Super Monkey Ball Banana Blitz HD im Test: Wie schlägt sich die affige Neuauflage?

Test Duncan Obenland
Super Monkey Ball Banana Blitz HD im Test: Wie schlägt sich die affige Neuauflage?
Quelle: SEGA

Die Affen rollen wieder durch den Wald! In Super Monkey Ball: Banana Blitz HD wurde jedoch nicht die Kokosnuss, sondern eine Bananenstaude geklaut. Im Switch-Remaster könnt ihr eure Lieblingsaffen aus dem einstigen Wii-Titel nun in 1080p bewundern. Wir klären die Frage, was den Remaster sonst noch ausmacht und ob sich das affige Kullerabenteuer auch ein zweites Mal lohnt.

Als Sega Mitte Juli ein unbekanntes Spiel der Super-Monkey-Ball-Reihe ankündigte, war die Freude über das Comeback der Marke groß, schließlich liegt der letzte Konsolentitel schon ganze neun Jahre zurück. Am Ende kam dabei aber kein neues Spiel, sondern ein Remaster des letzten Wii-Titels Super Monkey Ball: Banana Blitz heraus. Ob der aufpolierte Wiedergänger genug auf dem Kasten hat um auch auf der Switch zu überzeugen? Wir verraten es euch im Test.

Knuffige Kulleräffchen in Knobelwelten

Affen und Bananen sind einfach ein Erfolgsrezept. Ein bisschen Klischee, aber stimmt halt auch. Das dachten sich ebenfalls die Macher von Super Monkey Ball. Denn auch die Geschichte hinter dem Abenteuer von Banana Blitz HD bedient sich eben dieser zwei Zutaten: Nachdem es dem Bösewicht Captain Crabuchin per fliegendem Piratenschiff gelingt, eine einzigartige goldene Bananenstaude zu klauen, ist das Geschrei bei der Affenbande groß.
Entschlossen machen sich die sechs süßen Äffchen auf den Weg, um die einzelnen Bruchstücke der Premium-Bananenstaude einzusammeln und dem Piratenfiesling die Leviten zu lesen. Klar ist: Die Handlung, die auch im Laufe des Abenteuers nicht dichter wird, fungiert in erster Linie als Aufhänger, um die haarigen Helden endlich in Aktion zu sehen. Das ist zwar etwas schade, muss aber auch nichts Schlechtes bedeuten, lag der Fokus der Reihe doch ohnehin stets auf dem Gameplay selbst. Wie bereits die Vorgänger fackelt Super Monkey Ball: Banana Blitz HD (jetzt kaufen ) also nicht lange und schmeißt den Spieler nach einem 50 Sekunden langen Intro direkt ins Spiel.

Das Runde muss ins Runde: Am Anfang eures affigen Abenteurers sind die Maps und die Zielgerade noch relativ übersichtlich. Das ändert sich im Laufe des Spiels aber recht schnell. <br> &nbsp; Quelle: PC Games Das Runde muss ins Runde: Am Anfang eures affigen Abenteurers sind die Maps und die Zielgerade noch relativ übersichtlich. Das ändert sich im Laufe des Spiels aber recht schnell.
 
Ähnlich zur Story bleibt auch das Spielprinzip äußerst minimalistisch. Wichtigstes Feature der Marke ist natürlich, dass die Äffchen ihre Abenteuer im maßgeschneiderten Gummiball angehen. Auf der Suche nach den verstreuten Bananenteilen müssen wir verschiedenste Plattform-Level passieren. Als absolviert gelten die Parkours mit dem Erreichen der Ziellinie. Die Level sind in acht Welten mit jeweils zehn Stages eingeteilt, übersteht man diese ohne Continue, schaltet man zudem zwei weitere Geheim-Welten frei. Je nachdem, wie weit ihr im Spiel vorangeschritten seid, warten darin allerhand fiese Labyrinthe, Geschicklichkeitsspielchen, Fallen und wild umherwuselnde Viecher auf euch. Zusätzlich sind unzählige Bananen und Stauden in den Stages verteilt, die euch Punkte und Level-ups bringen.

