Summer in Mara im Test: Wind Waker trifft auf Stardew Valley

Test Aleksandar Mitrevski Lukas Schmid
Summer in Mara im Test: Wind Waker trifft auf Stardew Valley
Quelle: Chibig

Falls es draußen zu kalt werden sollte, könnt ihr stattdessen in Summer in Mara warmes Sommerfeeling genießen. In diesem Indie-Titel kümmert ihr euch um eure eigene Insel und bereist mit eurem Schiff tropische Gewässer. Ob diese Formel aufgeht, zeigen wir euch in unserem Test.

Der Weg ist das Ziel: So oder so ähnlich könnte das Motto des Indie-Titels Summer in Mara lauten. Die beruhigende Singleplayer-Erfahrung setzt den Fokus hauptsächlich auf ein Crafting-basiertes Farming-Gameplay und eine frei erkundbare Meereswelt samt verlassenen Inseln. Selbst angebautes Gemüse, gezüchtete Tiere oder verschiedene Crafting-Materialien wie Holz, Steine und Metalle können in den Städten und Märkten der Welt verkauft werden. Darüber hinaus gibt es auch über 150 Quests für viele der diversen Inselbewohner zu erledigen.

Die Entwickler des spanischen Studios Chibig versprechen dabei eine tiefgründige Story rund um die entdeckungslustige Koa, die sich auf den Weg macht, die See von Mara und ihre Inseln zu erkunden.

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Ob Summer in Mara nach der erfolgreichen Kickstarter-Kampagne im Februar 2019 den Versprechungen gerecht wird, verraten wir euch im Test.

Der Sommer eures Lebens

Die Stadt Qualis mit ihren viele Touristen dient euch sozusagen als Hub. Hier könnt ihr eure Ressourcen verkaufen und die meisten NPCs treffen. Quelle: PC Games Die Stadt Qualis mit ihren viele Touristen dient euch sozusagen als Hub. Hier könnt ihr eure Ressourcen verkaufen und die meisten NPCs treffen. Schauplatz ist der Planet Qü, während Mara das lebensspendende Meer des Planeten bezeichnet, auf dem wir uns befinden. Auf ihren Reisen durch die Welt macht Koa viele neue Bekanntschaften und entdeckt sogar eine außerirdische Bedrohung, die vorhat, die Ressourcen des Planeten an sich zu reißen und das gesamte Leben auf Qü zu zerstören. Gemeinsam mit ihrem aquatischen Begleiter Napopo stellt sie sich daher der Gefahr der technisch überlegenen Invasoren.

Hinsichtlich des Charakterdesigns sind die Inspirationsquellen deutlich sichtbar: Der niedliche Zeichenstil und der Anime-Look erinnern sehr stark an die Animationsfilme des japanischen Studio Ghibli. Das Ergebnis ist aber keine schlechte Kopie, ganz im Gegenteil - die liebevoll gezeichneten Figuren und die gekonnt animierten Cutscenes verleihen Summer in Mara einen ganz besonderen Charme. Ob es die fischähnlichen Qüido, die Menschen, oder die außerirdischen Elit sind, die Figuren der unterschiedlichen Fraktionen Qüs sind allesamt einzigartig und detailliert gezeichnet. Auch die witzigen Dialoge und die tiefgründige Story rund um ein Mädchen, das seinen Platz in der Welt zu finden versucht, wissen zu überzeugen. Man merkt, dass die Entwickler von Chibig hier mit sehr viel Liebe zum Detail gearbeitet haben. Summer in Mara erschafft so eine schöne Atmosphäre, in die man gerne und lange eintauchen möchte.

Ernten, was man sät

Das landwirtschaftliche Gameplay ist zugleich relativ simpel und äußerst motivierend. Quelle: PC Games Das landwirtschaftliche Gameplay ist zugleich relativ simpel und äußerst motivierend. Einen Großteil der Zeit werdet ihr in Summer in Mara mit dem Ausbau eurer Heimatinsel verbringen. Mit Stardew Valley nennen die Entwickler hier eine weitere Inspirationsquelle, die sich angesichts des Farming-Gameplays auch deutlich bemerkbar macht. Ein gutes Tutorial macht den Einstieg leicht und erklärt die verschiedenen Spielsysteme. Mit einem überschaubaren Repertoire an Werkzeugen macht ihr euch an die Arbeit, eure Insel nach Belieben zu gestalten. So könnt ihr Bäume fällen und pflanzen, Erze und Steine fördern, Nutztiere halten und natürlich auch euer eigenes Gemüse anbauen. Im Vergleich zu Stardew Valley, wo ihr eure Felder überall bestellen könnt, steht euch in Summer in Mara aber nur eine begrenzte Nutzfläche zur Verfügung. Neue Strukturen und Gebäude könnt ihr hingegen überall auf der Insel platzieren. Die daraus gewonnenen Ressourcen könnt ihr entweder in der nächstgelegenen Stadt verkaufen oder aber auch für Upgrades an euren Werkzeugen verwenden. Das raue Inselleben erfordert aber auch einiges an Schweißarbeit: Eine Ausdauer- und Hungerleiste zeigen euch im oberen linken Eck an, wann es Zeit für Koa ist, eine Pause einzulegen und Nahrung zu sich zu nehmen.

