Stellar Blade im Test: Sitzt, passt, wackelt und hat Luft
Test
Es zählen doch die inneren Werte: Wir haben Stellar Blades wackelnde Kaufargumente beiseitegeschoben und klären im Test, ob da auch ein gutes Spiel dahintersteckt - oder ob uns hier doch eher "NieR: Automata zu Hause" erwartet.
PC-Update:
Sony führt seine Strategie fort, mit einiger Verzögerung seine Exklusivtitel für den PC zu veröffentlicht. Etwas ein Jahr nach dem ursprünglichen Release ist nun Stellar Blade an der Reihe. Das Erstlingswerk der koreanischen Entwickler von Shift Up überzeugte uns im Test vor allem mit seinem spaßigen Kampfsystem, dem respektablen Umfang und dem abwechslungsreichen Gameplay.
Es bleibt aber auch im Schatten seiner Vorbilder wie Nier Automata, von denen es sich großzügig bedient. Unsere ausführlichen Einschätzungen zum Inhalt und spielerischen Aspekten könnt ihr euch in unserem Test der PS5-Version anschauen. In diesem PC-Check konzentrieren wir uns jetzt auf die technische Umsetzung des Action-Adventures für den Rechner.
Erweiterte PC-Features
Die PC-Version von Stellar Blade kommt mit einigen Extras, darunter zusätzliche Inhalte und eine Vielzahl neuer Kostüme für die Protagonistin. Dazu kommen umfangreiche Einstellungs- und Individualisierungsmöglichkeiten im Menü, Support für 32:9- und 21:9-Breitbildmonitore sowie eher exotische Formate wie 5:4 und 4:3 sowie neue japanische und chinesische Tonspuren inklusive Lippensynchronisierung. Die neuen Inhalte werden auch für PS5-Spieler in Form eines Patches zur Verfügung stehen.
Die PC-Version kommt zudem mit Support für Nvidias DLSS 4 inklusive Multi-Frame-Gen sowie AMDs FSR 3. Obendrein verfügt der Port über ein optionales 4K-Texturenpaket und bietet Unterstützung für unbegrenzte Bildraten sowie Framelocks für hohe Fps. Außerdem bietet Stellar Blade Support für haptisches Feedback sowie Audio-Wiedergabe bestimmter Sounds durch den DualSense-Controller. HDR wird ebenfalls unterstützt.
Bildergalerie
Abseits dieser neuen Features stehen zwei TAA-Varianten zur Verfügung, darunter ein "schnelles TAA". Für diese Verfahren kann obendrein Supersampling genutzt werden. Intels XeSS bleibt derweil leider außen vor, wird eventuell allerdings nachgereicht. Ein entsprechender Eintrag findet sich nämlich schon in der Config-File des Spiels.
Stellar Blade bietet kein Ray- oder gar Pathtracing. Abseits der zusätzlichen Bildformate und den verbesserten 4K-Texturen, den Breitbildformaten sowie Support für höhere Auflösungen und Bildraten deckt sich die PC-Version grafisch zu weiten Teilen mit der Playstation-5-Version. Allzu viel Extra-Bling-Bling sollten PC-Spieler demnach nicht erwarten. Auf der Habenseite sind die Hardware-Anforderungen eher niedrig.
Keine High-End-Hardware nötig
Für volle 4K-Auflösung mit maximalen Details ist demnach sogar ohne Upsampling-Hilfe keine absolute High-End-Hardware nötig. Die schnelle Action sollte allerdings mit mindestens 60 Fps genossen werden, um gut zur Geltung zu kommen. Dabei ist bei modernen Grafikkarten weniger die Performance ein kritischer Faktor, sondern tendenziell eher der Grafikspeicher. Mit 8 Gigabyte kann es jenseits der Full-HD-Darstellung und hohen Details zu Engpässen, Rucklern und störenden Hängern kommen. Der Einsatz von Frame Generation lässt den Speicherbedarf nochmals deutlich ansteigen.
Quelle: Sony Interactive Entertainment
Gibt es keine Speicherengpässe, ist die Performance tatsächlich sehr gut. Generell läuft Stellar Blade ausgesprochen geschmeidig und mit potenter Hardware selbst bei voller 4K-Auflösung dreistelligen Bildraten. Mit Multi-Frame-Generation lässt sich die hohe Performance nochmals aufblasen, etwa von 60 Fps auf 100+, doch wirklich nötig ist die Frame Generation für Stellar Blade nicht. Ihr solltet allerdings angesichts des schnellen Gameplays, das auf flinke Reaktionen, geschwindes Ausweichen und präzises Parieren ausgelegt ist, unseres Ermessens zumindest 60 echte Fps anvisieren.
