The Day Before in der Vorschau: Zu schön um wahr zu sein?
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The Division trifft The Last Of Us - so in etwa lässt sich das Spielkonzept von The Day Before beschreiben, einem Survival-MMO mit Open World, Zombies und packendem PvP. Die Entwickler von FNTASTIC haben kürzlich einen neuen, umfangreichen Gameplay-Trailer zur ihrem Werk veröffentlicht, wir haben drauf geschaut und euch alle wichtigen Infos zusammengefasst.
"Wir haben vor, das MMO -Survival-Genre auf ein ganz neues Level zu bringen", nicht weniger versprachen die Entwickler von FNTASTIC, als sie im Januar dieses Jahres ihr neues Werk The Day Before ankündigten. Eine gewagte Aussage, besonders mit Blick auf die nicht gerade spärliche Konkurrenz, aber das russische Studio hatte tatsächlich einen ansehnlichen Trailer im Gepäck, um die ambitionierten Ziele auch zu untermauern: Fünf Minuten voll Grafikpracht, packender PvP-Gefechte, Open-World-Erkundung und Überlebenskampf in der Postapokalypse schindeten ordentlich Eindruck - schürten aber auch einige Zweifel. Ist The Day Before vielleicht zu schön, um wahr zu sein?
Vergangene Woche haben die Macher nun im Rahmen einer großen Gameplay-Enthüllung eine gute Viertelstunde Ingame-Material nachgereicht. In der Vorschau schauen wir uns das mal etwa näher an, fassen die wichtigsten Aussagen zusammen, die die Verantwortlichen im Rahmen diverser Interviews getätigt haben und versuchen uns schließlich an ein paar Antworten: Was verspricht The Day Before eigentlich und wie glaubhaft ist das alles?
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The end of the World as we know it
Aber der Reihe nach, worum geht es eigentlich: The Day Before ist ein Open-World-Survival -MMO angesiedelt in einem postapokalyptischen Amerika, das nach einer Pandemie - man will fast sagen: wieder einmal - von fleischfressenden Infizierten überrannt wird. Ressourcen sind knapp, die Welt um euch herum gnadenlos. Die wenigen Überlebenden töten sich gegenseitig, um Nahrung, Waffen und Autos zu erbeuten. Ihr wacht nun alleine und ohne jegliche Erinnerungen mitten in diesem Schlamassel auf und begebt euch auf die Suche nach Antworten.
Quelle: FNTASTIC
Woher kommen die ganzen Infzierten? Und gibt es möglicherweise ein Gegenmittel? Das herauszufinden, ist genau eure Aufgabe!
In Sachen Gameplay kombiniert der Titel dabei lustig Elemente aus The Divsion, Days Gone, DayZ und The Last of Us. Heißt: Euch erwarten PvE- aber auch PvP-Elemente. Auf der einen Seite prügelt ihr euch also mit unterschiedlichsten Arten von "realistischen" Zombies - auf mutierte Freaks wie die Bloater oder Shambler aus The Last of Us müsst ihr also verzichten. Auf der anderen Seite beweist ihr euch gegen andere menschliche Spieler. Dabei seid ihr, anders als etwa in Massive Entertainments Loot-Shooter, nicht auf eine Dark Zone begrenzt. Stattdessen könnt ihr überall auf Live-Mitspieler treffen, mit denen ihr euch zusammentun oder gegenseitig die Köpfe einschlagen könnt.
In den gezeigten Gameplay-Szenen sah das bisher aber noch ein wenig unrund aus. Die Zielmechanik wirkte irgendwie schwammig und die Ballistik mehr als fragwürdig. Rückstoß oder ein spürbarer Unterschied zwischen Sturmgewehr, Schrotflinte oder Pistole ließen sich nicht ausmachen. Und auch in Sachen Trefferfeedback war durchaus noch Luft nach oben: Getroffene Zombies taumelten nicht zurück oder verloren Gliedmaßen, sondern sackten nach ein paar Schüssen einfach in sich zusammen. Das wirkte eher unbefriedigend, den Waffen fehlte der letzte Bums - auch in Sachen Sounddesign.
Ein bisschen Shooter, kein bisschen RPG
Dafür versprechen die Macher immerhin ein breites Arsenal: Für die vielen Scharmützel stehen euch diverse Primär-, Sekundär- und Nahkampfwaffen zur Verfügung. Auf ein Farbcode-basiertes Seltenheits-System wird dabei verzichtet, jedes Item und jede Waffe soll realistisch im Spiel vertreten sein. Eine leichte Schutzweste hält also nur Pistolenbeschuss stand, tolle neue Stiefel bieten euch keinerlei Rüstungsboost. Das soll für ein möglichst authentisches und immersives Spielerlebnis sorgen.
