PCG-Redaktion: Kann The Elder Scrolls 6 die hohen Erwartungen noch erfüllen?
Special
Kann The Elder Scrolls 6 nach all den Jahren unsere Erwartungen noch erfüllen? In der Redaktion gehen die Meinungen auseinander: zwischen verlorener Vorfreude, großer Skepsis und ungebrochener Liebe zu Tamriel.
The Elder Scrolls 6 soll irgendwann einmal das Erbe von Skyrim antreten. Irgendwann ist dabei leider das entscheidende Wort. Denn fast 15 Jahre nach dem Release von Skyrim und acht Jahre nach dem ersten Teaser fragen sich viele Fans inzwischen nicht mehr nur, wann das Spiel endlich erscheint, sondern auch: Kann es diese gewaltigen Erwartungen überhaupt noch erfüllen?
Erinnert ihr euch noch an die E3 2018? Bethesda zeigte eine weite Landschaft, spielte ein paar vertraute Töne und blendete schließlich den Schriftzug The Elder Scrolls 6 (jetzt kaufen ) ein. Mehr brauchte es damals nicht, um die Fans zum Jubeln zu bringen.
Heute ist dieser Teaser acht Jahre alt. Damit dürfte er bald älter sein als manche Spieler, die The Elder Scrolls 6 irgendwann einmal zum Release entdecken werden. Wirklich viel schlauer sind wir seitdem trotzdem nicht geworden. Es gibt kein Gameplay, keinen offiziell bestätigten Schauplatz und auch keinen Veröffentlichungstermin.
8 Jahre Funkstille haben Spuren hinterlassen
Immerhin hat Bethesda in den vergangenen Tagen noch einmal bestätigt, dass an The Elder Scrolls 6 weitergearbeitet wird. Das Rollenspiel bleibt das wichtigste Projekt des Studios, während sich Fallout 5 noch in der Vorproduktion befindet und parallel Neuauflagen von Fallout 3 und Fallout: New Vegas entstehen sollen.
The Elder Scrolls 6 ist also nicht heimlich in irgendeiner Schublade verschwunden. Ein richtiges Lebenszeichen sieht allerdings anders aus. Nach acht Jahren wäre es schön, wenn Bethesda endlich mehr preisgeben würde als die Aussage, dass das Spiel weiterhin existiert.
Genau darin liegt das Problem. Die Wartezeit ist längst so lang, dass aus Vorfreude bei vielen Fans Skepsis geworden ist. Gleichzeitig wachsen die Erwartungen mit jedem weiteren Jahr. The Elder Scrolls 6 darf für viele nicht einfach nur ein gutes Rollenspiel werden. Es soll Skyrim beerben, moderne Genre-Größen übertreffen und am besten noch das Gefühl zurückbringen, das wir 2011 beim ersten Aufbruch nach Himmelsrand hatten.
Kann das überhaupt gelingen? Wir haben uns in der Redaktion umgehört.
Die Erwartungen haben längst ein Eigenleben entwickelt
Skyrim war nicht einfach nur erfolgreich. Das Rollenspiel wurde zu einem Dauerbrenner, der über mehrere Konsolengenerationen hinweg immer wieder neu veröffentlicht wurde. Mods hielten die Welt frisch, Memes machten sie unsterblich und Bethesda fand zuverlässig neue Geräte, auf denen man Skyrim noch einmal kaufen konnte.
The Elder Scrolls 6 muss deshalb nicht nur gegen moderne Rollenspiele antreten. Es kämpft auch gegen die Erinnerung an Skyrim, und die ist im Laufe der Jahre immer größer und schöner geworden.
Viele Fans denken heute nicht zuerst an steife Animationen, ähnliche Höhlen oder Drachen, die genau dann auftauchten, wenn man eigentlich in Ruhe mit jemandem sprechen wollte. Sie erinnern sich an den ersten Blick auf Weißlauf, an die Musik und an das Gefühl, einfach in irgendeine Richtung losziehen zu können. Gegen Nostalgie hat es jedes neue Spiel schwer.
Dazu kommt, dass sich das Genre seit 2011 stark weiterentwickelt hat. The Witcher 3, Elden Ring, Baldur's Gate 3 und Kingdom Come: Deliverance 2 haben gezeigt, wie lebendig Welten, Figuren und Entscheidungen heute wirken können. Vieles, was bei Skyrim noch beeindruckend war, gilt inzwischen als selbstverständlich.
Bethesda kann deshalb nicht einfach ein größeres Skyrim mit hübscherer Grafik veröffentlichen. Nach all diesen Jahren erwarten die Fans einen echten Schritt nach vorn. Und genau das macht die Aufgabe für The Elder Scrolls 6 so schwierig.
Quelle: PC Games
Nach acht Jahren ohne Gameplay ist Mathias' Vorfreude auf The Elder Scrolls 6 fast verschwunden.
