Tales of Arise in der Vorschau + Video: Mit erwachsener Story und actiongeladenen Kämpfen auf den JRPG-Thron?
Special
Kurz nach ihrem 25. Geburtstag bekommt die altehrwürdige Tales-of-Reihe einen neuen Ableger spendiert, der mit erwachsenem Setting, neuem Grafikstil und einem dezent überarbeiteten Kampfsystem punkten will. Wir haben uns durch das erste Kapitel des JRPGs gekämpft und prognostizieren, dass Tales of Arise eins der besten Rollenspiele des Jahres wird!
Denkt ihr bei JRPGs sofort an viel zu bunte Optik, klischeebeladene Charaktere und platte Storys mit jeder Menge Fanservice? Dann könnte Bandai Namcos Tales of Arise vielleicht eure Meinung ändern. Denn der neue Ableger der Reihe will eine packende Geschichte erzählen, die sich mit tiefgründigen Charakteren und ernsten Themen vom Happy-Go-Lucky-Schema vieler anderer JRPGs abhebt.
Wir konnten den Prolog des neuen Tales-of-Abenteuers durchspielen und verraten euch, ob Arise seinen hohen Ambitionen gerecht wird!
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Geschichten von Sklaverei und Ausbeutung
Quelle: Bandai Namco
Die mysteriöse Shionne birgt so einige Geheimnisse. Wir sind gespannt, wie sich die Beziehung zwischen ihr und Alphen im Spielverlauf entwickelt!
Das Spiel erzählt die Geschichte des ausgebeuteten Volkes der Dahnäer, die seit Jahrhunderten von der Nation Rena unterdrückt, versklavt und ihrer Ressourcen beraubt werden. Die Bewohner des Planeten Dahna werden zu harter Arbeit in Sklavenkolonien gezwungen und mit den Geistkernen gebrandmarkt, die den Menschen die Lebenskraft entziehen und sie an die Anführer Renas übermitteln. Denn die imperialistischen Herrscher befinden sich im Wettstreit. Wer Dahna die meiste Energie entziehen kann, befördert sich an die Spitze der Macht. Doch, wie sollte es anders sein, es regt sich Widerstand bei den Dahnäern. Und der wichtigste Teil dieser Freiheitsbewegung seid natürlich ihr!
Ihr spielt den an Amnesie leidenden Alphen, der wegen seiner eigenwilligen Kopfbedeckung nur als "Eisenmaske" bekannt ist. Eines Tages werdet ihr bei der Arbeit im Sklavenlager Zeuge, wie eine mysteriöse Frau aus einem Gefangenentransport der Renäer ausbricht.
Hals über Kopf entschließt sich Eisenmaske dazu, mit ihr zusammen zu flüchten und sich der Widerstandsbewegung anzuschließen. Und schon der Prolog macht deutlich: Obwohl die Prämisse auch für JRPG-Verhältnisse nicht unbedingt neu ist, fällt die Geschichte der Spielwelt eindringlich und überraschend düster aus.
Quelle: Bandai Namco
Tales of Arise beginnt in einer Gesteinswüste, später dürft ihr euch aber auch in grüner Prärie und eisigem Gebirge die Beine vertreten.
Das liegt auch an den gut geschriebenen und interessanten Charakteren, die dem Spiel einen angenehm bodenständigen, erwachsenen Touch verleihen, ohne dabei die nötige Prise Humor zu vergessen. Auch nach dem Prolog wissen wir noch nicht viel über die beiden Hauptfiguren. Wir sind jedoch guter Dinge, dass sich um ihre vielen Geheimnisse und ihre interessante Beziehung zueinander eine spannende und vor allem umfangreiche Geschichte entspinnen wird. Schon der Einstieg war mit knapp vier Stunden jedenfalls sehr gehaltvoll.
Geschichten von weinenden Teufeln
Quelle: Bandai Namco
In den flotten Kämpfen sind eure Fähigkeiten am Controller ebenso wichtig, wie die Skills eurer Charaktere.
Wenn ihr euch nicht gerade stilvoll präsentierte Zwischensequenzen anseht oder den vielen gut geschriebenen Dialogen lauscht, macht ihr in Tales of Arise (jetzt kaufen 99,99 € ) vor allem eines: kämpfen! Und das geht serientypisch in abgetrennten Arenen und mit einem starken Fokus auf griffige Echtzeit-Action vonstatten. Im Prolog seid ihr nur zu zweit unterwegs, später soll sich eure Party auf bis zu vier Charaktere gleichzeitig erweitern. Steuern könnt ihr immer nur einen Helden gleichzeitig, während die anderen Figuren automatisch einer sehr vielseitig anpassbaren Strategie folgen. So könnt ihr etwa eine Lebenspunkte-Grenze festlegen, ab der die mit einem Sniper-Gewehr bewaffnete Shionne ihren Heilzauber spricht, oder einstellen, ob ihr lieber mit Items aufgepäppelt werden wollt.
