Super Bomberman R im Test für Nintendo Switch: Nervige Steuerung, aber trotzdem unterhaltsam
Test
Seit seligen NES-Tagen zählt die Bomberman-Reihe zu den (Multiplayer-)Dauerbrennern auf Nintendo-Konsolen. Setzt Konami diesen Trend auch auf der Switch fort? Die Antwort lest ihr in unserem Test zu Super Bomberman R für Nintendo Switch.
Super Bomber Man R im Test für Nintendo Switch: Lange, viel zu lange mussten wir auf einen komplett neuen Teil der Bomberman-Reihe warten - 2010 erschien der letzte Ableger der altehrwürdigen Serie um den kleinen Roboter mit Explosionsfetisch. Die ewige Wartezeit ist allerdings auch kein Wunder, schloss doch der Ur-Entwickler Hudson Soft im Jahr 2012 bedauerlicherweise seine Pforten. Für das Switch-exklusive Super Bomberman R setzte Publisher Konami daher neben eigenen Mitarbeitern das japanische Studio HexaDrive ans Steuer - leider mit überschaubarem Erfolg.
Rette die Welt ... mit Bomben
Quelle: N-ZONE
Die Bosskämpfe sind ein nett gemeintes Feature der Singleplayer Kampagne, erscheinen aber unübersichtlich, uninspiriert und wenig Bomberman-typisch.
Doch fangen wir von vorn an: Nach all den wirren Ablegern der späteren Jahre, die neue GameplayPfade zu beschreiten versuchten, dabei aber oft ins Stolpern gerieten, gibt sich Super Bomberman R betont klassisch. Neben einer Story-Kampagne, die ihr auch im Koop-Modus meistern könnt, stehen Mehrspielergefechte für bis zu acht Teilnehmer im Mittelpunkt. Die Hintergrundgeschichte der Kampagne ist zwar nett und vor allem humorvoll erzählt, dient im Grunde aber nur als Entschuldigung für eine Aneinanderreihung von Bomberman-typischen Levels. Die Kurzfassung: Böser Fiesewicht will mit seinen Roboter-Gehilfen das Universum erobern, Bomberman und seine Blech-Geschwister müssen ihn aufhalten. Diese Prämisse nutzt das Spiel aber immerhin, die Levels ein wenig zu variieren. Auf einem Eisplaneten etwa gibt es rutschige Flächen, auf einer Schrottwelt jede Menge wegsprengbare Trümmer.
Hin und wieder warten sogar Sonderaufgaben auf euch. Dann müsst ihr nicht wie üblich alle Gegner im Level pulverisieren, sondern Gefangene befreien und eskortieren, Schlüssel finden, Schalter aktivieren oder einfach nur ein paar Minuten überleben. Allzu innovativ ist das natürlich nicht, sorgt aber für ein wenig Kurzweil im Sprengalltag. Zudem wartet am Ende jeder Welt ein zweistufiger Bosskampf gegen die Robo-Widersacher auf euch. In Phase 1 tretet ihr in normaler Bomberman-Manier gegen den anderen Blechkameraden an, Phase 2 konfrontiert euch dann mit teils hochhaushohen Endgegnern mit Spezialfähigkeiten in einer offenen Arena. Gerade diese Phase ist gut gemeint, aber mies umgesetzt: Aufgrund der offenen Areale kommt null Bomberman-Stimmung auf, über die Gesundheit des Bosses lässt sich dank der fehlenden Anzeige nur spekulieren und toll inszeniert ist hier auch nichts - Chance vertan.
Quelle: N-ZONE
Der Mehrspieler-Modus wirkt nicht zuletzt aufgrund der Perspektive deutlich klassischer als der Solo-Part. Besiegte Spieler werfen übrigens von außen Bomben.
Größtes Manko der Story ist allerdings die Perspektive im Zusammenspiel mit der Steuerung. Letztere ist nämlich für ein Bomberman-Spiel erstaunlich unpräzise, obwohl sie so ziemlich das Einzige ist, was man nicht verhunzen sollte. Oft bleibt euer Blechheini an irgendwelchen Ecken hängen, und wenn ihr genug Geschwindigkeits-Upgrades eingesammelt habt, wird das Manövrieren in hektischen Momenten zur Glückssache. Gepaart mit einer minimalen Eingabeverzögerung bei der Annahme von Befehlen, entscheidet dies oft über Leben und Tod - zumindest virtuell. Hinzu kommt, dass die Perspektive in der Kampagne etwas isometrischer als üblich ausfällt. Nette Idee, aber gerade bei verschiedenen Ebenen fehlt so oftmals die Übersicht.
Mehr Spieler, mehr Spaß
Deutlich mehr Laune macht Super Bomberman R, wenn ihr euch ein paar Mitspieler hinzuholt. Sei es, um die Kampagne im kooperativen Modus durchzuzocken oder um sich gegenseitig im Kampf-Modus - mit übrigens deutlich klassischerer Perspektive - die Sprengsätze um die Ohren zu schmeißen. Dabei tretet ihr lokal an einer Switch an oder vernetzt mehrere Konsolen ähnlich wie beim 3DS miteinander. Es gibt auch einen Online-Part, der war zum Redaktionsschluss allerdings noch nicht verfügbar. Die Reichweite der Vernetzung ließ bei unserem Test noch etwas zu wünschen übrig - zusammen auf einer Couch kein Problem, aber sobald es über mehr als fünf Meter hinausging, brach die Verbindung ab. Ob dies am Spiel oder an der Switch liegt, konnten wir leider noch nicht vernünftig testen.
