Tales of Xillia 2 im Test: Charakterrückentwicklung; wortkarger Weltenretter + Wertung

Test Viktor Eippert
Alte Bekannte: Fans des Vorgängers können sich auf ein Wiedersehen aller Helden aus Tales of Xillia freuen. Natürlich sind auch Elize, Teepo und Rowen wieder mit an Bord.
Quelle: Computec Media GmbH

Tales of Xillia 2 im Test für die PlayStation 3: Im zweiten Ausflug nach Rieze Maxia treffen alte Stärken auf neue Experimente. Doch die Mischung geht nicht ganz auf. Warum Tales of Xillia 2 ein klarer Rückschritt zum Vorgänger ist, aber trotzdem ein gutes Rollenspiel, erfahrt ihr in unserem ausführlichen Test.

Charakterrückentwicklung

Während die Kämpfe also immer noch richtig Spaß machen, wurde die Charakterentwicklung im Gegensatz zum Vorgänger versimpelt. Wo Tales of Xillia noch auf ein cooles Fähigkeiten-Netz setzte, geht die Verbesserung von Helden im zweiten Teil beinahe automatisch vonstatten. Diesmal kommt die sogenannte Alliumkugel zum Einsatz, für die ihr im Verlauf des Spiels verschiedene Extraktoren erbeutet und verbessert. Welche Fähigkeiten, Artes und Statusboni ein Held erlernt, hängt davon ab, welchen Extraktor er ausrüstet hat. Danach müsst ihr nur noch Elementarerz sammeln, das ihr entweder in Kämpfen erbeutet oder in der Spielwelt findet. Da man stets nur eine kleine Menge der als Nächstes zu erlernenden Fähigkeiten sieht, ist eine zielgerichtete Charakterentwicklung praktisch unmöglich. Überhaupt ist das System nicht sehr intuitiv, da man kaum ein Gefühl dafür bekommt, wann sich der Wechsel des Extraktors lohnt.

Wortkarger Weltenretter

Ganz neu in ToX 2 sind regelmäßige Entscheidungen, die ihr mit Ludger während Dialogen oder an bestimmten Schlüsselstellen im Spiel fällt. Meistens wählt ihr dazu einfach nur zwischen zwei verschiedenen Dialogoptionen, hin und wieder stehen aber auch etwas ernstere Entscheidungen an. Auf den Gesamtverlauf der Handlung wirken sich eure Entscheidungen nicht aus, ihr bekommt lediglich andere Szenen und Dialogzeilen zu sehen respektive zu hören. Die Sache hat aber einen nicht zu kleinen Haken: Da man Ludgers Antworten beeinflusst und sich somit mit ihm als Hauptfigur identifizieren soll, haben sich die Entwickler dazu entschieden, ihn (fast komplett) stumm zu machen.

Trostlos: Viele Areale sind öde gestaltet und auffällig detailarm. Überhaupt ist die Grafik mit ihren verwaschenen Texturen einfach nicht mehr zeitgemäß. Quelle: Computec Media GmbH Trostlos: Viele Areale sind öde gestaltet und auffällig detailarm. Überhaupt ist die Grafik mit ihren verwaschenen Texturen einfach nicht mehr zeitgemäß. Bis auf regelmäßiges Stöhnen und Seufzen sowie einsilbige Antworten der Marke "Ja", "Okay" oder "Was?" gibt Ludger grundsätzlich keinen Mucks von sich. Wir fragen uns wirklich, was die Entwickler da geritten hat. Ein stummer Protagonist mag in einem Ego-Abenteuer wie Skyrim funktionieren, doch in einem Tales-Spiel, das maßgeblich von den Interaktionen zwischen den Charakteren lebt, wirkt ein stummer Protagonist wie ein Fremdkörper. Das ist insbesondere deshalb schade, weil die Gruppendynamik in Tox 2 abseits von Ludger wieder richtig klasse ist. Die Charaktere sind super vertont, harmonieren gut miteinander und scherzen regelmäßig mit- oder übereinander. Verstärkt wird das durch die erneut wunderbar witzigen Plaudereien, die ihr euch serientypisch an vielen Stellen im Spiel optional ansehen könnt und auch unbedingt solltet! Obendrein habt ihr in ToX 2 nun die Möglichkeit, Ludgers Freundschaft mit allen anderen spielbaren Figuren zu vertiefen.

Das geschieht unter anderem automatisch durch Verlinkung in Kämpfen, aber auch durch eure Wahl von Dialogoptionen und die Nutzung von Items. Und das lohnt sich, denn einerseits schenken euch die Gruppenmitglieder nützlichen Kram und andererseits schaltet ihr an vielen Stellen im Spiel Bonusszenen mit den jeweiligen Charakteren frei, sofern euer Freundschaftslevel hoch genug ist. Außerdem hat jeder Held eine eigenen, mehrere Kapitel umfassenden Nebenhandlungsstrang, der darauf eingeht, wie die Jyde, Elize, Rowen, Alvin, Leia und der Rest vom Heldenfest mit der neuen Situation seit den Ereignissen des Vorgängers umgehen und welchen Zielen die Jungs und Mädels nun nachgehen. Auf diese Weise vertieft ihr ebenfalls Ludgers Freundschaft zu den anderen Helden und erfahrt zudem mehr über die Figuren.

Meinung

Wertung zu Tales of Xillia 2 (PS3)

Wertung:

8.0 /10
Pro & Contra
Tolle Charaktere, schöne GruppendynamikLauniges KampfsystemNebengeschichten, FreundschaftssystemWitzige Plaudereien lockern Handlung auf
Stummer Protagonist kostet AtmosphäreDerbes Recycling, Spielzeitstreckung

Bildergalerie

  1. Seite 1 Tales of Xillia 2 im Test: Selbst für Zwegat 'ne harte Nuss
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