Syriana

Test Marc Kirzeder

Für seine Performance erhielt Clooney einen "Oscar" -- doch eigentlich spielen hier Öl, Macht und Korruption die Hauptrolle

Der 41-jährige Autor und Regisseur Stephen Gaghan hat eine Vorliebe für kontroverse Themen. So schrieb er nach etlichen Skripts für TV-Serien das Drehbuch zu dem Militärthriller "Sekunden der Entscheidung", den William Friedkin ("Der Exorzist") im Jahr 2000 mit Samuel L. Jackson und Tommy Lee Jones verfilmte. Es folgte das 2001 mit dem "Oscar" ausgezeichnete Drehbuch zu "Traffic -- Die Macht des Kartells". Mit dem Politthriller "Syriana" lieferte der ambitionierte Filmemacher Gaghan seine zweite Regiearbeit ab.

Wer in Zeiten von Globalisierung und Energiekrisen den internationalen Ölhandel kontrolliert, der regiert die Welt. Das weiß auch CIA-Agent Bob Barnes (George Clooney). Seit Jahren wickelt er für den amerikanischen Geheimdienst im Nahen Osten dubiose Waffengeschäfte ab und arrangiert im Bedarfsfall auch Attentate auf Personen, die den USA ein Dorn im Auge sind.

Als er den Auftrag erhält, den arabischen Thronfolger Nasir Al-Subaai (Alexander Siddig) auszuschalten, weil dieser die Bohrlizenz seines Landes an die aufstrebende Wirtschaftsmacht China verkauft hat, gerät Barnes selbst in einen Strudel aus Verrat und Korruption.

Anspruchsvolles Kino

Etwas Licht in die komplexe Story bringt die Featurette "Make a Change, make a Difference" (ca. 11 Min.). Hier spricht u.a. Autor und Regisseur Stephen Gaghan darüber, dass ihn die aktuelle Entwicklung der milliardenschweren Energiewirtschaft auf die Idee zu seinem Film gebracht habe. Bei dieser Gelegenheit stellt er sich selbst ironisch die Frage, ob es denn angesichts des Verbrauchs seines 66er-Pontiac-GTO-Cabrios nicht schon fast an Patriotismus grenze, so ein Auto zu fahren.

Wer mehr über George Clooneys Rolle als CIA-Agent Bob Barnes wissen möchte, dem hilft der sympathische Superstar und Koproduzent von "Syriana" in "Eine Unterhaltung mit George Clooney" (ca. 10 Min.) persönlich auf die Sprünge. Auf seine gewichtige Erscheinung und den Vollbart angesprochen, antwortet der 46-jährige Schauspieler verschmitzt, dass es ihm nie leichter gefallen sei, in Los Angeles "keinen" Tisch in einem angesagten Restaurant zu bekommen. In Wirklichkeit sollte der Look laut Clooney verdeutlichen, dass es sich bei Bob Barnes um einen Agenten am Ende seiner Karriere handele.

Drei entfernte Szenen und der Original-Kinotrailer vervollständigen das überschaubare Bonusmaterial. Alle Extras mit deutschen Untertiteln.

Fazit

Film-Check: Stephen Gaghans ambitionierter Film stellt höchste Ansprüche an den Zuschauer: Man sollte sich schon gut auskennen, was die politischen Zusammenhänge innerhalb der Ölpolitik der Vereinigten Staaten anbelangt.Wer sich also nicht bereits im Vorfeld mit der komplexen Thematik beschäftigt hat, der könnte angesichts der vielen parallel ablaufenden Handlungsstränge schnell den Überblick verlieren. Doch an der nonlinearen Erzählweise mag sich auch stoßen, wer sich auf diesem Feld bestens auskennt. Filmfans, die sich daran nicht stören, bekommen einen erstklassigen Politthriller mit Topbesetzung und einem höchst aktuellen Bezug zu sehen.
DVD-Fazit: Auch wenn bei dem politisch motivierten Film vor allem der Inhalt zählt, ist die Technik gut gelungen. Das Bild gefällt, der Sound ordnet sich den Dialogen unter. Die wenigen Extras klären über die Hintergründe auf.

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