Fast spoilerfreie Kritik zur 3. Folge The Last of Us: Was? War? Das?

Test Tobias Tengler-Boehm
Fast spoilerfreie Kritik zur 3. Folge The Last of Us: Was? War? Das?
Quelle: HBO

Die Pilzsporen sprießen weiter. In der Nacht zum Montag erschien die dritte Folge der Videospiel-Adaption The Last of Us auf HBO max. In Deutschland kann man den neuen Serien-Hit auf Sky, bzw. Wow streamen. Ob sich die neue Episode lohnt, klären wir in unserer Kritik, die leider mit einem milden Spoiler starten muss.

Gleich zu Beginn der dritten Folge tappt die Serie ärgerlicherweise erneut in ein Fettnäpfchen, das in dieser Form in unzähligen Filmen und Serien vorkommt: Es wird künstlich Spannung erzeugt, weil Menschen dumme, unlogische Dinge tun. Gerade noch wurde die ungleiche Zweckgemeinschaft beinahe von einer Horde Infizierter überrannt, wenig später erkundet Ellie in einem scheinbar verlassenen Haus einen Kellerschacht auf eigene Faust, ohne dem schwer bewaffneten Joel Bescheid zu sagen. Die Motivation hinter dieser völlig an den Haaren herbeigezogenen, weil viel zu riskanten Aktion bleibt einem als Zuschauer verborgen. Die Szene gleitet ins völlig Abstruse ab, als Ellie einen Infizierten entdeckt, der sie zwar anblickt und anfallen will, aber unter einem Haufen Steine eingeklemmt ist.

Der von Pilzsporen überwucherte Kopf ähnelt dabei frappierend Hayden Christensen als Anakin Skywalker, als dieser kurz vor seiner Transformation zu Darth Vader ziemlich verkokelt am Rand eines Lava-Sees seine Niederlage gegen Obi-Wan Kenobi anerkennen muss. Unabhängig davon, ob diese Hommage unfreiwillig ist oder von den Machern von The Last of Us (jetzt kaufen 24,99 € ) gewollt war, wirkt sie ungemein immersionsbrechend. Doch es geht noch weiter: Ellie nimmt ihr Messer und schlitzt den Zombie erst ein wenig auf, um ihm anschließend humorlos die Klinge in den Schädel gleiten zu lassen. Danach kehrt sie gut gelaunt und triumphierend zu Joel zurück. Allein diese völlig deplatziert wirkende Szene hätte es gerechtfertigt, das Wort "cringe" zu erfinden. Das ist billige Effekthascherei. Es wirkt, als ob die Macher der Serie dem Publikum zurufen: "Seht her! Wir sind nicht nur Drama, wir können auch Horror!". Dabei hätte The Last of Us das überhaupt nicht nötig.

The Last of Us: Die dritte Folge sorgt für Taschentuch-Alarm

Denn was dann folgt, sind ergreifende Szenen, die einem als Zuschauer die Füße unter dem Boden wegziehen und den weltweiten Verbrauch von Taschentüchern kurz mal in ungeahnte Höhen schnellen lassen dürfte. Hat man sich eben noch über den plumpen Einstieg von Folge 3 geärgert, wird man von The Last of Us unvermittelt am Schlafittchen gepackt und emotional dermaßen durchgeschüttelt, dass man während des Abspanns nicht mehr weiß, wo oben und unten ist.

Die dritte Folge The Last of Us verdeutlicht einmal mehr die große Stärke der Serie. Gekonnt wird mithilfe von im Hauptstrang verwobenen Rückblenden meisterhaft erzählt, was während des Ausbruchs der Pandemie geschah und wie Menschen zu Monstern wurden - auch diejenigen, die sich nicht infizierten.


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Und so schafft es Folge 3 von The Last of Us nach misslungenem Start schnell die Kurve zu kriegen und erneut eine atmosphärisch dichte und darstellerisch starke Stunde Eskapismus aufzubieten. Hinein in eine bedrückende, dystopische Videospiele-Welt, die Dank der Hit-Serie auf spektakuläre Art und Weise zum Leben erweckt wird.


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Wann erscheint die nächste Folge von The Last of Us?

In den USA und vielen europäischen Ländern kann man The Last of Us auf HBO max ansehen. Der Streaming-Anbieter ist allerdings hierzulande bisher nicht offiziell verfügbar. Aufgrund exklusiver Verträge ist man in Deutschland bisher auf Sky, bzw. Wow angewiesen. Das Abo-Modell zum Einstiegspreis beträgt 7,99 Euro und ist monatlich kündbar. Die erste Staffel umfasst insgesamt 9 Folgen, die jeweils im Wochenrhythmus als Stream bereitgestellt werden. Episode 4 von The Last of Us ist somit ab Montag, 06. Februar 2023 um 04:30 Uhr sowohl auf Sky, als auch via Wow abrufbar.

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