Teamfight Tactics im Beta-Check: Wie gut schlägt sich das Auto-Chess von Riot Games?
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Der Auto-Chess-Wahn ist in vollem Gange. Nach Dota Underlords wagen sich jetzt die League-of-Legends-Macher Riot Games an das populäre Genre. Das Moba begeistert Jahr für Jahr Millionen von Spielern, wie gut sich der Gigant jedoch als Auto Chess macht, erfahrt ihr bei uns im Beta-Check.
Das Konzept hinter Auto Chess interessiert euch zwar, aber ihr kennt euch mit Dota so gar nicht aus? Dann ist vielleicht Teamfight Tactics genau das richtige für euch. Dieses spielt im umfangreichen League-of-Legends-Universum von Riot Games. Ist allein durch die hohe Spielerzahl des Mobas bereits ein Erfolg gesichert oder konnten die Entwickler dem Auto-Chess-Genre ihre eigene Note aufdrücken? Wie gut ihre Umsetzung wirklich ist, erfahrt ihr in unserem Beta-Check.
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Die Auto-Chess-Formel im neuen Look
Teamfight Tactics spielt sich im Großen und Ganzen wie jedes andere Auto Chess. Zu Beginn der Partie wählt ihr in einer Art Karussell aus zehn Kandidaten euren Start-Helden. Damit ist man sofort im Spielgeschehen, da man mit seinen Mitspielern um die besten Einheiten konkurriert. Diese entspringen alle direkt aus der League-of-Legends-Welt Runeterra. Fans des Mobas sind also sofort mit den Fähigkeiten der Recken vertraut. Jede Einheit hat einen eigenen Seltenheitswert (Tier), welcher mit Zahlen von eins bis fünf bewertet wird. Nach dem ersten Auswählen kämpft ihr in drei Runden gegen die ebenfalls aus League of Legends bekannten Vasallen. Diese lassen mit etwas Glück Gegenstände fallen, durch die ihr eure Helden verstärken könnt. Garantierte Drops gibt es nur im Karussell, da dort jede Figur bereits mit einem Item ausgestattet ist.
Sollte das Glück also mal nicht mit euch sein, gibt es nur wenig, was ihr dagegen tun könnt. Das vermindert den Enthusiasmus zwar ein wenig, lenkt sonst aber kaum vom Spielspaß ab. Sobald ihr zwei Gegenstände gesammelt habt, könnt ihr diese zu einer mächtigeren Version kombinieren. So erschafft ihr beispielsweise aus einem übergroßen Stab, der euren Fähigkeitsschaden erhöht, und einem Rekursivbogen, der euern Helden schneller angreifen lässt, Guinsoos Wutklinge. Diese gibt euch einen unendlich-stapelbaren Buff, der pro automatischem Angriff eure Angriffsgeschwindigkeit um drei Prozent erhöht. Leider sind nicht alle Gegenstände so eindrucksvoll wie dieser und man hofft, unabhängig von den Einheiten die man besitzt, auf immer dieselben Items.
Quelle: PC Games
Zu Beginn jeder Partie streitet ihr euch um die besten Einheiten.
Direkt im Anschluss geht es mit drei PvP-Runden weiter, wovon jede 40 Sekunden dauert. Hier muss eure Soldatenkonstellation der eures Widersachers überlegen sein. Sollten auf beiden Seiten Figuren überlebt haben, kommt es zum Unentschieden und beide Spieler erhalten Schaden. Danach gibt es wieder eine Runde Karussell, diesmal jedoch dürfen sich nicht alle Spieler gleichzeitig ihren Helden aussuchen. Stattdessen haben Spieler mit weniger Leben Vorrang beim Auswählen. So kann es durchaus von Vorteil sein, in den ersten Runden absichtlich seine Lebenspunkte senken zu lassen. Außerdem schmälert es die Demoralisierung, sollte man mal mehrere Runde am Stück verlieren. Nun folgen zwei weitere PvP-Partien und ein Kampf gegen neutrale Monster, in welchem ihr wieder Items ergattern könnt. Danach wiederholt sich der Ablauf, einzig der Kampf gegen die Vasallen ist auf den Anfang des Spiels beschränkt.
Quelle: PC Games
Jede Einheit kann mit maximal drei Gegenständen ausgestattet werden.
