Stronghold Legends

Test

Fliegeralarm! Stronghold Legends pfeift auf den historischen Realismus des Vorgängers und entführt uns in die Märchenwelt der Drachen, Hexen und Zauberer.

Die Menschen des finsteren Mittelalters hatten es nicht leicht: Als ob reale Bedrohungen wie Hungersnöte, Pestilenz oder Kriege nicht genug gewesen wären, lebten unsere Vorfahren dazu noch in Furcht und Schrecken vor zahlreichen anderen Gefahren, die aus unserer Sicht deutlich weniger real waren. Egal, was man heute über Drachen, Riesen, Hexen oder die Aussicht auf eine Ewigkeit im Fegefeuer (inklusive regelmäßiger Dreizackstiche in den eigenen Hintern) halten mag: Für die meisten Menschen des Mittelalters waren diese Dinge so wirklich wie der tägliche Gang zum Donnerbalken.

Nicht zu fantastisch, bitte!

Diese Tatsache haben sich die Mittelalter-Experten bei Firefly als Leitschnur für die Entwicklung von Stronghold Legends genommen. Ja: Das Spiel weicht von der gewohnt historisch korrekten Linie der Serie ab. Trotzdem wollten die Macher nicht allzu sehr ins Reich der Phantasie abschweifen. Folgerichtig kommen im Spiel nur diejenigen erfundenen Kreaturen vor, an die die Menschen des Mittelalters tatsächlich geglaubt haben -- etwa Drachen oder Riesen.

Heroisch, eiskalt, böse

Anders als Stronghold 2 bietet der jüngste Teil der Serie drei unterschiedliche Kampagnen mit unterschiedlichen Hauptdarstellern. Im ersten Feldzug dreht sich alles um den legendären König Artus und seine Ritter der Tafelrunde. Story Nummer zwei (die »Eis-Kampagne«) spielt in einer Frostlandschaft und wurde von den Germanischen Sagen rund um Siegfried und Co. inspiriert. Die dritte und schwierigste Operation nennt sich schlicht »böse«. Hier spielen wir Vlad den Pfähler, besser bekannt unter seinem Spitznamen Dracula.

Egal für welchen Feldzug wir uns entscheiden, im Prinzip läuft alles so wie in Stronghold 2. Allerdings ist diesmal die Burgverwaltung nicht so wichtig wie im Vorgänger. Wir müssen uns zwar noch immer um Nahrungsmittelproduktion und die Wirtschaftskette kümmern. Das dient aber fast ausschließlich zum Aufbau eines starken Militärs, da die Missionen sehr kriegerisch ausfallen.

Herrschen unter Zeitdruck

In einem typischen Auftrag starten wir mit einer leeren Länderei und einem Bergfried. Nun pflastern wir die Landschaft mit Farmen und Werkstätten voll -- und hoffen, dass unser Wirtschaftskreislauf schnell genug in Gang kommt. Oft schickt der KI-Gegner nämlich schon früh Störtrupps. Die können verheerenden Schaden anrichten und durch Angriffe auf die Bauern die Produktion komplett lahm legen.

Das Problem: Die Attacken erfolgen oft so früh, dass wir von der ersten Sekunde an in Rekordtempo die richtigen Gebäude und Einheiten bauen müssen. Welche das sind, können wir nur herausfinden, indem wir die Mission mehrfach starten oder einen Spielstand laden. Wenn sich feindliche Truppen erst in der Nähe des Bergfrieds festgesetzt haben, ist es nämlich fast unmöglich, das Ruder noch herum zu reißen.

Allerdings sind wir nicht immer in der Defensive. In einigen Aufträgen müssen wir verteidigen, aufrüsten und dann selber eine feindliche Burg einnehmen. Ein anderes Mal sichern wir ein Gebiet auf der Karte, und manchmal besitzen wir selbst gar keine Burg und steuern nur eine Handvoll Kämpfer durchs Feindesland.

Beschütz? mich!

Genau wie im Vorgänger sind aber die Missionen, in denen es um Belagerung geht, die Highlights. Legends bietet neben neuen Einheiten wie Drachen oder Hexen auch Verteidigungsanlagen aus dem Reich der Fantasie. Eisspiegel etwa frieren unvorsichtige Gegner ein, und Drachenharpunen schützen unsere Burg vor feindlichen Flugmonstern.

Sascha Gliss

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