Alles Wichtige zu Steam Machines und Steams Peripherie-Hardware: Technik, Leistung, Verfügbarkeit und mehr
Special
Nach langer Vorlaufphase startet in diesen Tagen der Verkauf von Steam-Hardware inklusive den so genannten Steam Machines: kleine PCs, die für Gaming über Valves Betriebssystem Steam-OS gedacht sind. Wir kümmern uns in unserem Special um Fragen zur Technik, Leistung, Verfügbarkeit und mehr.
In Wohnzimmer sind für Gaming vor allem Spielekonsolen verbreitet. Aber gerade alte PC-Hasen wollen lieber auf PC-Spiele setzen, und auch Neulinge wissen mehr und mehr, dass am PC häufig eine größere Grafikpracht als an der Konsole möglich ist. Ein ausgewachsener PC im Wohnzimmer ist aber meist zu viel des Guten. Für solche Zwecke gibt es nun die Steam Machines: Mini-PCs, die an Konsolen erinnern. Wir klären in unserem Special alle wichtigen Fragen zu Steams neuen Hardwareprodukten inklusive dem Steam-Controller und Steam-Link.
In diesem Artikel
Was sind Steam-Machines?
Nachdem Valves Spieleplattform Steam inzwischen über 6.000 Spiele anbietet, will Steam einen weiteren Schritt tun, nämlich den in Richtung Spielekonsole. Mit dem bereits vor einer Weile vorgestellten eigenen Betriebssystem Steam-OS sollen so viele Spiele wie möglich auch ohne Windows nutzbar sein. Derzeit sind es bereits über 1.000 Games, die unter Steam-OS funktionieren. Zudem soll Steam-OS das simple und schnelle Starten von Games ermöglichen - ähnlich wie auf einer Spielekonsole.
Quelle: PC Games
Steams unter Windows per Controller bedienbarer Big Picture-Modus
Der Big-Picture-Modus von Steam unter Windows gibt euch einen Eindruck davon, wie die Steam-Oberfläche bei Verwendung von Steam-OS aussieht. Um den Steam-Nutzern zudem noch hardwareseitig echtes Konsolen-Feeling zu ermöglichen, wurden die Steam Machines entwickelt. Dabei handelt es sich um sehr kompakte Mini-Computer, die für Steam-OS geeignet sind und optisch den Eindruck einer Spielekonsole vermitteln. Hauptzielgruppe sind Gamer, die wie über eine Spielekonsole auch im Wohnzimmer spielen möchten, dabei eher PC-Spiele bevorzugen und keinen richtigen PC aufstellen oder keine umständliche Verbindung vom vorhanden Spiele-Computer zum LCD-TV aufbauen wollen. Zudem spart man sich den Kauf einer Windows-Lizenz, der beim Einrichten eines Windows-basierten Gaming PCs fürs Wohnzimmer fällig wäre.
Derzeit sind über die deutsche Steam-Shop-Website drei Steam Machines in teils verschiedenen Varianten gelistet. Natürlich ist es aber auch möglich, sich selber einen sehr kleinen PC zusammenzubauen und dort Steam-OS zu installieren - oder auch Windows. Ebenso erwarten wir, dass es weitere Steam Machines geben wird, und zwar neben weiteren Mini-PCs mit offizieller "Steam Machine"-Kennzeichnung auch solche, die sich zwar anders nennen, aber so genutzt werden können wie die "offiziellen" Pendants.
Technische Daten und Verfügbarkeit
Drei Steam Machines sind derzeit im Steam-Shop gelistet: eine vom schon für Grafikkarten bekannten Hersteller Zotac, eine weitere vom hier in Deutschland bisher noch unbekannten Labels Syber sowie eine Steam Machine der zu Dell gehörenden Marke Alienware. Von den beiden letztgenannten gibt es zudem auch mehrere Ausstattungsvarianten. In der unten folgenden Tabelle haben wir die wichtigsten technischen Daten der bislang bekannten Modelle sowie die Preise zusammengefasst - es handelt sich dabei um die bisher veröffentlichten Angaben, die sich, wenn die Steam Machines im großen Stil verfügbar sein werden, eventuell noch leicht verändern können, gegebenenfalls auch unter abgewandelten Modellnamen.
