Im zweiten Teil der Trilogie geht die Geschichte der Helden auf ihrer Reise durch die zerbrochene Welt weiter. Katharina Reuß hat The Banner Saga 2 für euch getestet.
Schon 2014 begeisterte The Banner Saga mit seiner brillanten Geschichte und taktischen Kämpfen. Der Nachfolger spinnt die dramatische Helden-Geschichte nahtlos weiter und bringt einige Verbesserungen mit.
Die Saga
Der zweite Teil der Trilogie setzt geschichtlich genau da an, wo der Erstling aufgehört hat. Nachdem die Gruppe erfolgreich gegen die Steinwesen Dredge vorgegangen ist, ziehen die heroischen Menschen und die starken Varl weiter. Zwar kann man dank eines Einführungsvideos bedenkenlos den zweiten Teil spielen, ohne den Vorgänger zu kennen. Aber gleich zu Beginn kommt ein massiver Spoiler zu The Banner Saga. Wollt ihr den ersten Teil der Saga also ohnehin noch zocken, dann lasst Teil zwei erst mal liegen.
Wie im Vorgänger wandert man entlang einer linearen Route von rechts nach links durch die atemberaubende 2D-Landschaft. Der Verlauf der Geschichte ist zwar vorgegeben, aber zwischendurch kommen immer wieder kleine Situationen auf, bei denen ihr Entscheidungen fällen müsst.
Dabei sind es meist moralische Dilemmas, denen ihr euch zu stellen habt: Manche Menschen wollen die Karawane verlassen. Oder es wendet sich ein bekannter Held plötzlich gegen seine Landsleute. Die Konsequenzen eures Handelns sind dabei nicht immer sofort absehbar und lassen sich auch nicht mehr durch Laden des alten Spielstands im Nachhinein ändern.
Quelle: Games Aktuell
Ein halber Roman: Wie schon beim ersten Teil gibt es auch hier wieder viel zu lesen. Die kleinen moralischen Konflikte werden auch alle per Text gelöst. (PC)
Denn The Banner Saga 2 speichert mit einem Checkpoint-System, wodurch eure Handlung festgemacht wird. Ist eine Entscheidung getroffen, müsst ihr damit leben. Der Strategietitel trumpft auch mit frischen Charakteren und Völkern auf. Eine völlig neue Rasse wird vorgestellt: Kriegerische, Zentauren ähnelnde Wesen, die sich selbst Horseborn nennen.
Auch die Motive bereits bekannter Figuren werden geschickt in der Geschichte hinterfragt und knüpfen so perfekt am Vorgänger an. Mit einer verzweifelten Welt am Rande des Abgrunds und den einzigartig geschriebenen Figuren spielt sich The Banner Saga 2 wie ein Roman von J. R. R. Tolkien.
Taktische Neuerungen
Neben der großartig fortgeführten Geschichte zeigen sich auch Verbesserungen in den Kämpfen. Die rundenbasierten Schlachten sind jetzt abwechslungsreicher gestaltet, sowohl im optischen als auch im spielerischen Sinne. Ihr trefft auf wesentlich mehr unterschiedliche Gegnertypen, die auch alle anders handeln.
Quelle: Games Aktuell
Umzingelt: Auf dem schachbrettartigen Feld werden die taktischen Kämpfe ausgeführt. Alle Schlachten sind rundenbasiert und sollten daher gut durchdacht sein. (PC)
Also muss man sich jedes Mal eine neue Taktik einfallen lassen, um die Feindwellen niederzuschmettern. Das gestaltet das Spiel zwar schwieriger, fesselt Strategiefans aber auch mehr. Die eigenen Reihen haben ebenfalls neue Kampffiguren vorzuweisen: Der Axtwerfer kann mehrere Beilwürfe aneinanderreihen und so öfters zuschlagen.
