ohnehin ein aufregendes Erlebnis der besonderen Art.
Es lässt sich zwar darüber streiten, ob es so ein Remaster wirklich braucht, wenn das Original per Abwärtskompatibilität auch auf der PS5 problemlos spielbar ist und auch nach wie vor fantastisch aussieht. Wer das Abenteuer bisher nicht erlebt hat, sollte aber unbedingt zugreifen und erhält nun auf der PS5 die technisch beste und umfangreichste Version des Spiels. Für alle anderen ist ein Upgrade für zehn Euro erhältlich. Ob die neuen Inhalte und die leichte grafische Verbesserung das Wert sind, muss jeder für sich entscheiden. The Last of Us: Part 2 selbst ist jedenfalls nach wie vor ein packendes Erlebnis.
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The Last of Us: Part 2 Remastered erscheint am 19. Januar 2024 und wird von Naughty Dog entwickelt. Der Preis des Spiels liegt bei rund 50 Euro. Wer bereits die PS4-Version besitzt, kann für zehn Euro auf die neue Fassung upgraden. Transparenzhinweis: Die Version des Spiels wurde uns vom Publisher zur Verfügung gestellt.