Quelle: Antonio Funes
Alienwares Steam Machine im Steam-Shop
Die leichte Unsicherheit bei den technischen Daten hat auch mit der Lieferbarkeit der Steam Machines zu tun, denn in diesen Tagen beginnt der Verkauf erst. Die drei Syber-Modelle sind derzeit lediglich über die britische Website des hinter Syber stehenden Vertriebs cyberpowersystem bestellbar (Liefertermin Anfang Dezember). Die Syber Steam Machines lassen sich gegen Aufpreis auch für eure Bedüfrnisse umkonfigurieren. Doch bisher ist nur ein Versand für Großbritannien vorgesehen. Daher handelt es sich bei den Preisen in unserer Tabelle um die auf Euro umgerechneten Pfund-Preise. Wie viel diese Steam Machines letztendlich bei uns kosten werden und wann sie auch hier verfügbar sind, ist also noch nicht klar. Die Zotac NEN ist wiederum in etwa 10 Internetshops EU-weit gelistet, aber nicht ab Lager verfügbar. Dell bietet bereits eine Bestellung an, und zwar mit einer Lieferzeitangabe von sechs bis acht Arbeitstagen. Im Steam-Shop selbst ist keine der Steam Machines direkt bestellbar. Stattdessen wird jeweils auf den Hersteller verwiesen - wobei im Falle von Dell ein unmittelbarer Link zum Dell-Shop inklusive einer Preisangabe vorhanden ist, wie ihr auf dem Screenshot links sehen könnt. Unsere Angaben über Preise, Verfügbarkeit und Technik sind auf dem Stand vom 20.11.2015.
| Hersteller | Zotac | Syber | Syber | Syber | Dell / Alienware | Dell / Alienware | Dell / Alienware |
|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Modellname | NEN oder ZBOX-SN970 | SteamMachine I | SteamMachine P | SteamMachine X | Steam Machine | Steam Machine | Steam Machine |
| CPU | i5-6400T (4x2,2GHz) | i3-4160 (2x3,6GHz) | i3-4460 (2x3,4GHz) | i7-4790K (4x4,0GHz) | i3-4170T (2x2,9GHz) | i5-4590T (4x3,0GHz) | i7-4785T (4x3,0GHz) |
| RAM | 8 GB | 4 GB | 8 GB | 16 GB | 4 oder 8 GB | 8 GB | 8 GB |
| Grafikkarte | GTX 970m | GTX 750 (1GB) | GTX 960 (2GB) | GTX 980 (4GB) | GTX 860m | GTX 860m | GTX 860m |
| Festplatte | 1000 GB | 500 GB | 1000 GB | 1000 GB | 500 oder 1000 GB | 1000 GB | 1000 GB |
| Ports | 6x USB, Cardreader | 9x USB | 9x USB | 9x USB | 5x USB | 5x USB | 5x USB |
| Breite | 21,0 cm | 35,1 cm | 35,1 cm | 35,1 cm | 20,0 cm | 20,0 cm | 20,0 cm |
| Höhe | 6,2 cm | 9,9 cm | 9,9 cm | 9,9 cm | 5,5 cm | 5,5 cm | 5,5 cm |
| Tiefe | 20,3 cm | 34,5 cm | 34,5 cm | 34,5 cm | 20,0 cm | 20,0 cm | 20,0 cm |
| Netzteil | 180 Watt | 250 Watt | 450 Watt | 600 Watt | 130 Watt | 130 Watt | 130 Watt |
| Preis ab | 1100 Euro | 712 Euro* | 993 Euro* | 1721 Euro* | 599 oder 669 Euro | 779 Euro | 939 Euro |
*: Preise der britischen Syber/cyberpowersystem-Website in Euro umgerechnet.
Leistungseinordnung der Hardware
Was leisten die Steam Machines der drei bisherigen offiziellen Anbieter? Alle der drei Steam Machines nutzen Intel-CPUs sowie Grafikkarten von Nvidia. Wir betrachten zunächst Syber: die drei Varianten auf der Unternehmenswebsite bieten - wie ihr in der Tabelle seht - die Leistung eines Einsteiger-Desktop-PCs, eines Mittelklasse-PCs sowie eines Oberklasse-PCs. Besonders beeindruckend ist natürlich die Syber Steam-Machine X mit einer Nvidia GTX 980 und einem Intel Core i7-4790K, der durch Hyperthreading acht Threads bietet, also trotz vier Kernen wie eine Acht-Kern-CPU arbeiten kann.
