Surviving Mars Vorschau: Keine Idioten im Weltall oder wie wir lernten, Mysterien zu lieben
Special
Koch Media lud in München zu einer Spielsession von Surviving Mars ein, der neuen Aufbausimulation der Tropico-Macher. Im roten Sand haben wir viel gelernt und gebaut - und Bekanntschaft mit einem waschechten Mysterium geschlossen. Wir verraten, wie wir die Überlebenschancen des charmanten Titels einschätzen.
Warum sich denn mit einem Planeten begnügen, wenn man auch weitere Himmelskörper ausbeuten besiedeln kann? Surviving Mars (jetzt kaufen ) ist ein Aufbaustrategiespiel von Haemimont Games, den Machern von Tropico 4 und Tropico 5. Das grundlegende Spielprinzip von Surviving Mars haben wir an dieser Stelle zusammengefasst, dank eines Besuchs bei Koch Media können wir euch nun allerdings einen etwas persönlicher gefärbten Vorschaubericht vom Besuch auf dem roten Planeten bieten.
Freiwillige vor
Die Idioten müssen auf der Erde bleiben! Bei den Rekrutierungsvorgaben für unsere erste Marssiedlung zeigen wir uns knallhart und sortieren speichelfadenbenässte Dorftrottel, Kleinkinder, Suchtkranke und Rentner rigoros aus. Nur die Elite der Gesellschaft hat das Privileg, unter den Kuppeln eine neue Heimat zu finden - jedenfalls vorerst. Dann meint es der Zufallsgenerator von Surviving Mars auch noch besonders gut mit uns und schickt einen waschechten Prominenten mit der Rakete daher! Wir sind begeistert, denn der Star generiert durch seine Bekanntheit und Beliebtheit zusätzliche Sponsorengelder.
Ein kleiner Schritt
Nach einer kurzen Einweisung in die Grundlagen bei einer bereits bestehenden, mittelgroßen Siedlung legen wir den Grundstein unserer eigenen Kolonie auf dem roten Planeten.
Quelle: Paradox
Kuppeln gibt es in unterschiedlichen Größen. Anfangs reichen die kleinen Versionen, allerdings wird eure Bevölkerung wachsen und irgendwann mehr Platz (und Rohstoffe!) benötigen.
Bevor sich Menschen gefahrlos auf dem Mars ansiedeln können, müssen wir eine Menge Vorarbeit leisten. So brauchen diese fragilen, kohlenstoffbasierten Wesen zum Beispiel Luft und Wasser zum Überleben. Und unsere H2O- und O2-Generatoren funktionieren nur mit Strom, den wir uns mit Hilfe von Solarpaneelen und Windkraft beschaffen. Eine gute Mischung beider Energiequellen ist zu empfehlen, denn in der Nacht produzieren die Solaranlagen keine Elektrizität und die Turbinen sind bei Windstille nutzlos. Um solche Durststrecken zu überwinden, brauchen wir Batterien, einen Vorrat an Luft und Wasser sollten wir ebenfalls anlegen. Während unsere kleinen Hilfsroboter den Aufbau technischer Anlagen übernehmen, lassen wir Erkundungs- und Abbau-Fahrzeuge ausschwärmen, die nach Rohstoffen wie seltene Erden Ausschau halten. Bei der Platzwahl haben wir zum Glück darauf geachtet, dass sich in unserer Nähe Ressourcen befinden.
Reise in einer verrückten Rakete
Erst, wenn wir ausreichend Vorräte angelegt haben, kümmern wir uns um die Vorbereitungen für den Empfang der ersten menschlichen Bewohner. Surviving Mars ist ein (dem Genre entsprechend) ruhiges Spiel, wir pausieren das Geschehen bei Bedarf und konsultieren Statistiken bei der Planung der Weltraumsiedlung. Schließlich haben wir genug Rücklagen, um die erste Rakete voller Aussiedler willkommen zu heißen. Wir errichten in der Zeit, die das Raumschiff bis zur Landung auf dem Mars benötigt, die erste Kuppel mitsamt Apartements und einer Farm, auf der wir genmanipulierten Superweizen anbauen - wenn man auf dem Mars leben möchte, muss man eben Abstriche beim Abwechslungsreichtum der Ernährung machen! Dazu kommen noch eine Bar und ein hübscher Park, damit die Grundbedürfnisse der Einwohner nach Unterhaltung, Freizeit und Arbeit gedeckt sind, dann landet die Menschenfracht auch schon neben unserem Terrarium (oder sollten wir es besser Martisarium nennen?)
Wirklich mysteriös
Statt wilden Stämmen sind unsere Feinde das lebensfeindliche Klima, Rohstoffengpässe oder Naturkatastrophen - zumindest, wenn wir die Option "Mysterium" deaktivieren. Sogenannte Mysterien sind unerklärliche Phänomene, die zufällig erscheinen (es gilt: maximal ein Mysterium pro Spielstand). In unserem Fall tauchen eines Tages rätselhafte schwarze Blöcke neben einer unserer Windturbinen auf.
Quelle: Paradox
Unsere unbemannten Forschungsfahrzeuge sammeln Ressourcen und erkunden die Umgebung unserer Siedlung.
Wir schicken unsere Wissenschaftler los, doch die sind zunächst ratlos. Dank der Kuben haben wir allerdings Zugriff auf neue Forschungsprojekte! Nach einer Weile bilden sich Gruppen innerhalb unserer Bevölkerung, der die stetig wachsende Würfelmenge am Rand der Basis natürlich nicht entgangen ist. Die einen fürchten das Mysterium, die anderen verehren es und eine dritte Gemeinschaft möchte mit Hilfe der Blöcke eine neue Evolutionsstufe erreichen. Als Großverwalter der Marskolonie ist es uns überlassen, wie pragmatisch und moralisch es fern der Erde zugeht. Da gibt es zum Beispiel eine Forschungsmöglichkeit, mit der wir zwei Probleme auf einen Schlag lösen: Wohin mit den alten, kranken Menschen und was tun, wenn in den Vorratskammern mal wieder Leere herrscht? Oder wie wäre es mit einer kleinen Genmanipulation, mit der wir sicherstellen, dass die neugeborenen Marsbewohner hörig gegenüber der Obrigkeit sind? Vom umfangreichen Forschungsbaum haben wir in der eingeschränkten Spielzeit von etwa zwei Stunden jedenfalls nur einen Bruchteil gesehen.
Der Schwierigkeitsgrad wird auf mehrere Arten bestimmt: Zum einen hängt er davon ab, mit welchem Weltraumprogramm wir ins All starten. In Russland etwa steht uns deutlich weniger Budget für die Mission zur Verfügung. Zum anderen gibt es auf dem Mars mehr oder weniger geeignete Orte, um die Zelte aufzuschlagen. Und zuletzt sollte natürlich der Idiotenquotient der Bevölkerung nicht unterschätzt werden!
