The Cycle: Das steckt drin in Season 3 - unsere Eindrücke zum Quest-Shooter

Special Melanie Weißmann Lukas Schmid
The Cycle: Das steckt drin in Season 3 - unsere Eindrücke zum Quest-Shooter
Quelle: Yager

Da braut sich ein heftiger Sturm zusammen: Mit Stormchasers, der dritten Season von The Cycle, möchte der kompetitive Quest-Shooter seiner Spielerschaft neue Inhalte sowie ein verbessertes Gameplay bieten. Wir haben uns ins Auge des Sturms begeben und berichten euch, inwieweit Entwickler Yager seinem selbstgesteckten Zielen gerecht wird. Inklusive Video!

Seit Ende 2019 ist der PvEvP-Shooter The Cycle des deutschen Entwicklers Yager im Epic Games Store im Early Access. Anstatt des einen Weges, an Punkte zu gelangen, gibt es viele Routen zum Ziel. Durch sogenannte Quests sammelt man die siegbringenden Punkte. Nun ist Season 3 namens Stormchasers gestartet. Die bringt zahlreiche Balancing-Anpassungen und mit einer Social Hub und neuen Elementen in den Runden auch frische Inhalte. Grund genug, uns anzuschauen, ob sich schon jetzt der Einstieg in den Shooter lohnt.

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Fortuna 3: Wunderschön, aber gefährlich

Von der neu hinzugekommenen Prospect Station aus, einer Raumstation im Orbit von Fortuna 3, die als sozialer Knotenpunkt des Spiels fungiert, werden zwanzig Spieler auf dem lebhaft bunten Planeten ausgesetzt. Vorher wurden die Runden von einem Menü aus gestartet. Das Ziel: Als Sieger auf die Station zurückkehren. Wahlweise kämpft man alleine, zu zweit oder als Squad gegen seine Mitspieler. Die sehr schön gestaltete Landschaft lädt mit ihrer abwechslungsreichen Flora und Fauna zum Erkunden ein.

Die Plattform, auf der das Rettungsschiff landen soll, müsst ihr zunächst von außerirdischen Kreaturen befreien.  Quelle: PC Games Die Plattform, auf der das Rettungsschiff landen soll, müsst ihr zunächst von außerirdischen Kreaturen befreien.  Leider bleibt Spielern für solche Entdeckungstouren nicht viel Zeit, denn Fortuna 3 wird in kurzen, regelmäßigen Abständen von schweren Stürmen heimgesucht. Genau zwanzig Minuten bleiben uns auf dem gefährlichen Planeten, um möglichst viele Quests zu erfüllen. Quests erfordern etwa, dass wir eine bestimmte Anzahl an Monstern besiegen, Mineralien farmen oder Areale einnehmen. Dafür erhalten wir für den Sieg notwendige Punkteboni und Ingamewährung. Dabei gilt es, so wenig wertvolle Zeit zu verlieren wie möglich. Wer es nicht rechtzeitig am Ende einer Runde zum rettenden Evakuierungsschiff im Zentrum der Map schafft, wird den tödlichen Stürmen ausgesetzt und verliert dabei wertvolle Punkte. Hat man einen gewaltigen Vorsprung, kann man zwar trotzdem gewinnen, wahrscheinlich ist das aber nicht.

Die Runden beginnen ruhig und sanft. Mit einer kleinen Startwaffe im Gepäck erledigen wir die ersten Quests und sammeln die siegbringenden Punkte und Gold, mit dem wir uns neue Ausrüstung wie Waffen, Fahrzeuge und Geschütztürme auf die Insel schicken lassen. Vor Season 3 musste man viele verschiedene Ressourcen farmen, durch die Einheitswährung wurde hier gestreamlined. Je weiter die Runde sich dem Ende nähert, desto stärker werden die menschlichen Gegenspieler; klar, denn die Konkurrenz schläft nicht und rüstet sich auch mit neuen Helferlein aus. Aber auch die KI-Monster werden immer gefährlicher, je dunkler und stürmischer das Wetter wird.

Battle-Royale im Schafspelz?

Die Kreaturen sind sich manchmal nicht sicher, ob sie Land- oder Luftwesen sind. Oder wir sind hier auf einen ziemlich offensichtlichen Bug gestoßen. Quelle: PC Games Die Kreaturen sind sich manchmal nicht sicher, ob sie Land- oder Luftwesen sind. Oder wir sind hier auf einen ziemlich offensichtlichen Bug gestoßen. Untermalt wird die heikle Mission auf Fortuna 3 mit einem immersiven Soundtrack, der sich an die exponenziell steigende Geschwindigkeit und Dramatik anpasst. Uns hat die actionreiche Musik besonders in den letzten Spielminuten jeder Runde dazu angestachelt, noch einmal alles zu geben. Generell ist das Spielgefühl sehr flüssig und auch an Mobilität fehlt es uns auf Fortuna 3 durch variantenreiche Ausrüstung nicht, mit der wir etwa besser ausweichen oder höher und weiter springen können. Leider schleichen sich ab und an ein paar Bugs ein und stören die sonst gelungene Optik und Dynamik des Spiels.

