Strategic Command 2

Test

Sie wollen wissen, wie Strategie vor zehn Jahren aussah, haben aber keine Lust auf Emulatoren? Die Lösung!

Das Vorbild von Strategic Command heißt Clash of Steel und stammt aus dem Jahr 1993. Böse Zungen behaupten, die Neuauflage von 2002 wäre nicht viel hübscher. Und -- Sie sehen ja die Screenshots -- das Remake des Remakes verlangt aktuellen Grafikkarten auch nicht gerade das Letzte ab. Immerhin: Statt kryptischer Icons mit Brettspiel-Flair gibt's jetzt vergleichsweise schicke Iso-Figuren und Render-Panzer.

Tankstellen für Tanks

Am Spielprinzip ändert das freilich nichts. Aufseiten der Achsenmächte oder der Alliierten und Sowjets versuchen Sie, den Zweiten Weltkrieg für sich zu entscheiden. Und zwar hauptsächlich auf dem Schlachtfeld. Wirtschaft, Diplomatie und Forschung spielen eher untergeordnete Rollen. Runde für Runde verschieben Sie Armeen über die Raster-Karte und leiten Attacken ein.

Hört sich simpel an, und in der Tat haben Sie die Grundregeln in fünf Minuten intus. Siegen ist trotzdem nicht ganz einfach, denn ein paar Feinheiten gibt es dann doch noch zu beachten. Die wichtigste: Ihre Truppen entfalten nur dann ihre volle Kampfkraft, wenn sie regelmäßig Nachschub beziehen. Wenn sie zu weit vorpreschen, Partisanen plötzlich die Versorgungslinien durchkreuzen oder die langsamen Hauptquartiere dem Vormarsch nicht hinterher kommen, kucken Ihre schnieken neuen Panzer ohne Munition und Sprit dumm aus der Wäsche.

Weltherrschaft durch Technik

Die Neuerungen gegenüber dem ersten Part halten sich in Grenzen. Den größten Einfluss übt wohl der weiter verzweigte Technologiebaum aus. Allein für Infanterie gibt's drei verschiedene Forschungsfelder: Handfeuerwaffen, Panzerabwehr und Transport. Anders als früher werden die Upgrades nicht mehr automatisch zugeteilt, sondern kosten teuer Geld. Aber das lohnt sich: Mit Halbkettenfahrzeugen durch die Pampa zu brettern, ist nun einmal deutlich angenehmer als ein Fußmarsch. Schade, dass der Forschungsbildschirm wie alle anderen Untermenüs als öde Textbox daher kommt.

Ergänzend zum globalen Kriegsschauplatz gibt's nun sechs kleinere Szenarien, die bedeutende Abschnitte des Konflikts nachstellen, etwa die Landung in der Normandie oder Operation Market Garden. Dort zählt allein das Schlachtenglück; Verhandlungen und Produktion bleiben außen vor. Der beiliegende umfangreiche Editor sollte dafür sorgen, dass der Kartennachschub so schnell nicht abreißt. Sogar komplett andere Hintergründe wie der Pazifikkonflikt oder der Kalte Krieg sind denkbar.

Rüdiger Steidle

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