Kippen, Krebs und Korruption: Jason Reitmans zynische Satire begleitet einen gewitzten, aalglatten Lobbyisten der amerikanischen Tabakindustrie
Skrupellos: Nick Naylor (Aaron Eckhart) ist jedes Mittel recht, um das Rauchen zu verteidigen
Ende 2006 ließ in Deutschland die Diskussion über eine bundesweite Gesetzgebung zum Schutz von Nichtrauchern die Politiker-Köpfe qualmen. Auch wenn man sich nicht auf eine einheitliche Vorgehensweise einigen konnte, erhitzt das Thema weiterhin die Gemüter. Wenn es nach dem Autor Christopher Buckley geht, dessen Romanvorlage Jason Reitmans Regiedebüt zugrunde liegt, dann sitzt irgendwo ein smarter PR-Profi, der sich im Auftrag der Zigarettenindustrie in diese Debatte eingemischt hat und sich nun angesichts des unrühmlichen Ausgangs grinsend die Hände reibt.
Dicke Luft!
Harte Nuss: Senator Finistirre (William H. Macy)
Nick Naylor (Aaron Eckhart) ist so ein Typ. Als Pressesprecher von Big Tobacco verteidigt er die Rechte der Raucher in der Öffentlichkeit. Dabei kennt der gewandte Redner keine Skrupel. Nick macht aus jeder Situation das Beste. Sein Talent, jedem Gegner das Wort im Mund herumzudrehen, lässt ihn für seine Arbeitgeber unbezahlbar werden.
So erfolgreich Nick im Job ist, so kompliziert ist sein Privatleben. Er ist geschieden, sein Sohn Joey (Cameron Bright) lebt bei der Mutter. Hinzu kommt eine Affäre mit der Nachwuchsjournalistin Heather Holloway (Katie Holmes), die ihn für ihre eigenen Zwecke benutzt.
Trio Infernale: Alkohol, Nikotin und Waffen
Eines Tages hat der Wortakrobat und Manipulationskünstler Nick einen heiklen Auftrag zu erledigen. Er soll nach Kalifornien reisen und dem todkranken Marlboro-Mann (Sam Elliott) einen Koffer mit Schweigegeld überreichen. Der Cowboy, der Generationen zum Rauchen verführte, die einstige Symbolfigur von Freiheit und Abenteuer, sitzt nun einsam auf einer Ranch und sieht sich mit der Diagnose Lungenkrebs konfrontiert.
Dicke Boni?
Todkrank: Der Marlboro-Mann (Sam Elliott)
Unter den Extras der Code 2-Disc finden sich zwei Audiokommentare. Im ersten enthüllt Nachwuchsfilmemacher Jason Reitman, der Sohn von Ivan Reitman ("Ghostbusters"), so manches Detail über die mit nur 6,5 Millionen US-Dollar gedrehte Produktion und die Unterschiede zur Buchvorlage. Vor allem die Rolle des Sohnes zu ändern, sei ihm wichtig erschienen.
Der zweite Kommentar lässt Hauptdarsteller Aaron Eckhart und seinen Kollegen, den US-Comedian David Koechner zu Wort kommen. Darüber hinaus erklärt Reitman anhand von 19 entfallenen Szenen, warum es manchmal unumgänglich ist, bestimmte Parts wieder aus dem fertigen Film herauszuschneiden -- selbst wenn es sich dabei um lieb gewonnene Aufnahmen handelt. Die Special Features wurden mit deutschen Untertiteln versehen.