Die Einheiten könnt ihr in normaler Auto-Chess-Manier bis auf Stufe drei aufwerten. Sobald ihr dreimal die gleiche Figur gesammelt habt, steigt diese wiederum eine Stufe auf. Für einen Helden der Stufe drei benötigt ihr insgesamt drei Stufe-Zwei-Charaktere. Solltet ihr keinen Platz mehr auf dem Schlachtfeld haben, bietet euch eure Bank neun Plätze, um Einheiten zu horten. Das Maximum an Kämpfern, die ihr platzieren könnt, hängt von eurem Level ab, bis hin zu einer Maximalstufe von Neun. Danach könnt ihr eure Armee nur noch durch einen spezifischen Gegenstand erweitern. Außerdem beeinflusst euer Level die Wahrscheinlichkeit mit der ihr Einheiten unterschiedlicher Tierstufe im Shop vorfindet.
So erscheinen Tier-Fünf-Helden erst, wenn ihr die sechste Stufe erreicht habt, dann jedoch auch nur mit einer Chance von 0,5 Prozent. Jede Figur kostet außerdem Gold abhängig von seiner Seltenheit. Gold erhaltet ihr, zusammen mit Erfahrungspunkten, nach Abschluss einer Runde. Zusätzlich verdient ihr einen extra Taler für zehn gesparte Münzen, bis hin zu fünf extra Groschen bei fünfzig Gold. Dies wird durch kleine Töpfe am Rande eurer Arena dargestellt. Außerdem erhöht eine Serie von Siegen beziehungsweise Niederlagen eure Goldgeneration. Auch die typischen Boni, solltet ihr genug Helden derselben Rasse beziehungsweise Klasse auf dem Feld stehen haben, sind mit dabei. So erhalten alle Klingenmeister eine Chance, einen weiteren Angriff pro automatischer Attacke auszuführen, sobald sie zu dritt sind. Das Maximum liegt bei zwei weiteren Angriffen bei sechs Gleichgesinnten. Einzig Ninjas bekommen ihren Buff nur, wenn sie sich entweder alleine oder zu viert auf dem Schlachtfeld befinden.
Ohne Taktik ist ein Sieg ausgeschlossen
Den Schaden, den man beim Verlieren einer Runde erhält, hängt wie auch in Dota Underlords davon ab, wie viele Einheiten des Gewinners überleben. Jedoch gibt jede übrig gebliebene Einheit
Quelle: PC Games
Sobald der Kampf beginnt, geschieht alles automatisch.
wesentlich mehr Schadenspunkte. Solltet ihr eine Runde verlieren, in der eine Level-Zwei-Tier-Fünf-Einheit und zwei Level-Drei-Tier-Vier-Einheiten überlebt haben, sinken eure Lebenspunkte um 22 - zwei für das Verlieren und jeweils sechs pro Tier fünf und sieben für jede Tier vier Einheit. In einer Runde 30 Leben zu verlieren ist also keine Seltenheit. Diese hohen Schadenszahlen bei gerade mal 100 Gesamtlebenspunkten sorgen dafür, dass eine Partie oft nicht länger als 30 Minuten dauert. Dies bringt jedoch eine wesentlich schnellere Spielerfahrung, die ganz und gar nicht schlecht ist. Das Spiel bietet außerdem genug taktische Möglichkeiten, um ein frühes Ausscheiden zu verhindern. So könnt ihr zu jeder Zeit die Spielfelder eurer Widersacher betrachten. Da alle Figuren aus einem gemeinsamen Topf kommen, ist es beispielsweise ratsam sich nicht auf Assassinen zu konzentrieren, sollten damit bereits drei andere Spieler angefangen haben.
