The Final Cut

Test

Ausnahmedarsteller Robin Williams sorgt in einer nahen Zukunft für eine saubere Vergangenheit

Stellen Sie sich vor, bei unserer Geburt würde man uns einen Chip in den Kopf einpflanzen, der wie ein Organ mitwächst und sämtliche Eindrücke aufzeichnet, die wir im Laufe unseres Lebens sehen. Eine schreckliche Vorstellung? Sicherlich, aber auch eine ziemlich coole Idee für einen Sci-Fi-Thriller.

Der in Jordanien geborene Nachwuchsfilmer Omar Naim konnte für die von ihm konzipierte Story jedenfalls namhafte Darsteller verpflichten. Robin Williams spielt Alan Hakman, der sich als sogenannter Cutter sein Geld verdient. Seine Aufgabe ist es, nach dem Ableben von Chip-Trägern aus deren Inhalten einen Film für die Beerdigung zusammenzustellen, der das Leben der jeweiligen Person möglichst positiv wiederspiegelt.

Cutter unterliegen ebenso wie Asimovs Roboter einem Ehren-Kodex: Sie dürfen kein Bild-Material herausrücken, selbst keinen Chip tragen und kein Material verschiedener Personen mischen.

Als Alan dann für den mächtigen Charles Bannister eine Re-Memory anfertigen soll, kommen ihm erste Zweifel an der Richtigkeit seiner Arbeit. Zusätzlich setzt sein ehemaliger und zum Chip-Gegner gewordener Kollege Fletcher (James Caviezel) alles daran, an den Inhalt aus Bannisters Kopf zu gelangen. Alans Leben kompliziert sich zusehends.

Wechsel-Williams

Nachdem Vollblut-Komiker Williams sich mit dem "Club der toten Dichter" einen Namen als ernsthafter Charakter-Mime machte, blödelte er sich in den 90ern durch eine unglaubliche Menge an mal mehr und mal weniger guten Komödien. Immerhin brachte ihm das ein Vermögen ein. In letzter Zeit konzentrierte er sich verstärkt auf düstere Filme wie "One Hour Photo", "Insomnia" und jetzt "The Final Cut".

Die DVD wird mit dem US-Kinotrailer, dem deutschen Trailer sowie Interviews mit den Darstellern Williams, Caviezel, Mira Sorvino und Regisseur Naim ausgeliefert. Die US-DVD bietet zusätzlich einen Regiekommentar, drei deleted Scenes, Storyboard-Vergleiche und drei Featurettes mit ca. 38 Min. Laufzeit.PK n

Fazit

Film-Check: "The Final Cut" ist ein kleiner Sci-Fi-Film, der mit ruhiger Inszenierung eine beunruhigende Vision entwirft und gleich mit zwei "Oscar"-Preisträgern in den Hauptrollen aufwartet. Warum der Film zum Ende in Action ab- driftet, bleibt das Geheimnis des Regisseurs. Der ungewohnt wortkarge Robin Williams beweist erneut seine Wandlungsfähigkeit.
DVD-Fazit: Wenn Sie auf den etwas anderen Science-Fiction-Film ohne Mega-Budget und Tonnen von Special Effects stehen, sind Sie bei dieser DVD wahrscheinlich an der richtigen Adresse. Wenn Sie Robin Williams mögen, liegen Sie sowieso richtig. Technisch gibt die Scheibe kaum Anlass zu Beschwerden. Bei den Extras hätte es durchaus mehr sein können.

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