Quelle: FNTASTIC
Im Gegensatz zu The Divison gibt es im Spiel keine Dark Zone, andere Spieler könnt ihr jederzeit und überall treffen und zum Kampf herausfordern.
Passend dazu kommt The Day Before auch komplett ohne ein Level-System für eure Charaktere aus. "Wir wollen, dass sich jeder Spieler, ungeachtet seiner Spielzeit, auf Augenhöhe mit einem Anfänger befindet", erklärten die Entwickler im Interview mit VGTimes.ru. Die Kräfteverhältnisse sollen so ausgeglichen bleiben, Neueinsteiger sollen nicht zum Freiwild verkommen. Auch die spielerische Freiheit war für FNTASTIC von Bedeutung: "Es ist uns wichtig, dem Spieler ein maximales Eintauchen in die postapokalyptische Welt zu ermöglichen, ohne durch Klassen und Charakterparameter eingeschränkt zu sein."
Fortschritte macht ihr stattdessen nur hinsichtlich eures Rufs. Der schaltet euch in der Woodberry Survivor Colony, einem der wenigen, von NPCs bewohnten Camps, neue Missionen frei. Darüber hinaus dient die Siedlung auch als Rückzugsort und Social Hub, in dem ihr mehr über die Welt erfahren oder euch mit anderen Spielern treffen könnt. Laut eines Artikels der italienischen Seite everyeye.it wird sich das Lager dabei stetig verändern und im Laufe der Ereignisse verschiedene Transformationen durchlaufen. Im Dezember erwartet euch etwa stimmungsvolle Weihnachtsdeko.
Jäger, Sammler, Bastler
Die Möglichkeit, eigene Basen zu errichten, wird es hingegen wohl nicht geben. Die Entwickler haben sich aber eine Art Alternative offengelassen. Gut möglich also, dass ihr unterwegs kleine behelfsmäßige Lager bauen können, um die Nacht zu überleben, aber nichts Dauerhaftes im RUST-Stil. Als Ausgleich für den fehlenden Basisbau dient das Crafting. Das erlaubt es euch, mit in der Spielwelt gefundenen Materialien Medikits und andere simple Verbrauchsgegenständen zu basteln. Im Inventar des Protagonisten konnte man im Trailer allerdings auch diversen Plunder entdecken, beispielsweise Uhren und Comics. Es wird also vermutlich auch Gegenstände geben, die einzig zum Verkauf gedacht sind und bei Händlern gegen ordentliches Equipment getauscht werden können.
So ausgerüstet könnt ihr euch dann den Gefahren der Umwelt stellen: Neben Zombies und menschlichen NPCs will euch nämlich auch die Natur selbst ans Leder. The Day Before beinhaltet diverse Survival-Elemente. Euer Charakter muss stets auf seine Körpertemperatur sowie seinen Wasser- und Energiehaushalt achten, um nicht Gefahr zu laufen, vorzeitig den Löffel abzugeben. "Es gibt eine Menge beeindruckender Mechaniken im Spiel, die den Überlebensprozess wirklich interessant und spaßig machen", so die Entwickler. Die Nachschubfrequenz soll dabei so komfortabel wie möglich gestaltet werden, ihr müsst also nicht alle zwei Minuten einen Müsliriegel verdrücken. Auch das User Interface will man möglichst subtil halten.
Quelle: Fntastic
Eine Art Basenbau wird es im Spiel nicht geben, ihr könnt aber in der Woodberry Survivor Colony mit NPCs und anderen Spielern interagieren.