Noch dazu kann es im späteren Spielverlauf nützlich sein, die Aufstellung eures Bataillons auf dem 7x3-Grid, der Aufstellung eures Gegners anzupassen. Assassinen haben die Eigenschaft, dass sie auf den am weitesten entfernten Feind springen, was unter normalen Umständen die Fernkampfeinheiten sind, die für einen Sieg oft eine wichtige Rolle spielen. Gibt es in einem Match also viele Assassinen-Spieler, ist es von Vorteil, eine Art Schildkröten-Formation in einer der Ecken zu bilden, sodass jede Seite eurer Fernkämpfer geschützt ist. Gegen welchen Kontrahenten ihr bestehen müsst, wird zwar zufällig ausgewählt, sobald jedoch nur noch zwei bis drei Mitspieler übrig sind, ist eine Adaption an ihre Taktik unabdingbar. Für alle taktischen Entscheidungen habt ihr nach jeder Runde 30 Sekunden Zeit. Wirkt ein Gegner zu stark könnt ihr auch eure Goldreserven nutzen, um schnell eine Stufe aufzusteigen und so die letzte Einheit eurer Komposition aufs Feld bringen. Oder ihr benutzt es um die fünf angebotenen Champions zu ändern, um durch Glück eine euch fehlende Einheit zu ergattern. Für den Fall, dass euer momentanes Angebot perfekt ist, ihr jedoch diese Runde zu wenig Gold habt, um alles zu kaufen, bietet das Spiel an eure derzeitige Auswahl festzusetzen. So könnt ihr in der nächsten Runde die übrigen Helden erwerben. Sind durch das Ausscheiden eines Widersachers eine ungerade Anzahl Spieler übrig, lässt das Spiel euch gegen einen Doppelgänger eines anderen Kontrahenten antreten. Diesen fehlt jedoch einiges an Kampfkraft des Originals.
Quelle: PC Games
Am Ende jedes Zyklus steht ein Kampf gegen eine neutrale Einheit aus dem League-of-Legends-Universum an.
Gute Aussichten für die Zukunft
Teamfight Tactics befindet sich momentan in einer Open Beta. Ladet euch einfach den League-of-Legends-Client herunter und ihr könnt selbst kostenlos das Auto-Chess von Riot Games spielen. Die Entwickler haben sich bereits zu den Beschwerden über das Item-RNG geäußert und versprechen Verbesserung. Eine neue Einheit, die höchstwahrscheinlich Pirate/Sorcerer sein wird, wurde mit Twisted Fate ebenfalls angekündigt. Zusätzlich ist ein Ranked-Modus bereits auf den Testservern. Wichtig anzumerken hier ist, dass man nicht nur im Rang aufsteigt, wenn man gewinnt. Bis zum vierten Platz wird man normalerweise eine Steigerung seiner Ranglistenplatzierung verbuchen können. Auch das erste offizielle Turnier über Twitch Rivals wurde bereits angekündigt und Riot Games will versuchen, mit jedem League of Legends Patch auch Neuerungen zu Teamfight Tactics zu veröffentlichen. Zu diesem Zeitpunkt haben sie bereits ein Beta-Rewards-Program gestartet, durch das ihr verschiedene Missionen abschließen und so Skins für euren In-Game-Avatar oder eure Arena freischalten könnt.
Quelle: Pc Games
Die verschiedenen Skins, genannt Little Legends, lassen sich in-game über Lootboxen freischalten. Für jede der sechs Little Legends gibt es sechs Farbvarianten und noch mal bis zu drei Stufen. Eine Stufe steigt man auf, wenn man eine Farbvariante, die man schon besitzt, erneut in einer Lootbox zieht. Bei etwa 35 Euro pro elf lootboxen kommt man da auf einen beträchtlichen Betrag.
Wirklich für jeden Zugänglich
Technisch sollte mit dem Titel auch der älteste Rechner nicht überfordert sein, denn Teamfight Tactics verzichtet auf knallige Effekte und das Gameplay steht im Vordergrund. Da es sich den Client mit League of Legends teilt, kommt es aufgrund der sowieso schon hohen Spielerzahl letzteren nie zu langen Wartezeiten, um in ein Match zu gelangen. Einzig Serverausfälle können unser Spielvergnügen vermiesen. Da schaut man dann auch mal öfters nach, wann denn die Server wieder oben sind.
Denn alles in Allem macht Teamfight Tactics wirklich Spaß. Man hat auch als Genreneuling sofort den Bogen raus und durch die umfassenden Informationen, die man online findet, hat man schon sehr bald gute Chancen, einen Sieg zu erringen. Teamfight Tactics ist definitiv ein würdiger Kontrahent für Dota Underlords von Valve und wir freuen uns zu sehen, was die Zukunft für das Auto-Chess-Genre bereithält.
