Super Neptunia RPG im Test: Rundenbasierte Kämpfe, tolle Optik aber große Makel

Test Nadine Krämer
Super Neptunia RPG im Test: Rundenbasierte Kämpfe, tolle Optik aber große Makel
Quelle: PC Games

Göttliche Unterhaltung oder doch eher ein unterirdisches Spin-off? Mit Super Neptunia RPG erwartet euch ein Mix aus Rollenspiel und Plattformer, der rundenbasierte Kämpfe, Dungeons und handgezeichnete Spielelemente enthält. Wie auch vorhergegangene Titel bietet das Spin-off die gewohnte Neptunia-Optik und den Versuch, mit Spieleklischees umzugehen. In unserem Test erfahrt ihr, ob das Vorhaben der Entwickler tatsächlich aufgeht.

Super Neptunia RPG (jetzt kaufen ) setzt ganz klar auf schrägen Humor und zahlreiche Referenzen auf Klassiker der Spielegeschichte. Ihr begleitet die namensgebende Heldin und Göttin Neptune auf ihrer unfreiwilligen Mission, die Welt vor der Vorherrschaft der 2D-Spiele zu retten. Unterstützt wird sie dabei von ihren Freundinnen und Mit-Göttinnen Noire, Vert und Blanc. Super Neptunia RPG ist eine Mischung aus Plattformer und Rollenspiel, bietet rundenbasierte Kämpfe, Dungeons und einen nicht ganz ernst gemeinten Blick auf die Spieleindustrie.

3-für-1-Deal auf Charaktere mit Amnesie

Die Geschichte des japanischen Spiels führt euch in die fiktive Welt Gamindustri, die von der Gruppe Bombyx Mori tyrannisiert wird. Oberhaupt der Organisation ist Lady Filyn, unter deren Leitung Bombyx Mori versucht, 3D-Spiele und neuartige Technologien auszulöschen und die Vorherrschaft der 2D-Spiele zu sichern.
Die handgezeichneten Hintergründe in Super Neptunia RPG sehen zwar hübsch aus, aber oft ist unklar, auf welche Elemente man springen kann.<br>
  Quelle: PC Games Die handgezeichneten Hintergründe in Super Neptunia RPG sehen zwar hübsch aus, aber oft ist unklar, auf welche Elemente man springen kann.
 
Neptune beginnt ihr Abenteuer zunächst allein und ohne Erinnerungen, denn unter Amnesie leidet so ziemlich jeder in Super Neptunia RPG: Sowohl Neptunias Freundinnen als auch die Bevölkerung haben keine Erinnerungen an dreidimensionale Technologien. Dass diese allgegenwärtige Vergesslichkeit der Geschichte nicht unbedingt mehr Glaubhaftigkeit verleiht, wissen auch die Charaktere und Autoren selbst und kommentieren diesen Umstand mehrmals. Im weiteren Verlauf der Geschichte schließt sich die Gruppe um Neptune dem Widerstand an, um die Zukunft der 3D-Spiele zu retten und das Geheimnis um ihre Identitäten zu lüften.

Zwischensequenzen: Weniger ist mehr

Einige Zwischensequenzen werden in aufwendig gezeichneten Standbildern dargestellt. Sie sind eine willkommene Abwechslung zu den animierten Sequenzen.<br>
  Quelle: PC Games Einige Zwischensequenzen werden in aufwendig gezeichneten Standbildern dargestellt. Sie sind eine willkommene Abwechslung zu den animierten Sequenzen.
 
Ein Großteil der Handlung findet in Dialogen statt. Dabei wechselt die Darstellung zwischen Standbildern und animierten Sequenzen. Die teilweise vertonten Szenen tragen nicht immer zur Hauptstory bei und dienen oft als bloßer Fanservice. Der Versuch, Videospiel-Klischees erfolgreich auf die Schippe zu nehmen, schlägt hier fehl: Die Handlung wirkt unnötig in die Länge gezogen und lenkt von den eigentlichen Geschehnissen ab. Der offensichtliche Fakt, dass die Heldinnen eigentlich Göttinnen sind, wird erst im letzten Akt der Handlung kurz und knapp thematisiert.

Positiv ist, dass im RPG handgezeichnete Elemente und Figuren von Neptunia-Zeichnerin Tsunako verwendet werden, die dem 2D-Ableger den typischen Neptunia-Flair verleihen. Negativ fällt hingegen die Umsetzung des Spiels für den Handheldmodus der Nintendo Switch auf. Die Spieloberfläche wird stark skaliert und ist zu klein, Texte und Symbole sind schwierig zu erkennen. Zudem existieren in den Optionen keine Regler, um die Laustärke der Stimmen, Sound-Effekte und Hintergrundmusik anzupassen. Das kann schnell zum Problem werden, da während der Auseinandersetzungen einige Effekte zu laut sind und so mancher nervige Ausruf hunderte Male ertönt.

