Sci-Fi-Survival The Alters: Großer Ärger wegen KI-Funden durch die Community - UPDATE
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Hoppla, Prompt vergessen: The Alters sieht sich aktuell Kritik ausgesetzt, nachdem nicht gekennzeichnete KI-Texte im Spiel gefunden wurden. Mittlerweile haben sich die Entwickler geäußert.
Update:
Inzwischen haben die Entwickler ein Statement zu den KI-Texten in The Alters veröffentlicht. Die ursprüngliche Meldung findet ihr weiter unten. Laut 11bit Studios wurde ein generatives KI-Modell an zwei verschiedenen Stellen eingesetzt. Zum einen habe ein Grafikdesigner eine Anzeigetafel als Platzhalter mit einem KI-Text befüllt und dann sei vergessen worden, die Zeilen für den fertigen Release wieder auszutauschen.
Man habe inzwischen eine Untersuchung durchgeführt und festgestellt, dass das entsprechende Asset (das Bild im Reddit-Post weiter unten) das einzige dieser Art im Spiel ist. Man werde es nun austauschen.
Die andere Komponente, bei der KI zum Einsatz kam, seien die extern produzierten Filme gewesen, die sich die Alters in der Basis ansehen können. Wegen des Zeitdrucks kurz vor dem Release habe man sich dazu entschieden, diese Filme bzw. deren Untertitel teilweise per KI zu übersetzen, statt sich an die Lokalisierungspartner zu wenden.
Es sei aber stets geplant gewesen, die "menschliche" Übersetzung der Inhalte nach Release per Hotfix einzufügen. Die Texte würden insgesamt nur 0,3 Prozent des gesamten Materials ausmachen, man sehe aber ein, dass man die Spieler vorher hätte informieren müssen.
Ursprüngliche Meldung:
Der Boom generativer KI-Modelle wie ChatGPT, Gemini oder Midjourney zieht auch an Videospielen nicht vorbei. Im vergangenen Jahr wurden beispielsweise in Call of Duty: Black Ops 6 Artworks gefunden, die offenkundig mit KI erzeugt worden waren - Stichwort: der Zombie mit sechs Fingern.
Gekennzeichnet war das ursprünglich nicht, obwohl Steam, die größte Spieleplattform auf dem PC, mittlerweile verlangt, die Nutzung von KI-Tools bei der Entwicklung auf der Produktseite eines Spiels offenzulegen. Bei entsprechenden Games findet sich der Hinweis dann direkt über der Beschreibung nicht-jugendfreier Inhalte. Bei Black Ops 6 sieht der inzwischen so aus:
Quelle: Steam
In dem Fall ist der Hinweis nicht besonders aussagekräftig, aber er ermöglicht es Interessenten zumindest, die Entscheidung zu treffen, ob sie ein Spiel mit "KI-Slop" unterstützen möchten oder nicht.
KI-Texte in The Alters gefunden
Einen ähnlichen Fauxpas wie damals Activision haben sich nun auch die 11bit Studios geleistet, die Entwickler hinter dem innovativen Survival-Hit The Alters. Eine Offenlegung KI-generierter Inhalte findet sich auf dessen Steam-Seite nicht. Mittlerweile sind allerdings diverse Nutzer-Screenshots aufgetaucht, die zeigen, dass KI an The Alters (jetzt kaufen 39,99 € / 29,74 € )"mitentwickelt" hat.
Hier ein Bild von Reddit-Nutzer EarthlingKira, bei dem offenbar ein bisschen zu viel von der KI-Antwort kopiert wurde. "Klar, hier ist eine überarbeitete Version, die sich voll und ganz auf wissenschaftliche und astronomische Daten beschränkt" klingt verdächtig nach dem, was ein Chatbot schreiben würde, nachdem er gebeten wurde, seine Antwort umzuformulieren.
Ein weiteres Beispiel stammt aus der brasilianisch-portugiesischen Sprachversion von The Alters. Hier finden sich offenbar manchmal KI-Antwortschnipsel in den Untertiteln, wie BlueSky-Nutzer Heitor De Paola zeigt.
Chris "sagt" hier: "Klar! In Brasilianisches Portugiesisch übersetzt lautet der Text ..." Ein ähnlicher Patzer wie beim obigen Beispiel also.
Unter einem kritischen LinkedIn-Post der freiberuflichen Spiele-Übersetzerin Lucile Danilov meldet sich außerdem Handong Ryu zu Wort, der für den Großteil der koreanischen Übersetzung von The Alters zuständig war.
Er unterstützt Danilovs Vermutung, dass nicht die Lokalisierungsteams, sondern das Entwicklerstudio für diese KI-Überbleibsel verantwortlich sein könnte. Es könne sich demnach um Texte handeln, die auf den letzten Drücker per KI übersetzt wurden, statt sie nochmal an die Lokalisierungspartner zu senden.
Die Meinung der Community ist gespalten. Unter einem Steam-Diskussionsbeitrag zum Thema argumentieren manche Nutzer, dass Texte wie der auf der Infotafel im ersten Beispiel ohnehin nicht gelesen werden, während andere darauf bestehen, dass jegliche Form KI-generierter Inhalte offengelegt werden muss. Mit seiner Kennzeichnungspflicht ist Plattformbetreiber Valve jedenfalls auf der Seite der zweiten Gruppe.
Eines ist sicher: Generative KI wird schon jetzt in vielen Entwicklerstudios eingesetzt, und Fälle wie die von The Alters oder Black Ops 6 werden uns in Zukunft wohl noch häufiger begegnen. Wenn ihr währenddessen wissen wollt, warum The Alters abseits der KI-Problematik ein fantastisches Spiel ist, dann schaut gerne in unseren Test zum Survival-Spiel.
Quelle: Eurogamer.net
