Wenn Zack Snyder, Regisseur von Watchmen und 300, fünf leichtbekleidete Mädels in den Kampf gegen Drachen, Zombies oder Roboter schickt, dann zerreist sich die internationale Filmkritik darüber das Maul. Das ist uns aber egal, wir fanden den nerdig angehauchten Film herrlich.
Sucker Punch handelt augenscheinlich von der 20-jährigen Babydoll, die es schwer getroffen hat in ihrem jungen Leben. Nachdem ihre Mutter auf tragische Weise gestorben ist, erschießt sie aus Versehen die eigene Schwester. Eigentlich wollte Babydoll die Arme vor ihrem skrupellosen Stiefvater schützen, jetzt muss sie jedoch in die Anstalt. In diese lässt sie der Vater nämlich einliefern, denn er will eigentlich nur an ihr Geld. Nach außen hin hat er das Seelenheil von Babydoll im Sinn, hintenrum hat er mit einem der Wärter der Anstalt jedoch einen perversen Deal ausgehandelt: Für ein paar Tausend Dollar macht er Babydoll zu einem gebrainwashten Zombie - per Lobotomie.
Doch Babydoll entflieht dieser grausamen Realität und begibt sich in die Welt ihrer Gedanken. Raum und Zeit lässt sie hinter sich; die Grenzen zwischen Realität und Einbildung sind bei ihr fließend. Die Anstalt, in der sie einquartiert wurde, ist bei ihr ein Freudenhaus, ihre Mitinsassen allesamt eingesperrte Prostituierte. Auch der gewissenlose Arzt, der bei ihr die Hirnverstümmelung durchführen soll, ist in der Traumwelt ein anderer: Er stellt den "High Roller" dar, einen der gut zahlenden Kunden des Bordells, der Babydoll "als Erster haben darf". Abscheuliche Dinge drohen der jungen Babydoll.
Quelle: gamezone.de
Filmausschnitte zu Sucker Punch (5)
Man hat sie zwar gegen ihren Willen eingesperrt, aber kampflos gibt die Kleine nicht auf. Sie drängt vier weitere Mädchen - die zurückhaltende Sweet Pea (Abbie Cornish), die freimütige Rocket (Jena Malone), die gerissene Blondie (Vanessa Hudgens) und die treu ergebene Amber (Jamie Chung) -, gemeinsam gegen das schreckliche Schicksal aufzubegehren, das ihre Wächter Blue (Oscar Isaac) und Madam Gorski (Carla Gugino) für sie vorgesehen haben, bevor der geheimnisvolle High Roller (Jon Hamm) Baby Doll abholt.
Sucker Punch - Filmtrailer
Kämpfen, um der Wirklichkeit zu entfliehen
Quelle: gamezone.de
Filmausschnitte zu Sucker Punch (1)
Um der Anstalt zu entkommen, braucht Babydoll fünf Gegenstände. Immer wenn es darum geht, diese zu besorgen, schwenkt ihre eh schon ausgedachte Realität in eine weitere Traumebene weiter. Sie stellt sich die Besorgungen einfach als Kampf vor und tritt mal gegen einen Drachen, dann wieder gegen deutsche Zombiesoldaten an. Klingt skurril, ist es auch: Denn obwohl jeder Kampf in einer anderen Epoche angesiedelt ist, vermischt sich alles: Da kämpfen die fünf Freundinnen im Mittelalter auf einer Burg gegen einen Drachen und werden von einem Flugzeug begleitet, und erschießen Weltkriegs-Zombie-Deutsche mit supermodernen Wummen. Und erst zum Schluss wird einem klar, um was es nun wirklich ging: Die Realität ist das Gefängnis, nur in Gedanken ist man frei. Oder andersrum. Eigentlich weiß man nicht wirklich, was Synder uns sagen will.
Quelle: gamezone.de
Filmausschnitte zu Sucker Punch (11)
Im Endeffekt ist von Zack Snyder erstaunlich viel Geschichte in einen Film gepackt worden, von dem wir eigentlich überhaupt keine Rahmenhandlung erwartet haben. Manch einen wird das stören, vor allem wegen dem verworrenen Aufbau und den relativ lieblosen Passagen in der Puff-Realität, diese aber geben dem Werk erst seine Struktur. Allzu gradlinige Gewalt wird im Film zwar vermieden, immerhin wollte man selbst in den USA eine PG-13 Einstufung erwirken, dennoch geht es in Sucker Punch schnell getaktet zu. Eine Rauferei folgt auf die andere und schnell packt die Gang im süßen Schulmädchen-Style auch Knarren und Schwerter aus. Die Kampfszenen sind ein verdammter Actionorgasmus: selbstzweckhaft, stumpf und vollkommen unlogisch. Aber gerade das ist es, was Snyders Film ausmacht: Der ständige Wechsel des Settings und die Mischung aller möglichen Epochen machen eben den trashigen Brainfuck-Faktor aus.
Story hin oder her, Kernelement des Films sind auf jeden Fall die fünf Hauptdarstellerinnen, der Selbstzweck sexy Aufnahmen! Wenn Babydoll gegen einen riesigen Samuraikämpfer mit MG antritt, dann nicht als Metapher für ihren inneren Kampf in der Realität, sondern weil es geil aussieht, wenn sie sich beinespreizend und halbnackt mit ihrem Schwert über ihn hermacht. Die Aufnahmen sind mehr eine Befriedigung Snyders sexuellen Kopfkinos und erfüllen alle Klischees von Amazonen: Sie sind gefährlich, tragen beim Morden Miniröcke oder Dessous und in Wirklichkeit existieren sie nur in eurem Kopf... Aber ernstnehmen kann man den Film eh nicht, also ist das voll in Ordnung!
Sucker Punch - der Film trifft einen wirklich unvorbereitet...
Die schauspielerische Leistung als solche ist leider gering. Vor allem die Dialogszenen mit den Mädchen wirken uninspiriert und abweisend. Dafür geht es in den Kampfszenen umso fetziger zu. Erst hier erblühen die tödlichen Fünf zu voller Pracht. Krasse Bilder stehen in Snyders Film eben über sinniger Handlung. Das Action- und Stunttraining hat sich gelohnt: In knappen Outfits ballern sich die Schönheiten tänzelnd durch Horden von dampfbetriebenen Weltkriegszombies (die wegen ihrer Masken aussehen wie Helghast), komischen Orks und Cyborgs. Und erstaunlich oft machen sie dabei die Beine breit... Für manche halt doch ein Film wie im Nerdtraum!
Diese Filmkritik zu Sucker Punch haben wir von unseren Feunden von gamezone.de übernommen - habt ihr selbst auch eine Meinung zu Sucker Punch? Dann teilt sie mit der großen Games Aktuell-Community!