Volle Fahrt voraus!

Das Erkunden der Spielwelt spielt eine wichtige Rolle in Summer in Mara. Fans von The Legend of Zelda: The Wind Waker werden sich direkt an den Klassiker für den Gamecube erinnert fühlen. Quelle: PC Games Das Erkunden der Spielwelt spielt eine wichtige Rolle in Summer in Mara. Fans von The Legend of Zelda: The Wind Waker werden sich direkt an den Klassiker für den Gamecube erinnert fühlen. Neben eurer Tätigkeit als Farmerin auf der Heimatinsel besteht der Alltag in Summer in Mara aus dem Erkunden des weiten Meeres. Schön: Tag und Nacht und das Wetter wechseln dabei dynamisch. Wer Zelda: The Wind Waker gespielt hat, die dritte ganz offizielle Inspirationsquelle der Entwickler, der findet sich in der Kajüte des kleinen Bootes sofort zurecht. Sowohl das Gefühl beim Fahren als auch der Look erinnern stark an den Klassiker für den Gamecube. Unter anderem gibt es viele bewohnte sowie unbewohnte Inseln zu erforschen. Minispiele wie Tauchgänge oder Angeln warten auch auf euch. Den Tank eures Bootes könnt ihr auf eurer Heimatinsel oder in der Stadt Qalis wieder auffüllen. Untermalt werden eure kleinen Abstecher durch einen sehr angenehmen und passenden Soundtrack mit vielen Ukulele-Stücken.

Ganz ohne Makel ist der Titel jedoch nicht. Obwohl der Comiclook zu der süßen Atmosphäre passt, ist Summer in Mara technisch eher enttäuschend. Unschöne Texturen und häufige Grafik-Bugs, vor allem beim Schwimmen, fallen negativ auf. Die ungenaue Darstellung der Karte sorgt zusätzlich für einige Frustmomente. Viel zu oft passiert es, dass NPCs nicht an dem Ort sind, auf dem sie auf der Karte angezeigt werden.

In der Stadt kann das besonders nervig werden, da man sich auf der Suche nach Quests, die zum Fortschritt der Story benötigt werden, gehörig verirren kann. Apropos Quests: Aufgrund der repetitiven Fetch-Missionen kommt auch hier schnell Langeweile auf. Zu guter Letzt sind uns die langen Ladezeiten negativ aufgefallen. Wirklich offen ist das Meer leider nicht, das heißt beim Übergang in ein angrenzendes Gebiet fallen Ladebildschirme an. Diese können mitunter auch mal eine Minute eurer Zeit in Anspruch nehmen. Das Spielspaß während des soliden Farming-Gameplays und die Freude an der schönen Story werden durch diese an sich kleinen, in der Summe aber deutlich spürbaren Macken leider deutlich getrübt.

Summer in Mara ist seit dem 16. Juni 2020 für PC und Nintendo Switch erhältlich. Umsetzungen für PS4 und Xbox One sollen im Laufe des aktuellen Jahres folgen.

Meinung und Fazit

Meinung

Wertung zu Summer in Mara (PC)

Wertung:

7.0 /10

Wertung zu Summer in Mara (NSW)

Wertung:

7.0 /10
Pro & Contra
Kreatives CharakterdesignInteressante SpielweltToll erzählte GeschichteFarming-Gameplay mit vielen FreiheitenErkundungsaspekt sehr gelungenViel UmfangAngenehmer Soundtrack
Unübersichtliches Map DesignLange LadezeitenEinfallslose QuestsGrafik-BugsMinigames steuern sich sperrig
Fazit

Angenehm beruhigende Spielerfahrung, die leider an vielen kleinen Mängeln leidet

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