The Day After

Test

Blitzkrieg statt Kubakrise: In der alternativen Zeitlinie von The Day After kommt es in den Sechzigern zum postnuklearen Showdown Warschauer Pakt gegen NATO.

Die Kubakrise. Zwei Wochen im Oktober 1962, in denen die Welt nur haarscharf am nuklearen Abgrund vorbeischrammte. Was aber, wenn damals weniger kühle Köpfe an den Schalthebeln der Macht gesessen hätten? Das empfindliche Geflecht aus Bedrohung und Gegenbedrohung hätte den Atomkrieg im Fall der Eskalation unausweichlich gemacht. Genau dieser wenig erfreulichen Prämisse folgt The Day After und befördert den Spieler zum Oberbefehlshaber einer der vier Armeen, die im postnuklearen Krieg um die kümmerlichen Reste unserer Erde streiten.

Der Pixelgeneral

Neben den USA und der UdSSR beteiligen sich auch die Chinesen sowie eine Allianz der Franzosen und der Bundesrepublik am Kampfgeschehen. Die eigentlichen Schlachten laufen in einer leicht modifizierten Blitzkrieg-Engine. Interessanterweise bringen die Entwickler einen globalen Strategiepart mit ins Spiel, in dem Sie Truppenteile über die Landkarte schieben, Fabriken und Radaranlagen einnehmen oder neue Einheiten rekrutieren. Wenn auf diesem Übersichtsschirm zwei gegnerische Verbände aufs gleiche Feld ziehen, schaltet das Spiel in die bekannte Echtzeittaktik-Perspektive. Hier dirigieren wir Panzer-, Infanterie- und Hilfstruppen über die Karte, um bestimmte Geländepunkte einzunehmen und den Gegner zu zermürben.

Wie weiland Blitzkrieg bietet das Spiel Schlachten mit vielen Einheiten, weswegen Sie schon bald den Spielegöttern für die Pausenfunktion danken werden. Da es keinen Basisbau gibt, müssen Sie mit den Einheiten auskommen, die Sie mit in die Schlacht nehmen. Und das ist selbst auf leichteren Schwierigkeitsgraden keine einfache Aufgabe.

Spezialeinheiten nach vorn

Schlüssel zum Erfolg sind die Spezialeinheiten und -fahrzeuge. So klärt etwa der Offizier per Fernglas feindliche Befestigungen auf, vor denen Sie ansonsten chancenlos niedergemetzelt würden. Artillerieeinheiten schießen über die gesamte Karte und plätten eingegrabene Infanterie ebenso zuverlässig wie feindliche Panzer. Vielleicht am wichtigsten sind jedoch die Reparatur- und Sanitätsvehikel, mit denen Sie angeschlagene Fahrzeuge und Soldaten wieder auf Vordermann bringen. Gehen solche Schlüsseleinheiten verloren, ist die Schlacht praktisch nicht mehr zu gewinnen.

Sascha Gliss

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