Sundered im Test: Metroidvania trifft Roguelike
Test 2,60 €
Auf den ersten Blick spitze, auf den zweiten ein Reinfall: Das Metroidvania der Jotun-Macher sieht schön aus, spielt sich flott und zeigt gute Ideen - doch öde Levels und nervige Dauerkämpfe ruinieren viel vom Spielspaß. Warum wir Sundered trotz mancher Designschwächen komplett durchgespielt haben, klärt der Test.
Schönes Detail: Eshe schaltet über ihren Talentbaum auch bis zu vier Slots für Vorteile frei, die sie dort beliebig ein- und ausbauen kann. Vorteile sind sammelbare Perks in drei Qualitätsstufen, die Eshe mächtige Boni verleihen, aber auch mit Nachteilen behaftet sind. Manche erhöhen etwa die Reichweite, aus der Eshe die kostbaren Splitter aufsammelt, andere steigern ihre kritische Trefferchance auf Kosten ihrer Lebensenergie oder erneuern Eshes Schildenergie, wenn sie einen Gegner besiegt. Das ist nicht originell, bringt aber zumindest etwas Abwechslung in den Spielablauf - und das ist die Hauptsache.
In diesem Artikel
Sundered im Test: Bosse im XXL-Format
Quelle: PC Games
Sundered im Test
So gestärkt stellen wir uns mehreren Minibossen sowie vier gewaltigen Hauptbossen entgegen. Letztere fallen so riesig aus, dass die Kamera weit zurückzoomen muss, um den Gegner irgendwie ins Bild zu quetschen! Dabei verkommt Eshe zur winzig kleinen Figur, was zwar beim Springen und Kämpfen eher hinderlich ist, doch zumindest bekommt man so einen gutes Gefühl für die Bedrohung, die von den uralten Giganten ausgeht. Spielerisch fallen die Bosskämpfe allerdings nur mittelmäßig aus, meist braucht es nur etwas Geschick und vor allem viel Geduld, um im richtigen Moment die empfindlichen Stellen der Gegner zu treffen. Trotzdem bleiben die Bossgefechte positiv in Erinnerung - schon allein, weil Sundered sonst so wenig Höhepunkte bietet.
Sundered im Test: Entscheidungen und Konsequenzen
Quelle: PC Games
Wenn wir Dunkle Splitter zerstören, erhalten wir dafür massenhaft Splitter und neue Fähigkeiten in Eshes Talentbaum.
Besiegte Bosse hinterlassen uralte Splitter, was uns jedes Mal vor eine wichtige Wahl stellt: Entweder wir nutzen den Splitter, um eine von Eshes Fähigkeiten zu korrumpieren und dadurch zu verstärken - oder aber wir zerstören den Splitter. Dadurch bleiben uns die korrumpierten Verbesserungen verwehrt, doch dafür schaltet Eshe bis zu sieben neue Vorteile in ihrem Fähigkeitenbaum frei - und die haben es in sich. Mit der Zeit kann Eshe so etwa ihre Kanone verbessern, einen Dreifachsprung lernen, die Reichweite kritischer Treffer erhöhen oder ihrem Schild einem Schadenseffekt verpassen. Welche Upgrades man erhält, verrät das Spiel nicht - ob man einen Splitter nutzt oder zerstört, ist eine Entscheidung, die man ins Blaue trifft. Auch auf den finalen Bosskampf und die kurze Endsequenz wirkt sich aus, ob man alle Splitter gefunden und zerstört oder sie stattdessen benutzt hat.
Wirklich befriedigend ist aber kein Finale geraten - Sundered endet nach etwas 15 Stunden zu abrupt. In dieser Zeit hatten wir einen Gesamtfortschritt von 94 Prozent erreicht, also praktisch alles gefunden, was Sundered zu bieten hat. Und das war - bei allen guten Ansätzen - leider nicht allzu viel.
Sundered ist seit 28. Juli 2017 für PC und PS4 erhältlich. Eine Wertung der PS4-Version reichen wir in Kürze nach.