Für Mathias ist es inzwischen nahezu unmöglich, noch so etwas wie echten Hype für The Elder Scrolls 6 zu entwickeln. Zu viel Zeit ist seit Skyrim vergangen und Bethesdas jüngstes Rollenspiel hat das Vertrauen nicht gerade gestärkt:
Wenn ich darüber nachdenke, dass ich beim Release von Skyrim frisch am Studieren war und jetzt schon acht Jahre im Berufsleben bin, ohne auch nur einen Krümel Gameplay von TES6 gesehen zu haben, da ist es für mich unmöglich, Hype für das Spiel zu haben. Ich habe Skyrim natürlich abgöttisch geliebt, auch wegen etlicher Mods. Aber ein Studio beurteilt man natürlich nach seinem jüngsten Projekt - und Starfield hat mir schon einen Dämpfer verpasst. Bethesda wirkt einerseits, als liefen sie der Branche hinterher, andererseits gab es sogar einige Rückschritte, die ich nicht in TES6 sehen will. Reduzierte Mechaniken, Recycling für die Gestaltung der Welt - das darf einfach nicht sein. Insofern: Meine Erwartungen sind inzwischen niedrig. Und die kann TES6 vermutlich erfüllen; darauf muss man bei Bethesda dann aber nicht stolz sein.
Quelle: PC Games
Carlo zweifelt nicht lange: Seine Liebe zu Tamriel ist auch nach 15 Jahren ungebrochen. Für ihn zählt weniger, ob The Elder Scrolls 6 die Erwartungen erfüllt, sondern wann er endlich wieder in diese Welt eintauchen darf.
Während bei anderen die Zweifel wachsen, stellt sich Carlo die Frage nach den Erwartungen gar nicht erst. Dafür ist seine Verbindung zu Tamriel schlicht zu stark:
Kann Elder Scrolls 6 nach 15 Jahren seit Skyrim meine Erwartungen überhaupt noch erfüllen? Keine Ahnung. Die Frage stellt sich für mich aber eigentlich gar nicht.
Ich bin einfach süchtig nach Tamriel und ich merke immer wieder, wie ich zurück in diese Welt gezogen werde. Auch 15 Jahre nach dem Release habe ich Bethesda erst letztens wieder Geld in den Rachen gesteckt und mir die Anniversary-Edition von Skyrim für die Switch 2 geholt. Und wisst ihr was? Es hat sich gelohnt, denn ich bin wieder mit Genuss in Himmelsrand unterwegs, obwohl ich es doch schon 246734 Mal vorher gespielt habe. Und wisst ihr noch was? Ich spiele auch schon mit dem Gedanken, mir das Oblivion Remaster für die Switch zu holen, wenn es nur halbwegs vernünftig läuft. Obwohl ich das natürlich schon zum Release letztes Jahr gezockt habe.
Ich liebe einfach diese Welt. Nach Myrtana aus Gothic ist Tamriel meine zweitliebste Fantasy-Heimat. Deswegen stellt sich mir gar nicht die Frage, ob Elder Scrolls 6 meine Erwartungen überhaupt erfüllt, sondern eher WANN es das endlich wieder tut!
Quelle: PC Games
Matthias blickt nach acht Jahren Funkstille deutlich skeptischer auf The Elder Scrolls 6. Bethesda müsse nicht nur Skyrim übertreffen, sondern nach Fallout 76 und Starfield auch verlorenes Vertrauen zurückgewinnen.
Matthias muss beim Gedanken an The Elder Scrolls 6 vor allem an ein bekanntes Meme aus Der Herr der Ringe denken. Darin erklärt Elrond, dass er damals dabei gewesen sei, vor 3000 Jahren. Ungefähr so fühlt sich für ihn inzwischen die Ankündigung des Spiels an:
Ich stelle mir an dieser Stelle jetzt vor meinem inneren Auge das bekannte Meme von Elrond aus Bruchtal vor, der Gandalf erklärt, dass er dabei gewesen ist, damals vor 3000 Jahren. So ungefähr fühlt es sich für mich nämlich auch an, wenn ich an The Elder Scrolls 6 denke. Ich war damals nämlich vor Ort, in Los Angeles bei der E3 2018, im Festzelt von Bethesda, wo der sagenumwobene Ankündigungs-Teaser mit dem Schriftzug The Elder Scrolls 6 unter großem Jubel über den Bildschirm lief. Dass wir in den acht Jahren seitdem so gut wie nichts mehr von dem Projekt gehört haben, hat jetzt aber nicht unbedingt zu einer hoffnungsvollen und vorfreudigen Einstellung gegenüber dem Spiel gesorgt.