Das Spielprinzip erinnert stark an das Battle-Royale-Genre. Auf einer kleinen Insel kämpfen wir gut bewaffnet gegen unsere Konkurrenten, die gegen Ende jeder Runde zu einem zentralen Punkt auf der Karte gelangen müssen - nur spielt der Tod eines Spielers in The Cycle eine vergleichsweise unbedeutende Rolle. Am Ende zählt nicht, wer überlebt, sondern wer die meisten Punkte gesammelt hat. Auch die Karte verkleinert sich nicht, trotzdem gibt The Cycle den Spielern durch das rettende Evakuierungsschiff einen Grund, sich zu Ende in der Mitte der Map zu versammeln und ein großes Gemetzel zu starten.

Das wirklich gut umgesetzte Respawn-System, bei dem der wiederbelebte Spieler am Ort seines Todes eine Kapsel aufsammeln muss, um seinen Respawn zu refreshen, hat uns mehr als einmal den Allerwertesten gerettet. Das Frustlevel sinkt drastisch, wenn ein Tod nicht gleichbedeutend mit dem Ausscheiden aus dem Spiel ist. Auch dieses Feature feiert mit Season 3 Premiere. Insgesamt ist der PvE-Anteil zwar größer als der PvP-Anteil, jedoch lassen gegnerische Spieler unserer Erfahrung nach kaum eine Gelegenheit aus, um der Konkurrenz das Leben schwer zu machen - oder es gar zu beenden. Ein Battle-Royale ist das Spiel trotz alledem nicht, auch, wenn es auf Elemente des Genres zurückgreift.

Mit schleichendem Tempo fährt der Zug über die Map und generiert auf seinem Weg eine beachtliche Menge an Punkten. Quelle: PC Games Mit schleichendem Tempo fährt der Zug über die Map und generiert auf seinem Weg eine beachtliche Menge an Punkten. Im Stormchasers-Update erwartet uns eine neue Möglichkeit zum Sammeln der spielentscheidenen Punkte: der Zug. Einmal aufgesprungen und eingenommen, generiert die mächtige Maschine auf ihrem Weg automatisch eine Menge Punkte für uns. Das Gefährt ist daher heiß umkämpft und muss vor allerlei gierigen Gegnern verteidigt werden. Im Duo oder im Squad bietet es sich an, eine Person auf dem Zug patrouillieren zu lassen, während der Rest weitere Quests erledigt. Doch auch im Solo-Game kann das Punkte-Farmen auf dem Zug gelingen. Verbündet euch dazu einfach mit einem anderen Spieler und genießt die Fahrt, so lange ihr könnt!

Starthilfe? Fehlanzeige!

Vielseitige Taktiken und unterschiedliche Waffen sowie ihre Verbesserungen bedeuten vor allem für Anfänger eines: deutliche Nachteile, egal, wie gut man sich schlägt. Wir beginnen mit Standardwaffen, die nur durch das Sammeln der Ingame-Währung aufgebessert werden können. In den Shops der Prospect Station könnt ihr euch mit genug dieser Krypto-Marken bessere Waffen oder Waffenverbesserungen kaufen. Wer länger spielt, nimmt also von Rundenstart an bessere Ausrüstung mit auf den fremden Planeten? So ist es. Anfänger starten nicht nur mit schlechterem Skill in die ersten Matches, sondern auch mit unterlegener Ausrüstung. Das wenig intuitive Menü ist ebenfalls ein großer Kritikpunkt, da es Neueinsteiger absolut sich selbst überlässt.

Vielseitige Tutorials und ein Waffentrainingsplatz führen euch an die grundlegenden Mechaniken des Spiels heran. Quelle: PC Games Vielseitige Tutorials und ein Waffentrainingsplatz führen euch an die grundlegenden Mechaniken des Spiels heran.

In das Gameplay selbst führt The Cycle seine Spieler jedoch vorbildlich ein. Eine vielseitige Tutorial-Reihe zeigt die wichtigsten Mechaniken, für jede Aktion wird die gewählte Tastenbelegung angezeigt. Mit der dritten Season wird zudem das skillbasierte Matchmaking eingeführt, was sich für blutige Anfänger sowie eingefleischte Spieler gleichermaßen positiv auswirkt.

Während uns das innovative Gameplay besonders mit Mitspielern viel Spaß bereitet hat, haben die Informationsflut und die Unübersichtlichkeit der Prospect Station uns mit einem bitteren Beigeschmack zurückgelassen. Das Spiel macht vieles richtig, wir hoffen in zukünftigen Seasons aber, dass die Macher an den richtigen Stellschrauben drehen, um sein volles Potenzial endgültig zu entfalten.

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