The Elder Scrolls Online steht nach den Entlassungen bei Microsoft und Xbox unter Druck. Ein ehemaliger Entwickler erhebt nun schwere Vorwürfe und erklärt, wie wichtig TESO für Bethesda gewesen sein soll.
Für The Elder Scrolls Online reißen die schlechten Nachrichten gerade nicht ab. Erst wurde bekannt, dass die aktuellen Entlassungen bei Microsoft und Xbox auch Zenimax schwer treffen.
Nun meldet sich ein ehemaliger Entwickler zu Wort und macht deutlich, wie viel TESO (jetzt kaufen 69,95 € ) für Bethesda geleistet haben soll und wie wenig Unterstützung das Team seiner Ansicht nach dafür bekam.
Andrew Young, der von 2012 bis 2024 als Senior Content Designer an The Elder Scrolls Online gearbeitet hat, machte seinem Ärger auf X Luft. Er sei einfach nur wütend, schrieb er sinngemäß. Viele würden nie erfahren, wie viel Herzblut, Arbeit und Kraft in TESO tatsächlich geflossen sei.
Besonders hart ist seine Aussage, dass TESO laut ihm andere scheiternde Projekte mitfinanziert habe, während das eigene Team nie genug Ressourcen bekommen habe, um den straffen Veröffentlichungsrhythmus wirklich sauber halten zu können.
Konkrete Projekte nennt Young nicht. Im Raum stehen könnten aber frühere Ableger wie The Elder Scrolls: Blades oder The Elder Scrolls: Legends, die inzwischen eingestellt wurden.
"Es ist wirklich kaum noch jemand übrig"
Noch bitterer klingt Youngs Blick auf das Team selbst. Nach Gesprächen mit früheren Kollegen habe er das Gefühl, dass kaum noch jemand übrig sei. Für ihn sei das ein echter Verlust, nicht nur für das Spiel, sondern auch für das Team und das Studio, das TESO über so viele Jahre getragen hat.
Das passt zu den bisherigen Berichten über die Entlassungen bei Zenimax. Im Raum steht weiterhin die Zahl, dass bis zu die Hälfte des TESO-Teams betroffen sein könnte. Offiziell bestätigt ist dieser Umfang zwar nicht, aber auch die spätere Klarstellung von Senior Content Designer Katherine Souza klingt nicht gerade beruhigend: Mit dem "halben Team" seien vor allem aktive Entwickler gemeint gewesen, die direkt an Updates, Events und Dungeons arbeiten. Und genau das ist bei einem MMO natürlich ein harter Einschnitt.
TESO war offenbar ein echter Geldbringer
Besonders bitter wird die Sache, wenn man bedenkt, dass The Elder Scrolls Online keineswegs ein kleines Nischenprojekt ist. Laut dem Bericht soll das MMO über seine bisherige Laufzeit mehr als 2 Milliarden US-Dollar eingespielt haben.
TESO läuft seit 2014, hat eine treue Community und ist für viele Elder-Scrolls-Fans seit Jahren die beste Möglichkeit, regelmäßig nach Tamriel zurückzukehren. Gerade weil es um die Hauptreihe seit langer Zeit eher ruhig ist, hatte TESO immer auch eine besondere Rolle. Es war nicht nur irgendein Online-Rollenspiel, sondern für viele Fans der lebendigste Teil von Elder Scrolls.
TESO läuft weiter, aber die Pläne ändern sich
Ganz am Ende scheint The Elder Scrolls Online nach aktuellem Stand nicht zu stehen. Community Manager Jessica Folsom hat im offiziellen Forum betont, dass das Team weiter hinter TESO steht. Auch Saison Eins soll wie geplant starten.
Trotzdem bleiben die Entlassungen nicht ohne Folgen. Die bereits vorgestellten Roadmaps müssen überarbeitet werden. Das Team will nun prüfen, was unter den neuen Umständen realistisch machbar ist, und später einen aktualisierten Zeitplan vorlegen.
Für die Community ist das ein harter Dämpfer. TESO hat jahrelang davon gelebt, dass regelmäßig neue Kapitel, Dungeons, Events und Updates kamen. Wenn nun ausgerechnet die Entwickler betroffen sind, die genau daran arbeiten, dürfte es schwer werden, dieses Tempo zu halten.
Am Ende bleibt ein bitterer Eindruck: TESO läuft zwar weiter, doch die Entlassungen treffen ausgerechnet ein Spiel, das Bethesda über Jahre stark getragen haben soll.
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