Quelle: Bandai Namco
Im Prolog mit nur zwei Kämpfern gleichzeitig waren die Kämpfe trotz Effektfeuerwerk noch stets übersichtlich. Ob das zu viert auch noch so ist?
Neben Standardcombos beharkt ihr Gegner mit freischaltbaren und auflevelbaren Fähigkeiten, die rein auf individuellen Cooldowns basieren, und nicht etwa auf einer MP-Leiste für eure ganze Party. Ihr müsst also keine Angst haben, dass eure KI-Kollegen achtlos eure wertvollen Mana-Punkte verheizen. Mit besonderen, durch Treffer aufladbaren Fähigkeiten könnt ihr eure Verbündeten darüber hinaus auch gezielt herbeirufen. Dann holt eure Scharfschützen-Begleiterin etwa fliegende Gegner mit einem durchschlagenden Schuss vom Himmel, damit Alphen sie am Boden vermöbeln kann. Besonders cool: Durch kluge Positionierung könnt ihr neben eurem anvisierten Gegner noch weitere Feinde in die Schussbahn holen.
Auf Wunsch übernehmt ihr in- und außerhalb der Gefechte jederzeit selbst die Kontrolle über eure Partner. Im Prolog war das jedoch selten nötig, denn die KI macht beim Angreifen und Ausweichen einen sehr guten Job. Wer will, kann nicht nur den Schwierigkeitsgrad in vier Stufen justieren und damit mehr Belohnungen einsacken, sondern die Kämpfe auch halb- oder sogar vollautomatisch ablaufen lassen. Eine nette Option, aber wir würden euch nicht empfehlen, auf das sehr gelungene Kampfsystem von Tales of Arise zu verzichten. Mit Zeitlupen-Ausweichrollen, kombinierbaren Attacken, krachenden Finishern und abwechslungsreichen feindlichen Angriffsmustern kommen die Gefechte dem Spaßfaktor eines Hack & Slays ziemlich nahe!
Geschichten im Anime-Aquarellstil
Quelle: Bandai Namco
Einen imposant inszenierten Bosskampf dürft ihr auch im Prolog schon bestreiten.
Feinden begegnet ihr entweder an festen Punkten in der Story, oder bei Erkundungstrips durch die abgetrennten Areale der Spielwelt. Das feurige Bergbau-Gebiet Calaglia, in dem der Prolog stattfindet, ist zwar nicht besonders groß. Überall versteckte Ressourcen für Waffenupgrades, optionale Boss-Monster und andere Secrets laden aber immer wieder zum Erkunden ein. Wollt ihr eure separate Manaleiste für Heilzauber wiederherstellen, rastet ihr an Lagerfeuern. Dort könnt ihr euch außerdem an Kochrezepten versuchen, die euch temporäre Buffs verleihen, optionale und witzige Gespräche aktivieren, um die Charaktere besser kennenzulernen, und euch frühere Zwischensequenzen nochmal ansehen.
Quelle: Bandai Namco
Sobald das Porträt eines Charakters unten links leuchtet, dürft ihr ihn für eine durchschlagende Attacke herbeirufen.
Apropos Zwischensequenzen: Die sind, genau wie der Rest des Spiels, in einer hübschen Mischung aus Anime- und Aquarell-Stil gehalten. Die Unreal Engine 4 verleiht Tales of Arise trotz teils etwas dröge designter Dungeons einen sehr edlen und detaillierten Look, der sich auf die optischen Stärken der Reihe besinnt und trotzdem sichtlich modern und aufgefrischt daherkommt. Ihr seht schon: Wir haben nach unserer Anspiel-Session ziemlich wenig zu meckern, dementsprechend knapp fällt auch unsere Liste an gewünschten Verbesserungen für die Vollversion aus. Das Kampfsystem darf im Spielverlauf gerne noch mehr Möglichkeiten eröffnen, die Attacken unserer Partymitglieder miteinander zu verketten und die Umgebungen könnten eine Spur größer und abwechslungsreicher sein. Außerdem hoffen wir, dass Tales of Arise seinen erwachsenen Touch beibehält und sich nicht zu sehr in Anime-Klischees verliert.
Schafft es das Spiel jedoch, das sehr hohe Niveau des Prologs über seine gesamte Spielzeit zu halten, dann steht uns am zehnten September ein heißer Kandidat für das Rollenspiel des Jahres ins Haus!
Wollt ihr euch selbst ein Bild vom JRPG-Hit verschaffen, könnt ihr ab dem 18. August auf Playstation und Xbox in eine kostenlose Demoversion hineinschnuppern, die euch einen späteren Ausschnitt des Spiels zeigt. Die Vollversion erscheint am 10. September 2021 für PC (Steam), PS5, PS4, Xbox Series S/X und Xbox One.
