The Football Factory

Test

Nick Loves Film über britische Hooligans wagt einen Blick hinter die Fassade eines brutalen Stadion-Schlägers

Eigentlich ist Tommy Johnson (Danny Dyer) kein Fußball-Fan. Viel interessanter ist es für ihn und seine Kumpels, sich jeden Samstag mit den rivalisierenden Hooligans jenes Teams zu prügeln, gegen das ihre Jungs von Chelsea London gerade kicken. Genau wie seine Freunde Rod (Neil Maskell), Billy (Frank Harper) und Zeberdee (Roland Manookian) ist Tommy selbst ein Hooligan.

Unter der Woche arbeiten die Schläger in ganz normalen Berufen. Tommy ist zum Beispiel in Billys Gärtnerei angestellt, während sein Freund Rod bei einer Firma für Klimaanlagen sein Geld verdient. Doch am Wochenende ticken die Uhren anderes. Im Rausch von Ecstasy, Kokain und Ale pilgern sie von einem Auswärtsspiel zum nächsten. Die Massenschlägereien werden ganz modern über Handys verabredet.

Dann geht alles sehr schnell. Die Gangs stürzen sich aufeinander wie Gladiatoren in einer Arena. Waffen sind verpönt. Faustschläge und Fußtritte allein entscheiden, wer der Stärkere ist. Doch kurz vor dem Spiel gegen den Erzrivalen Millwall stellt sich Tommy die Frage: "Ist es das eigentlich wert?" ...

Erklärende Extras

Im Making of (ca. 33 Min.) erfährt man, dass Regisseur Nick Love den Lebensstil der gewalttätigen Hooligans keinesfalls verherrlichen wollte. Sehr ausführlich werden die verschiedenen Aspekte des Streifens in den Audiokommentaren besprochen. Zum einen kommentieren Philip Köster (Chefredakteur des Fußballmagazins "11 Freunde") und der Engländer Trevor Wilson (Betreiber der Internetseiten von www.fc45.de) den Film, zum anderen gibt es einen Audiokommentar vom Filmemacher und seinem Hauptdarsteller Danny Dyer.

Als weitere Specials finden sich gelöschte Szenen und eine alternative Anfangssequenz, ein Kurzfilm des Regisseurs Love, eine kurze Featurette zum Konzept des Produktionsdesigns, die Analyse einer Kampfszene, ein Musikvideo von The Streets: "Fit but you know it", eine B-Roll und der Original-Kinotrailer. Alle Extras sind deutsch untertitelt.MK n

Fazit

Film-Check: Nick Love hat mit "The Football Factory" einen Film gedreht, der polarisieren dürfte. Zwar übt er bereits in den Zwischentönen Kritik am Phänomen der gewalttätigen Hooligans, doch erst die Auflösung trifft schließlich den richtigen Ton. Vielleicht wirkt der sehenswerte Streifen gerade deshalb so au- thentisch und ehrlich -- Fazit: "very british!"
DVD-Fazit: Aufgrund ihrer Thematik richtet sich die filmische Adaption eines Bestsellers von John King in erster Linie an ein männliches Publikum. Die Botschaft wird v.a. zum Ende hin deutlich, wenn der Film unmissverständlich klarstellt, dass Gewalt nur Gewalt nach sich zieht. Die Scheibe ist technisch absolut in Ordnung und obendrein gut ausgestattet.

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