Kryonull auf Steam: Fast vollständig mit KI erstellt und teurer als viele AAA-Spiele
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Ein Entwickler hat mit Kryonull ein Spiel veröffentlicht, dessen Bilder und Stimmen vollständig von KI erstellt wurden. Für Diskussionen sorgt jedoch vor allem der Preis: Rund 100 Euro kostet die Sci-Fi-Visual-Novel auf Steam.
Künstliche Intelligenz ist längst in der Spielebranche angekommen. Mal wird sie für einzelne Texturen, Animationen oder Sprachaufnahmen eingesetzt, mal dient sie als Werkzeug zur Unterstützung von Entwicklern. Doch ein neues Spiel auf Steam treibt diesen Ansatz jetzt auf die Spitze und verlangt dafür einen absurd hohen Preis.
Die Rede ist von Kryonull, einer Science-Fiction-Visual-Novel, die auf dem Jupitermond Europa spielt. In dem Spiel begleitet ihr die Besatzung des Forschungsschiffs Sirena, die einer mysteriösen Radiosignatur nachgeht. Entscheidungen sollen den Verlauf der Geschichte beeinflussen und zu verschiedenen Enden führen.
Inhaltlich klingt das durchaus interessant und erinnert ein wenig an klassische First-Contact-Geschichten oder philosophische Science-Fiction-Filme. Für Diskussionen sorgt allerdings weniger das Szenario als vielmehr die Entstehung des Spiels.
Fast alles stammt von einer KI
Auf der Steam-Seite macht der Entwickler keinen Hehl daraus, wie das Projekt entstanden ist. Dort heißt es ausdrücklich, dass sämtliche Bilder und sämtliche Stimmen im Spiel sowie auf der Store-Seite mithilfe von KI generiert wurden.
Und da stellt sich die Frage: Kann ein KI-Spiel 100 Euro wert sein? So viel verlangt der Entwickler von Kryonull nämlich auf Steam. Natürlich hängt der Wert eines Spiels nicht automatisch davon ab, wie es entwickelt wurde. Trotzdem wirkt der Preis auf den ersten Blick absurd hoch. Gerade Visual Novels bewegen sich normalerweise in deutlich niedrigeren Preisregionen. Selbst aufwendig produzierte Genrevertreter kosten häufig nur einen Bruchteil davon.
Sind KI Spiele weniger wert?
Der Fall wirft eine Frage auf, mit der sich die Branche in den kommenden Jahren vermutlich immer häufiger beschäftigen muss: Verändert KI die Erwartungen der Spieler an den Preis eines Produkts?
Viele Menschen verbinden den Einsatz von KI automatisch mit geringeren Entwicklungskosten und weniger Arbeitsaufwand. Ob diese Annahme im Einzelfall stimmt, ist eine andere Frage. Die Wahrnehmung ist aber vorhanden.
Genau deshalb dürfte ein Spiel wie Kryonull auf deutlich mehr Widerstand stoßen als ein vergleichbares Projekt, das traditionell entwickelt wurde. Nicht unbedingt wegen seiner Qualität, sondern weil viele Käufer den Preis automatisch mit dem Produktionsaufwand vergleichen.
Ein Blick in die Zukunft der Spielebranche
Unabhängig davon, wie man zu KI steht, zeigt Kryonull vor allem eines: Die Technologie wird zunehmend präsenter. Noch vor wenigen Jahren hätten viele Entwickler versucht, den Einsatz generativer KI möglichst zu verschweigen. Heute werben manche Projekte offen damit. Steam verlangt inzwischen sogar eine entsprechende Kennzeichnung.
Bei Kryonull kommt allerdings noch ein weiterer Faktor hinzu: Der Preis. 100 Euro wirken für dieses Projekt viel zu hoch angesetzt. Selbst die meisten AAA-Spiele kosten zum Release weniger. Natürlich kennen wir den tatsächlichen Umfang des Spiels noch nicht. Trotzdem drängt sich uns der Verdacht auf, dass die ungewöhnliche Preisgestaltung vor allem Aufmerksamkeit erzeugen soll. Und genau das scheint aktuell auch zu funktionieren.
Dennoch bleibt die grundsätzliche Frage spannend. Was passiert, wenn in Zukunft tatsächlich qualitativ hochwertige Spiele erscheinen, die größtenteils mithilfe von KI entwickelt wurden? Werden Spieler bereit sein, dafür denselben Preis zu zahlen wie für traditionell entwickelte Titel? Oder wird der Einsatz von KI dauerhaft die Erwartung schaffen, dass solche Projekte günstiger sein müssten? Wie steht ihr zu dem Thema?
