Stormgate: Starcraft 2 ist tot, aber wer braucht schon Blizzard?
Special
Echtzeitstrategie wird nicht mehr von großen Studios produziert. Diese Zeiten sind lange vorbei. Also müssen Indie-Studios wie Frost Giant in die Bresche springen, um der Community das Futter zu kredenzen, nach dem sie sich sehnt. Zeit also Blizzard zu zeigen, dass es auch ohne sie geht und auf Warcraft 3 und Starcraft 2 nicht ein weiteres Spiel der Kalifornier folgen muss. Es ist Zeit für Stormgate!
Der Vulcan ist eine große Mech-Einheit, die bereits auf vielen Promo-Artworks zu sehen war. Mit seiner Waffe verursacht er Flächenschaden und je länger er schießt, desto mehr Schaden verursacht er. Jetzt könnte man meinen, der Vulcan wäre eine langsame Einheit, die vor allem dafür geeignet ist, Bereiche zu sichern. Weit gefehlt! Denn mit seinem Dash kann er zügig nach vorn schnellen und den Gegner überrennen. Benutzt ihr die Fähigkeit durch einen Wald hindurch, werden die Bäume gerodet und ihr macht Platz für weitere Einheiten, für die der Weg nun frei ist. Holz ist übrigens keine Ressource. Der Wald und dessen Abholzung dienen allein der Taktik. So können sich zum Beispiel auch schlankere Einheiten einfach durch das Dickicht quetschen, während molligere Units das Gebiet zunächst abholzen müssen.
Stormgate soll sich zwar weniger auf fliegende Einheiten fokussieren, doch es gibt natürlich trotzdem ein paar. Das Evac ist ein klassischer Truppentransporter, mit dem ihr eure Einheiten flink über das Schlachtfeld verschieben könnt. Weitere Fähigkeiten sind bisher nicht bekannt, aber das kann sich im Verlauf der Entwicklung noch ändern.
Der Atlas ist ein Belagerungspanzer, der hohen Schaden auf dem Boden verursacht. Durch ein Upgrade verschießt er Plasma, das eine Zeit lang in einem Bereich verbleibt und so für Area-Control benutzt werden kann. Wenn ihr ihn mit einem Evac aufhebt, müsst ihr ihn übrigens auch nicht zusammenpacken. Ihr könnt ihn einfach im Siege-Mode herumfliegen.
Im Gameplay-Video aus dem Juni sahen wir außerdem den Skyrider, der anscheinend Support-Fähigkeiten wie Heilung beisteuert. Obendrein erspähten wir klassische Marines, die in Stormgate Exos genannt werden. In unserer Spielsession konnten wir zudem schnelle Buggy-Einheiten steuern, die wir bislang nicht zu Gesicht bekommen haben.
Auf der Gamescom erlebten wir zum ersten Mal die Einheiten der zweiten Fraktion in Aktion. Die Infernals erinnern stark an die Zerg aus Starcraft, haben aber ein deutlich dämonischeres Design spendiert bekommen. Ähnlich wie der Creep der Zerg umgibt die Gebäude der Infernals eine Substanz, die den Einheiten Boni verleiht. Was das genau sein wird, konnten wir nicht herausfinden, allerdings werden die Infernals nicht darauf beschränkt sein, nur in diesem Bereich zu bauen. Die Entwickler bezeichnen den Bereich als "dunkle Magie", auf dem besonders mächtige Rituale stattfinden können.
Imps sind die Arbeiter der Infernals, doch können sie nicht nur Ressourcen abbauen. Auf Knopfdruck sprengen sich die kleinen Viecher in die Luft. Das soll Early-Game-Harassment-Strategien entgegenwirken.
Der Brute ist eine große Nahkampfeinheit, die ordentlich zulangt. Was ihn aber besonders macht, ist seine Fähigkeit sich in zwei Fiends aufzuspalten, die extrem an die aus Starcraft bekannten Zerglinge erinnern. Allerdings geschieht das nicht automatisch durch seinen Tod. Ihr müsst die Spaltung aktiv befehlen. Seid ihr zu langsam, verliert ihr den Brute ohne weitere Fiends zu spawnen.
Neben Human Resistance und Infernal Host, soll bis zur offenen Beta noch mindestens eine weitere Fraktion vorgestellt werden. Den Entwicklern ist dabei wichtig, dass sich die Fraktionen stark unterscheiden, was natürlich eine schwierige Aufgabe für das Balancing darstellt.
Auch nach dem Release sollen neben neuen Einheiten, Maps und Spielmodi ganze Fraktionen hinzukommen. Dabei steht aber an erster Stelle, dass sich die neuen Fraktionen komplett anders spielen sollen und nicht nur Abwandlungen bereits bestehender Völker bilden.
Eine schlechte Nachricht gibt es für Ungeduldige: Mit der offenen Beta wird es in diesem Jahr nichts mehr. Bislang laufen geschlossene Alpha-Tests, für die ihr euch anmelden könnt und für die neue Spieler in Wellen eingeladen werden. Die erste Version für die breite Masse ist für nächstes Jahr fest ins Auge gefasst, darauf festnageln lassen wollten sich die Entwickler aber nicht. Die Open-Beta soll mindestens mit dem ersten Teil der Singleplayer-Kampagne und 1v1-Multiplayer-Partien starten.
Quelle: Frost Giant
Später kommen dann noch Koop-Modi und ein 3v3 Multiplayer hinzu, in dem ihr dann auch, genau wie in der Kampagne, Helden steuern könnt. In Custom Games können sich Spieler aber auch ganz eigene Regeln setzen, wie zum Beispiel ein klassisches 2v2 Match, oder gänzlich abgefahrene Modi. Stormgate möchte zugänglich sein, sich aber zugleich im E-Sport als feste Größe etablieren. Das Matchmaking wird dabei ganz klassisch wie auch in Starcraft 2 funktionieren, aber auch der Koop-Modus soll eine Rangliste bekommen. Was außerdem klar ist: Das Spiel soll dauerhaft Free to Play bleiben.
Audiophile RTS-Veteranen werden sich zudem besonders über die Musik freuen. Neben den EDM-Größen The Chainsmokers, die in beratender Funktion für die Musik zuständig sind, arbeitet auch der Komponist Frank Klepacki am Soundtrack zu Stormgate. Den kennt man vor allem von den drückenden Klängen aus Command & Conquer und in den ersten Samples ist deutlich zu hören, dass ihr euch auf genau so eine Musik freuen dürft.
Ob die beiden Tims ihr Ziel erreichen werden, den kompetitiven RTS-Markt zu erobern und gleichzeitig neue Spieler für das Genre zu begeistern, werden wir erst in zwei Jahren erfahren. 2025 ist das bisher angepeilte Ziel des Entwicklerstudios Frost Giant, wenn Stormgate offiziell erscheinen soll. Schafft das Studio all seine Versprechen zu erfüllen, steht uns ein wahres Brett der Echtzeit-Strategie ins Haus. Und wer braucht dann noch Blizzard?
