Oder auch: Manche Entwickler sollten besser Wortspiele statt Actionspiele entwerfen ...
Laut Handbuch handelt es sich bei Tanks A Lot um »das actiongeladene Remake eines beliebten Klassikers«. Welcher genau dahinter steckt, verrät die Anleitung allerdings nicht. Wir tippen auf das uralte Tanks, einem zu 8-Bit-Zeiten tatsächlich recht populären Simpelspielchen. Dafür spricht unter anderem, dass Tanks A Lot genau wie das vermutliche Vorbild vor allem zu zweit Spaß macht -- allerdings kooperativ statt gegeneinander.
Die Panzer-Brüder
Mangels Netzwerkmodus drängeln sich die beiden Recken vor der gleichen Tastatur. Der eine klammert sich an die Pfeiltasten, der andere an WASD. Den Feuerknopf sollten beide nicht loslassen, denn an Kontrahenten herrscht kein Mangel. Per Fallschirm trudeln allerhand Jeeps, Raketenwerfer und Tanks in allen möglichen Formen und Bewaffnungen ein. Die drängeln sich auf quadratischen Modellbaulandschaften, die mal Eiswüsten, mal Farmen, mal Bahnhöfe nachstellen. Viele Gegner hinterlassen nach ihrem von farbenprächtigen Explosionen begleiteten Ableben diverse Extras, mit denen sich die beiden Spielerfahrzeuge mit besseren Waffen, schnelleren Motoren oder Energieschilden aufrüsten lassen. Sind alle Finsterlinge vom Bildschirm geputzt, geht es in den nächsten der 55 Level.
Einsam und verlassen
Die Szenarien sind in beiden verfügbaren Spielmodi die gleichen, nur die Aufgaben unterscheiden sich. Im ersten Modus gilt es, das eigene Hauptquartier zu beschützen und die gegnerische Basis auszuschalten. Im zweiten gibt es keine festen Installationen, dafür umso mehr Feinde.
Natürlich kann man Tanks A Lot alleine zocken. Spaß kommt dabei aber bestenfalls ein paar Minuten auf. Mehr gibt das Simpel-Spielprinzip einfach nicht her, zumal Gegnervielfalt und Extrawaffensysteme zu wünschen übrig lassen. Dafür dürfen sich Besitzer von antiken Computersystemen freuen: Tanks A Lot läuft bereits mit 400 MHz und TNT 2 .
Rüdiger Steidle