Boss-Battles und andere Features

Boss-Alarm: In Banana Blitz HD gibt es, anders als in den Vorgängern, auch fiese Endgegner. Leider bringen die Bosskämpfe euren Affenball zum Stehen. Schade. <br> &nbsp; Quelle: PC Games Boss-Alarm: In Banana Blitz HD gibt es, anders als in den Vorgängern, auch fiese Endgegner. Leider bringen die Bosskämpfe euren Affenball zum Stehen. Schade.
 
Neben dem üblichen Gerolle führte der einstige Wii-Titel auch Bosskämpfe in die Super-Monkey-Ball-Reihe ein. Die riesigen Fieslinge trefft ihr immer in einer Art Bossarena an. In dieser gilt es auszuharren und die Schwachstellen der insgesamt acht Endgegner ausfindig zu machen. Zwar sind die Kämpfe gegen die Riesen nett gestaltet, so richtig in das restliche Szenario passen sie aber nicht. Obendrein stören sie den Spielfluss, da ihr nicht selten auch einfach mal teilnahmslos auf den Bildschirm glotzt, bis die lahme KI der Bosse endlich die nächste Attacke ausführt. Das ist uns übrigens auch beim Warten auf diverse Plattformen und Aufzüge aufgefallen - Stillstand allenthalben! In der Kampagne könnt ihr Kostüme, Strecken und Figuren für andere Modi freischalten. Bei diesen handelt es sich um den Gegen-die-Zeit-Modus, eine Art Speedrun-Challenge, diverse Minispiele und den Zehnkampf, sprich einen Marathon, in dem ihr alle Minispiele in Folge durchlauft. Zusätzlich können wir unsere Talente in Ranglisten mit Spielern aus aller Welt vergleichen. Umgehauen haben uns die zehn Minigames nicht wirklich. Sie wirken aufgesetzt und durch die variantenarme Steuerung lieblos und unfertig. Nur im Minigame Gefährliche Route, in dem man die haarigen Ballprofis aus der Draufsicht durch einige Level steuert, sahen wir ein gewisses Potential, das aber letztlich doch verschenkt wurde.

Ballspaß mit Tücken

Out of Frame: Die miesen Kameraperspektiven haben uns wirklich am meisten den Spaß mit der Bananenbande verdorben. Genaue Sprünge sind nahezu unmöglich und oft versperren uns Objekte den Blick auf die Spielfigur. <br> &nbsp; Quelle: PC Games Out of Frame: Die miesen Kameraperspektiven haben uns wirklich am meisten den Spaß mit der Bananenbande verdorben. Genaue Sprünge sind nahezu unmöglich und oft versperren uns Objekte den Blick auf die Spielfigur.
 
Viel gibt es bei der Steuerung der Affenbällchen nicht zu beachten. Lediglich zwei Tasten eures Controllers sind belegt: Mit dem linken Thumbstick bewegen wir uns schneller, langsamer, vorwärts, rückwärts, nach rechts und links und mit der A-Taste springen wir auf oder über Hindernisse. Die Steuerung ist eigentlich simpel. Allerdings bewegen wir genau genommen nicht unsere Figur durch die Welt, sondern die ganze Welt um diese Figur herum. Ein eigenwilliger Ansatz, der erst einmal gelernt werden muss und deswegen aller Simplizität zum Trotz zu Startschwierigkeiten führt. Hinzu kommt, dass man gerade zu Beginn zu hastigen und überstürzten Manövern neigt, man versucht geradezu durch die Stages zu fliegen. Vielleicht ist es der Countdown, vielleicht ist es die treibende, teilweise technoide Musik, vielleicht ist es aber auch die Geschwindkeitsangabe im unteren rechten Bildschirmrand, die danach schreit, gefälligst nicht zu trödeln. Schafft man es, sich von der künstlich generierten Eile zu lösen, lassen sich einige Passagen um einiges einfacher meistern. Interessant ist, dass es keine großen Beschränkungen oder unsichtbaren Wände auf den Maps gibt, was einige Alternativrouten ermöglicht. Eingeschworene Speedrun-Fans könnten hier also auf ihre Kosten kommen.

