Das wohl innovativste Survival-Spiel im Test: The Alters bringt uns an ethische Grenzen und fordert unser Gewissen heraus

Test Vivien Ziermann
Das wohl innovativste Survival-Spiel im Test: The Alters bringt uns an ethische Grenzen und fordert unser Gewissen heraus
Quelle: 11 Bit Studios

Anders als gewöhnliche Survival-Games konfrontiert The Alters seine Spieler mit moralischen Entscheidungen und lässt sie die Konsequenzen spüren und das auf grandiose Art und Weise.

Tiefgang statt Trost: Nicht jeder Preis ist es wert, bezahlt zu werden

Besonders die moralischen Fragen und der Umgang mit den unterschiedlichen Versionen des Protagonisten machen die Geschichte von The Alters so einzigartig. Jeder der Alters hat in seinem Leben andere Erfahrungen gemacht, Traumata durchlitten und Dinge, die ihm wichtig sind oder ihn geprägt haben. In den einzelnen Gesprächen erfahren wir mehr darüber, was das Leben nach einer anders getroffenen Entscheidung ausmacht.

Je mehr wir uns mit unseren Alters unterhalten, desto mehr lernen wir von ihnen. An dieser Stelle haben die Entwickler ein cleveres Erkenntnissystem eingebaut. So können wir aus den Erfahrungen, die unser Gesprächspartner gemacht hat, lernen und schalten neue Dialogoptionen und Reaktionen frei.

Je länger wir spielen und je mehr wir uns mit den Alters unterhalten, desto stärker drängt sich die Frage auf, ob wir auf dem richtigen Weg sind. Können wir dem Konzern vertrauen? Ist es überhaupt vertretbar, noch mehr Alters zu erschaffen? Immerhin reißen wir sie aus ihrer Realität. Ihre Familie, Freunde, Partner, alles, was sie kannten, werden sie nie wieder sehen. Zumindest nicht die Version, die sie kennen.

Und was passiert mit ihnen, sollten wir die Mission heil überstehen und zurück zur Erde kommen? Es können ja nicht zahlreiche Jan Dolskis auf die Menschheit losgelassen werden. Und warum soll niemand von den Alters oder der Entdeckung des Rapidums erfahren?

The Alters - Jan Dolski vor einem Rapidium Vorkommen. Quelle: PC Games Der Zwiespalt zwischen Überleben und der Verantwortung und Zuneigung für unsere Alters wird im Verlauf des Spiels immer größer. Und auch die Entscheidungen werden härter. Geben wir einem Alter mit unerträglichen Phantomschmerzen im Arm Schmerzmittel auf die Gefahr hin, dass er sich im benebelten Zustand beim Arbeiten verletzt, oder setzen wir die Schmerzmittel ab und müssen mit den Folgen des Entzugs leben?

Der alltägliche Umgang mit unserer Crew, der ständige Kampf ums Überleben und die Flucht vor der Sonne bieten unglaublich viel Tiefgang. Jede Entscheidung fällt schwer. Jedes Gespräch mit dem Konzern hinterlässt ein ungutes Gefühl. Wo in anderen Survival-Titeln das Überleben im Mittelpunkt steht und man nicht weiter darüber nachdenkt, was dafür nötig ist, stellt The Alters immer wieder die Frage, ob wir als Spieler wirklich bereit sind, jeden Preis dafür zu zahlen.

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Mit den unterschiedlichen Entscheidungen, den Reaktionen und Charakteren ist es den Entwicklern gelungen, eine tiefgreifende und berührende Geschichte zu erzählen, die wir so nicht in dem Survival-Titel erwartet hätten. Auch die Konsequenzen unserer Entscheidungen sind deutlich spürbar, sodass wir uns häufig fragen mussten, ob wir die richtige Wahl getroffen haben und was wohl passiert wäre, hätten wir uns anders entschieden.

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