Open World im Division-Stil
Angesiedelt ist das alles in einem Setting, das The Division nicht ganz unähnlich scheint. Einige gehen sogar so weit, es als einen billigen Abklatsch von Ubisofts Loot-Shooter bezeichnen. Ein Vorwurf, auf den die Entwickler natürlich eine passende Antwort parat haben: "Wir haben uns für Amerika entschieden, weil wir glauben, dass es seine eigene, einzigartige Hollywood-Atmosphäre hat", erklärten die Macher im Interview mit VGTimes.ru. "Aber wir versuchen nicht, die Kopie von etwas anderem zu erstellen." Das zeigt sich unter anderem auch daran, dass ihr nicht auf eine Metropolregion beschränkt seid, sondern auch ländlichere Außenbezirke mit Wäldern und verschneiten Bergen erkunden dürft. Die warten nicht nur mit einem dynamischen Tag-Nacht-Zyklus auf, spannend sind auch die stetig wechselnden Wetterverhältnisse: Eine leichte Brise wechselt sich mit einem Regensturm ab, der den Kampf erschwert und dazu zwingt, in einem Geschäftszentrum Schutz zu suchen. Das verleiht The Day Before eine gewisse Unberechenbarkeit, aber auch eine zusätzliche taktische Komponente. Ihr könnt beispielsweise abwägen, ob ihr Feinde lieber offen im grellen Tageslicht konfrontiert oder im nächtlichen Schneegestöber überrascht. Schleichen ist immer eine valide Option, um das Hör- und Sehvermögen eurer Feinde auszutricksen.
Quelle: FNTASTIC
Die Spielwelt verfügt über ein dynamisches Wettersystem, das euch schnell den Garaus machen kann. Schwere Schneestürme haltet ihr etwa keine fünf Minuten durch.
Die komplette Welt soll zudem wahlweise zu Fuß oder mit Fahrzeugen erkundbar sein. Diese umfassen nicht nur normale Autos, sondern auch gepanzerte Wagen, deren Spritverbrauch allerdings ziemlich beachtlich ausfällt: Bei einer Netto-Fahrzeit von knapp 2:40 Minuten, wird in der Demo beinahe eine halbe Tankfüllung verblasen. Hier sollten die Macher nochmal etwas nachjustieren, ebenso wie bei der Fahrphysik. Die wirkte noch etwas arcadig, die Fortbewegung auf schlammigem Untergrund sah in Snowrunner beispielweise schon deutlich eindrucksvoller aus. Apropos Aussehen: Trotz netter Grafik der Unreal Engine 4 und bereits geplantem Support von Ray Tracing und NVIDIA DLSS: Clipping-Fehler, Pop-Ins und fehlende Animationen sollten im fertigen Spiel auch besser der Vergangenheit angehören.
Über allen Zweifel erhaben?
Sofern The Day Before denn jemals in seiner angepriesenen Form erscheint. Denn bereits seit dem ersten Ankündigungstrailer wird das Survival-MMO mit viel Skepsis beäugt - nicht nur, weil es schon fast zu schön ist, um wahr zu sein, sondern auch, weil die Macher nicht unbedingt den vertrauenswürdigsten Eindruck hinterließen: Streams mussten wegen "technischer Probleme" kurzfristig verschoben werden. Interviews mit dem russischen Studio lesen sich immer verdächtig gleich, hier und da konnte zudem schon nachgewiesen werden, dass Soundeffekte und Assets eins-zu-eins aus entsprechenden Datenbanken übernommen wurden.
Ja und dann wäre da eben noch der Umstand, dass FNTASTIC jetzt nicht unbedingt die glorreichste Firmenhistorie hat: Bisher machte das Studio, das 2015 in Jakutsk gegründet wurde, vor allem durch seine beiden Multiplayer -Survival-Titel Dead Dozen und The Wild Eight auf sich aufmerksam. Aber nicht etwa, weil diese besonders gut wären, sondern weil deren Support bereits nach wenigen Monaten eingestellt wurde und sie heute quasi komplett ausgestorben sind. Da fällt es einem schwer zu glauben, dass das "größte Projekt der Firmengeschichte" tatsächlich Realität werden könnte - 70 Mitarbeiter und kolportiere 16.800 Arbeitsstunden zum Trotz.
Quelle: FNTASTIC
In The Day Before erwartet euch ein umfangreicher Fuhrpark, mit dem ihr auch die ländlicheren Außenbezirke erkunden könnt.
Aber wer weiß, vielleicht werden Studiogründer Ed und Aisen Gototsev uns Zweifler ja noch dieses Jahr Lügen strafen. Der Release von The Day Before ist nämlich bereits für das zweite Quartal 2021 geplant. Aktuell findet sich nur eine Steam -Seite zu dem Survival-MMO, über mögliche Portierungen für PS4 und Xbox One, geschweige denn eine Next-Gen-Version wurde indes noch kein Wort verloren. "Wartet auf eine besondere Ankündigung", hieß es von Studioseite lediglich. Na gut, dann warten wir mal...
Meinung
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