Keine runde Sache

Auch wenn das Grundrezept des Affenschauspiels kein schlechtes ist und einige Passagen angenehm knifflig sind: Momente, in denen wir wirklich Spaß empfanden, gab es leider äußerst selten. Zu viele Dinge laufen einfach nicht ganz rund. Oft hatten wir das Gefühl, dass unsere Tastenbefehle nicht zuverlässig erkannt wurden. Zudem hapert es bezüglich des Balancings enorm: An manchen Stellen ist das Herumgekullere viel zu einfach, an anderen Stellen steigt der Schwierigkeitsgrad der Level wiederum ins Unermessliche. Dadurch entsteht ein sehr unausgewogenes Spielgefühl. Frustrationsgefühle sind ein Dauergast und insgesamt geht man eher genervt aus den Sessions. Wirklich auf die Palme gebracht hat uns die Kamera. Aus uns unerfindlichen Gründen lässt sich der Winkel nicht verändern. Klar, die Wii-Vorlage ist technisch nicht mehr taufrisch und auf den Controllern der Bewegungskonsole fehlte ein zweiter Analogstick. Fürs Remaster hätte man hier aber ruhig eine frei drehbare Kamera einbauen können.

Minigames: Zwar sind die kleinen Spielchen eine nette Abwechslung zu den fiesen Rätselpassagen, so richtigen Spaß brachte uns deren schwammiges Gameplay aber leider nicht. <br> &nbsp; Quelle: PC Games Minigames: Zwar sind die kleinen Spielchen eine nette Abwechslung zu den fiesen Rätselpassagen, so richtigen Spaß brachte uns deren schwammiges Gameplay aber leider nicht.
 
An manchen Stellen ist es aufgrund der vermurksten und fixen Kamera nahezu unmöglich zu planen, wie und wohin man springt, geschweige denn wo man landet. Und so entpuppt sich die Kamera oft als der wahre Endgegner des Spiels. Aber auch sonst gibt es Remake-exklusive Abstriche. Da Super Monkey Ball: Banana Blitz HD nicht nur für die Switch, sondern auch für die Playstation 4 und Xbox One portiert wurde, musste die komplette Steuerung aufgrund der ehemaligen Motion-Control der Wii überarbeitet werden. Die hieraus resultierende klassische Steuerung überwindet zwar die gewöhnungsbedürftige Wii-Bedienung, Probleme die Affen akkurat zu lenken, hatte wir jedoch trotzdem. Aufgrund der fehlenden Motion-Control-Funktion wurde ebenso ordentlich an den Minigames gekürzt, hatte das Original doch noch ganze 40 Stück mehr im Petto. Des Weiteren wurden zahlreiche Modi und Levelaspekte abgeändert oder sogar ganz weggelassen. Dazu kommt, dass in der vergangenen Zeit die Rechte am originalen Soundtrack abgelaufen waren, weshalb Banana Blitz HD mit einer neuen, unserer Meinung nach weniger gelungenen Untermalung daherkommt. Einziger Lichtblick der Neuinterpretation scheint da wohl die freischaltbare Sonic Figur.

Wer dennoch nach Remakes alter Jump&Runs und Plattformer mit Geschicklichkeitselementen sucht, der ist mit den wirklich gelungenen HD-Versionen der jeweiligen Spyro- und Crash-Bandicoot-Trilogie eventuell besser beraten.

Meinung und Wertung

Meinung

Wertung zu Super Monkey Ball Banana Blitz HD (PS4)

Wertung:

5.0 /10

Wertung zu Super Monkey Ball Banana Blitz HD (NSW)

Wertung:

5.0 /10

Wertung zu Super Monkey Ball Banana Blitz HD (XBO)

Wertung:

5.0 /10
Pro & Contra
Viele Charaktere mit unterschiedlichen EigenschaftenKurze LadezeitenTeilweise superkniffelige PassagenSonic the Hedgehog!
Portierung lässt 40 der ursprünglich 50 Minigames vermissenStages wirken unausgeglichenZu wenige SteuerungselementeSchreckliche KameraführungFrustig
Fazit

Ob das Konzept von Super Monkey Ball gefällt, ist eine Frage des Geschmacks. Sicher ist aber: Banana Blitz HD gehört zu den schlechteren Teilen der Reihe.

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