Empfohlener redaktioneller Inhalt [EMBED_URL] An dieser Stelle findest du externe Inhalte von [PLATTFORM]. Zum Schutz deiner persönlichen Daten werden externe Einbindungen erst angezeigt, wenn du dies durch Klick auf "Alle externen Inhalte laden" bestätigst: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit werden personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.
Externe Inhalte Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung.

Zahlreiche Fähigkeiten, aber kaum Einsatzmöglichkeiten

Das Gameplay des Neptunia-Spin-offs zeigt immerhin ein paar gute Ansätze. In rundenbasierten Kämpfen verbrauchen die Fertigkeiten eurer Figuren Aktionspunkte, die sich über die Zeit hinweg regenerieren. In Formationen könnt ihr euren Charakteren eine Reihe von Fertigkeiten zuweisen. Praktisch für Kämpfe, in denen Gegner besonders viele Resistenzen haben.<br>
  Quelle: PC Games In Formationen könnt ihr euren Charakteren eine Reihe von Fertigkeiten zuweisen. Praktisch für Kämpfe, in denen Gegner besonders viele Resistenzen haben.
 
Durch Formationen könnt ihr die Fähigkeiten eurer Figuren wechseln - gebunden an ihre Position auf dem Spielfeld. Dadurch ergibt sich ein Set von insgesamt 16 verschiedenen Fähigkeiten, die ihr gleichzeitig ausrüsten könnt. Wählen könnt ihr zwischen den Formationen für Heilung, Angriff, Support, Magie und Gemischt. Eure Heldinnen erlernen Fähigkeiten, indem sie Ausrüstung mit speziellen Attributen tragen und diese im Kampf stärken. Für Einsteiger kann das System überwältigend wirken, da einige Aspekte des Spiels unzureichend im Tutorial behandelt werden.
Im Göttinnen-Modus sind Neptune und ihre Freundinnen um einiges stärker. Größere Bosse stellen jetzt kein Hinderniss mehr dar und sind schnell besiegt.<br>
  Quelle: PC Games Im Göttinnen-Modus sind Neptune und ihre Freundinnen um einiges stärker. Größere Bosse stellen jetzt kein Hinderniss mehr dar und sind schnell besiegt.
 
Trotz der ausführlichen Gestaltungsmöglichkeiten bleibt ein Teil der strategischen Elemente aber ungenutzt. Das Kampfsystem leidet darunter, dass alle Figuren auf denselben AP-Pool zugreifen. Das führt dazu, das oftmals nicht genug AP da sind, um mehr als einen Angriff auszuführen. Das Ergebnis: Kämpfe sind auf Dauer sehr eintönig. Die Möglichkeit, das Kampfgeschehen vorzuspulen, hilft nur bedingt. Technisch kommt es zu Verzögerungen zwischen der Eingabe und Aktion. Deshalb ist es unnötig schwierig, den richtigen Zeitpunkt für einen Sprung in den Plattformer-Abschnitten zu treffen. In Dungeons sehen alle Gegner zunächst gleich aus! Erst, wenn wir in den Kampfbildschirm wechseln, zeigt sich, was hinter dem Sprite steckt.<br>
  Quelle: Pc Games In Dungeons sehen alle Gegner zunächst gleich aus! Erst, wenn wir in den Kampfbildschirm wechseln, zeigt sich, was hinter dem Sprite steckt.
 

Super Neptunia RPG beinhaltet außerdem nur eine Handvoll Sprites, alle Gegner in Dungeons sehen gleich aus! Allgemein wird im Spiel wenig Abwechslung geboten, die NPCs entstammen, abgesehen von wichtigen Personen, offensichtlich einer Klon­fabrik. Dazu kommt: Die Dungeons bieten wenig Herausforderungen und sind lieblos gestaltet. Zusammen mit den Makeln des Gameplays und der gestreckten Handlung entsteht der Eindruck, dass hier schlampig oder mit ganz wenig Ressourcen gearbeitet wurde - dafür beinahe 50 Euro zu verlangen, kann man als dreist bezeichnen. Primär richtet sich das Spiel wohl aber sowieso ausschließlich an extreme Fans der Reihe, die all diese Probleme eventuell verzeihen können.

Wertung und Meinung

Meinung

Wertung zu Super Neptunia RPG (NSW)

Wertung:

6.0 /10
Pro & Contra
Handgezeichnete Sprites und AnimationenAtmosphärische MusikBleibt trotz 2D-Perspektive dem Neptunia-Stil treu
Gestreckte HandlungLiebloses Leveldesign mit schlechter SpielerführungEintöniges Gameplay ohne HerausforderungPlattformer-Abschnitte sind wegen technischen Problemen unerträglich
  • Print / Abo
    Apps
    PC Games 06/2026 PCGH Magazin 06/2026 play5 06/2026 N-Zone 06/2026 Linux Magazin 06/2026 LinuxUser 06/2026 Raspberry Pi Geek 07/2026
    PC Games PC Games Hardware Linux Magazin Raspberry Pi Geek Computec Kiosk