Schlechte Lokalisierungen verderben selbst bei sehr guten Titeln wie Oblivion den Spielspaß.
Wenn bei einem Feuerball-Zauber die Beschreibung »Lebensenergie wiederherstellen 8 Pkt. an Selbst« lautet, dann ist das im ersten Moment vielleicht noch ganz amüsant. Wenn sich aber in der Folgezeit zahlreiche weitere Lokalisierungsfehler häufen, vergeht Spielern das Lachen. Da passen Texte nicht in die vorgegebenen Fenster, da werden Begriffe durch kryptische Abkürzungen unkenntlich gemacht, und mitunter stehen einfach noch die englischen Originaltexte da.
Das Fehlerfestival bei Oblivion gipfelt in inhaltlichen Patzern, die den Spieler mitunter durch falsche Richtungsangaben verwirren. So ein Debakel haben wir bei einer namhaften Firma schon seit langer Zeit nicht mehr erlebt.
Voll daneben
Offensichtlich haben die Übersetzer sich das Spiel selbst nicht angesehen, da sie viele Begriffe wortwörtlich statt im sinnvollen Kontext eingedeutscht haben. »Hourglass« heißt in der lokalisierten Version beispielsweise Stundenglas, obwohl »Sanduhr« die bessere Wahl gewesen wäre. Und »Landmarks« als Grenzsteine zu bezeichnen ist ebenfalls unglücklich, wenn der dazugehörige Begriff eindeutig »wichtige Orte« beschreibt. Auch lustig: »Repair Hammer« erscheint in der deutschen Version allen Ernstes als »Hammer reparieren«, gemeint ist aber ein Schmiedehammer zum Reparieren.
Besonders hässlich sind grammatikalisch falsch aneinander gereihten Wörter, die so etwas wie »Öffnen Leicht Schloss an Ziel« ergeben. Immerhin können sich Spieler meistens noch den Sinn zusammen reimen, trotzdem geht da natürlich viel Atmosphäre flöten.
Lichtblicke
Trotz aller Fehler ist die deutsche Version nicht komplett misslungen. Bei zusammenhängenden Texten wie Dialogen oder Büchern sind uns kaum Mängel aufgefallen. Auch die deutsche Sprachausgabe geht in Ordnung, obwohl die Profi-Sprecher stellenweise etwas distanziert wirken.
Da Publisher Take 2 noch nicht einmal sagen konnte, ob es überhaupt einen offiziellen Patch zur Behebung der Fehler geben wird, empfehlen wir die Verwendung inoffizieller Dateien (siehe Kasten).
Georg Valtin