Quelle: Steam
Die Zotac NEN Steam-Machine
Die Zotac NEN ist wiederum schwächer einzuordnen, obwohl in ihr auch eine ordentliche Grafikkarte steckt: die Nvidia GTX 970m ist eine starke mobile Grafikkarte, die der Desktop-GTX 960 sehr ähnlich ist. Zotac verwendet sogar selber die Bezeichnung GTX 960 innerhalb der technischen Daten. Die Leistung reicht für hohe Detailstufen bei einer Full-HD-Auflösung (1920 mal 1080 Pixel) aus. Der Prozessor ist ein Intel Core i5-6400T, also ein i5-Quadcore für den aktuellsten Intel-Sockel 1151. Er arbeitet zwar mit einem relativ niedrigen Takt von 2,2 Gigahertz, um wenig Abwärme zu erzeugen, liefert für Spiele trotzdem eine ausreichend starke Leistung. Insgesamt ist die Steam Machine von Zotac durch die etwas schwächere CPU unterhalb der Syber Steam-Machine P (also dem Mittelklasse-Modell) einzuordnen, so dass der Preis sehr sportlich erscheint - allerdings ist das Gehäuse bei Zotac auch deutlich kompakter als das der Syber Steam Machines (etwas flacher sowie jeweils etwa 14 Zentimeter weniger bei Breite und Tiefe).
Bei der Alienware Steam Machine sind aktuell vier Varianten gelistet, von denen wir die zwei günstigeren Versionen in die gleiche Spalte eingetragen haben, da sie sich nur in Sachen Arbeitsspeicher und Festplattengröße unterscheiden. Leistungstechnisch gibt es drei Prozessoren, so wie auch bei den Syber Steam Machines - allerdings mit einem Unterschied: Alienware setzt auf etwas stromsparendere und somit kühlere Varianten der Haswell-CPUs. Bei der Grafikkarte handelt es sich wohl um eine GTX 860m, die letztes Jahr schon in den Alienware Alphas steckte. Das sind Mini-PCs, die den Alienware Steam Machines sehr ähnlich sind.
Quelle: Alienware
Alienware Steam Machine im Detail
Die GTX 860m ist eine mobile, also leicht abgespeckte Variante der GTX 750 Ti. Somit liegt die Grafikleistung wohl nur auf dem Niveau der Nvidia GTX 750, also dem Einsteigermodell von Syber (Steam-Machine I). Das Gehäuse ist allerdings sogar ein wenig kleiner als das ohnehin sehr kompakte Gehäuse der Zotac NEN. Einen Test des Top-Modelles der Alienware Steam Machine findet ihr auch bei unseren Kollegen der PC Games Hardware.
Leistung in Spielen
Mit Steam-OS will Valve ein kostenfreies und auf Linux basiertes Betriebssystem für die Steam Machines (aber auch für Gaming-PCs im Allgemeinen) etablieren. Linux ist allerdings bislang alles andere als ein für Gaming bekanntes Betriebssystem. Und auch Steam-OS hat derzeit offenbar noch klare Leistungsnachteile im Vergleich zu Windows, teilweise sind es bis zu 50 Prozent (siehe dazu auch diese News von unseren Kollegen der PC Games Hardware). Allerdings muss man diese ersten Tests auch mit Vorsicht genießen, da noch Optimierungen fehlen und auch noch nicht große Mengen an Games getestet wurden, was im Artikel auch angedeutet wird. Sollte sich ein Leistungsnachteil aber grundsätzlich bestätigen, heißt das vor allem für die Steam Machines von Dell und für das Einsteigermodell von Syber, dass es hier eng werden kann, wenn man Steam-OS nutzt. Hier gilt es also für Euch: informiert euch vor dem Kauf über die Performance der für euch wichtigen Steam-Spiele, und im Zweifel solltet ihr gegebenenfalls trotz Steam-OS noch eine Windows-Lizenz nutzen. Oder ihr wartet noch ein wenig ab, denn Valve wird selbstverständlich alles tun, um Steam-OS auch für Geräte ohne Top-Hardware in eine flotte Basis zu verwandeln. Wann dies geschieht, ist aber schwer vorherzusagen, denn die erste für jedermann zugängliche Beta-Version erschien bereits vor beinahe zwei Jahren, wie unser damaliges Special beweist.