Dabei ist Bethesda eigentlich schon dazu verdammt, dass TES6 ein absoluter Knaller wird. Zum einen, weil Skyrim die Messlatte ziemlich hochgelegt hat. Auch wenn ich persönlich den Legendenstatus des Spiels für ein wenig zu übertrieben halte. Dazu fehlt mir als Story-Liebhaber einfach zu viel im Bereich Erzählung und Charaktere. Aber als Rollenspiel-Sandbox gehört es natürlich unbestritten zur Crème de la Crème. Zum anderen kommt für Bethesda aber noch hinzu, dass sie in den letzten Jahren einige Beulen in ihrem Ansehen gesammelt haben. Sei es der verkorkste Release von Fallout 76 oder die gespaltene Meinung der Fans zu Starfield.
Mit Elder Scrolls 6 müssen sie also verloren gegangenen Kredit bei einigen Anhängern wiedergewinnen. Ich habe durchaus meine Zweifel, dass es Bethesda gelingt, diese Erwartungen zu erfüllen. Vor allem, solange wir nichts vom Spiel gesehen haben, was mich vom Gegenteil überzeugen könnte. Dagegen spricht für mich auch, dass das Studio meiner Meinung nach zu sehr in seinen alten Denkmustern festhängt. Sie klammern sich an ihrer veralteten Creation Engine fest, als wäre es der heilige Gral, und das allgemeine Gamedesign hat sich im Grunde seit Oblivion kaum verändert. Ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen und hoffe auch inständig, dass ich falsch liege. Aber dazu müsste uns Bethesda endlich mal was vom Spiel zeigen.
Quelle: PC Games
Als Neuling blickt Vik bislang ohne große Erwartungen auf The Elder Scrolls 6. Bethesda muss erst echtes Gameplay zeigen, um ihn zu überzeugen.
Vik hat als Fallout-Fan dagegen überhaupt keine Erwartungen an The Elder Scrolls 6, er bleibt aber neugierig, was Bethesda uns am Ende da präsentiert:
Da ich bisher noch kein einziges The Elder Scrolls gespielt habe, sind meine Erwartungen zum sechsten Teil sehr überschaubar. Allerdings war's nie so, dass mich TES komplett kaltlässt. Ich hatte sehr viel Spaß mit Fallout 3 und 4, daher habe ich schon immer mal neugierig in den Fantasy-Bruder rübergeschielt. Was mich dann doch immer davon abgehalten hat, da einzutauchen: Ich bin kein großer Fan von Fantasy-Nahkampf aus der Egoperspektive. Und: die Zeit. Irgendwie widerstrebt es mir, mal für ein paar Stunden in TES reinzuspielen. Ich denke mir dann immer: "Aber was, wenn es dich nicht loslässt?". Dann braucht man ja gleich richtig viel Zeit, um die Spielwelt ordentlich zu erkunden und alles mitzunehmen. Vielleicht wird ja TES 6 dann doch mein Einstieg in die Reihe. Bisher lässt mich das aber gehörig kalt. Als Neuling der Reihe habe ich ja keine Vorfreude, basierend auf bisherigen Erlebnissen, und der erste, nichtssagende Teaser haut mich auch nicht vom Hocker. Bethesda soll mal bitte endlich Gameplay und die Spielwelt zeigen - das könnte mein Interesse wecken.
The Elder Scrolls 6 muss also mit Erwartungen klarkommen, die über Jahre immer größer geworden sind. Die einen haben nach Starfield und der langen Funkstille kaum noch Hype übrig, die anderen würden vermutlich auch noch die zwölfte Skyrim-Version kaufen, solange Tamriel draufsteht.
Genau das ist Bethesdas größte Chance und gleichzeitig das größte Problem. Die Fans lieben diese Welt noch immer, aber Liebe allein schützt nicht vor Enttäuschung. The Elder Scrolls 6 muss moderner werden, ohne das zu verlieren, was Skyrim, Oblivion und Morrowind so besonders gemacht hat.
Ob Bethesda das gelingt, kann derzeit niemand sagen. Dafür haben wir schlicht noch zu wenig gesehen. Nach acht Jahren wäre es deshalb langsam an der Zeit, dass aus einem alten Teaser endlich wieder ein echtes Spiel wird. Bis dahin bleibt The Elder Scrolls 6 irgendwo zwischen Hoffnung, Zweifel und dem nächsten Skyrim-Durchgang hängen.
Wie sieht es bei euch aus? Freut ihr euch weiterhin auf The Elder Scrolls 6 oder hat die lange Wartezeit eure Begeisterung gebremst? Und was müsste Bethesda zeigen, damit ihr wieder vollständig an den nächsten Teil glaubt? Schreibt es uns gern in die Kommentare. Beachtet beim Kommentieren aber bitte die Forenregeln und die allgemeine Netiquette im Internet. Solltet ihr noch keinen Account haben, könnt ihr über eine Registrierung nachdenken, die viele Vorteile mit sich bringt. Unsere Video-Inhalte findet ihr bei Youtube, Instagram und Tiktok.