Der Barde stärkt die Willenskraft aller Verbündeten, sobald ein Gegner zu Boden geht. Gleichzeitig zwingt er die Feinde mit seinen derben Beleidigungen dazu, ihre Stellung in der Attacken-Reihenfolge zu verlieren und als Letzte am Zug zu sein. Beim Berserker muss man vorsichtig sein, denn er greift immer zwei Mal infolge an, egal wer im Weg steht. Es kann also auch einen Mitstreiter treffen, wenn der Feind mit dem ersten Schlag stirbt.
Quelle: Games Aktuell
Neue Rasse: In The Banner Saga 2 erscheinen die Horseborn, eine kriegerische Zentaurenrasse. Mit ihnen gehen auch neue Begegnungen einher. (PC)
Dadurch ist es noch wichtiger, eine gute Aufstellung für seine Figuren zu finden. Neben den neuen Spielfiguren gibt es nun auch unterschiedliche Kampfsituationen. Mal muss man einen unendlichen Strom an Gegnern von den Zauberern fernhalten, mal einen bestimmten Feind zuerst besiegen. Auf dem Schlachtfeld gibt es jetzt die Möglichkeit, sich Deckung aufzubauen, das gilt für einen selbst und für die Gegner. Dies alles beeinträchtigt wiederum die eigene Taktik und bringt so Abwechslung in die Kämpfe.
Fan-Feedback
Was zahlreiche Fans schon beim ersten Spiel bemängelt haben, ist der viele Text, den es zu lesen gilt. Alle Begegnungen und Entscheidungsmomente werden per Texteinblendung überliefert und das auch noch ausschließlich auf Englisch! Zwar gibt es in der Fortsetzung an mehreren wichtigen Stellen gesprochene Monologe - aber auch die erklingen nur in englischer Sprache.
Quelle: Games Aktuell
Großes Kino: Cineastische Elemente haben zugenommen. Es gibt nun mehr kurze Filmsequenzen, welche die Leidensgeschichte der gezeichneten Helden zeigen. (PC)
Es bleibt zu hoffen, dass in naher Zukunft noch eine Fassung mit deutschen Untertiteln erscheinen wird. Während das Indie-Studio beim ersten Teil nur auf die Fonds der Kickstarter-Kampagnen zurückgreifen konnte, stehen dieses Mal zwei Jahre Spielverkaufsprofit zur Verfügung.
Dass Entwickler Stoic nun ein höheres Budget für sein Spielprojekt hatte, zeigt sich gleich in mehreren Punkten: Im Vergleich zum Vorgänger gibt es viel mehr cineastische Elemente, die charakteristisch für das Spiel sind. Auch die Häufigkeit der vertonten Monologe ist deutlich gestiegen.
Quelle: Games Aktuell
Verschanzt: Auf manchen Schlachtfeldern können sich die eigenen Truppen hinter Schutzmauern stellen. (PC)
Für die Wünsche und Kritikpunkte der Fangemeinschaft war Stoic offen und hat das Feedback auch in The Banner Saga 2 einfließen lassen. Es bietet einem die Möglichkeit, Zivilisten zu Kriegern auszubilden. Diese beschützen dann die Karawane. Das hilft beim Spiel ungemein, denn je mehr Leute in der Karawane überleben, desto mehr Vorräte sammeln sie selbstständig. Und je mehr Vorräte man bereits hat, desto weniger muss man mit seinem hart verdienten Ruhm für die Nahrungsmittel ausgeben, die an jedem Tag eurer Reise verbraucht werden.
Quelle: Games Aktuell
Skript: Viele Gespräche sind vorgegeben. Man kann sich nur zwischen wenigen Antworten entscheiden. (PC)
Das Charaktersystem hat sich nicht groß verändert. Jede Figur kann immer noch nur einen Gegenstand mit sich tragen. Hinzugekommen sind neue Spezialskills und passive Talente wie die Erhöhung der kritischen Trefferchance. Wer auf Taktikspiele steht, trifft mit The Banner Saga 2 eine sehr gute Wahl. Dabei ist es die dramatische Story der sympathischen Helden und ihres Volkes, die das Spiel zu etwas Einzigartigem machen.
Entwickler: Stoic | Hersteller: Versus Evil | Sprache: Englisch | Altersfreigabe: ab 12