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Zu diesem Zweck könnt ihr etwa die Details von "Sehr hoch" auf hoch reduzieren, ohne dass es zu einem stark sichtbaren Qualitätsverlust kommt. Ab mittleren Details leidet die Optik allerdings recht deutlich. Ein Verzicht auf die 4K-Texturen ist ebenfalls eine Überlegung wert, dies reduziert nicht nur den Speicherbedarf deutlich, sondern verringert auch das mit zugeschalteten 4K-Texturen sehr deutliche Texturflimmern.
Die generell hohe Performance erkauft sich Stellar Blade allerdings auch mit einigen Detailkniffen. So sind viele Hintergründe etwa gemalte 2D-Texturen. Reduziert ihr die Detailstufe, werden diese Elemente grob unschön beziehungsweise grobpixelig. Ähnliches gilt für Explosionen und weitere texturbasierte Elemente der Grafik. Neben Raytracing verzichtet Stellar Blade auch auf viele erweitere Rendering-Kniffe, die bereits seit geraumer Zeit in Spielen aufzutreffen sind, darunter etwa Displacement- oder Parallax-Mapping, um die Terraindarstellung aufzuwerten. Während die effektvolle Grafik durchaus sehr ansehnlich ist und insbesondere in HDR ausgesprochen knallig wirkt, ist Stellar Blade doch in einiger Hinsicht Last Gen.
Quelle: Sony Interactive Entertainment
Genügsam bei CPU, hungrig nach Videospeicher
Das Spiel kommt am besten mit Geforce-Grafikkarten zurecht. Das kommt nicht überraschend, denn Stellar Blade basiert auf der Unreal Engine 4, welche besonders gut mit zeitgenössischen und nun auch neuen Nvidia-GPUs harmoniert. Diese Tatsache ist angesichts der durchweg guten Bildraten verschmerzbar, 60 Fps sind in Full HD ein Kinderspiel und sogar in WQHD ohne große Mühe zu erreichen.
Wichtig ist nur, dass eure Grafikkarte genügend Speicher mitbringt - zumindest für maximale Texturdetails. Mit 6 GiByte kommt es selbst in Full HD zu deutlich sichtbarem Nachladen und sporadischen, aber umso schmerzhafteren Slowdowns durch Datenauslagerung. Ab 8 GiByte VRAM läuft Stellar Blade weitestgehend sauber, wir empfehlen jedoch 12 GiByte, vor allem, wenn Sie Frame Generation nutzen möchten, die weiteren Grafikspeicher beansprucht.
Der Verzicht auf Raytracing sorgt dafür, dass die Anforderungen an den Prozessor vergleichsweise gering ausfallen. Je leistungsfähiger die CPU ausfällt, desto geringer ist die Differenz zwischen den Frametimes und der durchschnittlichen Bildrate. Die Sechs- und Achtkerner im Test können die Last besser abfedern, was insgesamt zu einem flüssigeren Bild führt. Selbst bei maximalen Details reicht ein altehrwürdiger Intel Core i7-8700K für stabile 60 Fps aus. Das genügt selbst, um Grafikkarten vom Schlage einer RTX 4080 oder RX 9070 XT in höheren Auflösungen auszulasten.
Außerdem solltet ihr beachten, dass Stellar Blade den Kopierschutz Denuvo einsetzt.
Quelle: Sony Interactive Entertainment
Fazit zum PC-Port
Stellar Blade ist ein effektvolles, kurzweiliges und durchaus kniffeliges Action-Spiel, das mit einer knalligen, poppigen Präsentation und einer generell sehr guten Performance aufwarten kann. Die per Unreal Engine 4 dargestellte Optik wirkt zwar hier und dort ein wenig altbacken, doch spätestens die fluffige, saubere und oft explosive, krachende Präsentation lässt Freude aufkommen.
Es gibt einige, kleinere Schwachstellen, so kann es ab und an in Zwischensequenzen zu minimalem Shader-Stuttering oder kurz sichtbarem Texturnachladen kommen, wenn ein geschwinder Szenenwechsel oder schneller Kameraschwenk ein erstmaliges Laden einer Vielzahl Assets nötig macht. Doch diese Stellen sind selten, obendrein sind sie uns während unserer Anspielzeit nicht während des zackigen Gameplays untergekommen. Wir hatten aber wie schon auf der PS5 wieder unseren Spaß mit Eves futuristischem Abenteuer.
Kennt ihr seine Vorbilder nicht - oder seid so felsenfest im Team Hintern zuhause, dass euch die bloße Anwesenheit eines so detaillierten Exemplars die Freudentränen ins Gesicht treibt - wird euch Stellar Blade vielleicht mehr begeistern können. Kennt ihr sie aber doch, dann habt ihr Stellar Blade bereits in spannenderer und kreativerer Form gespielt. Transparenzhinweis: Die Version des Spiels wurde vom Publisher zur Verfügung gestellt.
