Stay

Test

"Sie sind der Ersatz-Seelenklempner für Dr. Levy?" Mit diesen Worten wird der Psychologe Sam Foster (Ewan McGregor) von seinem neuen Patienten Henry Letham (Ryan Gosling) begrüßt, der seit einem tragischen Autounfall unter Depressionen und Wahnvorstellungen leidet. Bereits in der zweiten Sitzung kündigt Henry an, sich das Leben nehmen zu wollen. Während Sam mit allen Mitteln versucht, ihn daran zu hindern, geschehen mysteriöse Dinge. So lernt Foster unter anderem Henrys Mutter kennen -- die allerdings nicht mehr unter den Lebenden weilt ...

Eine neue Welt

Nach seinen "Oscar"-prämierten Dramen "Monster's Ball" und "Wenn Träume fliegen lernen", wagte der 1969 in Ulm geborene und in der Schweiz aufgewachsene Marc Forster mit "Stay" erstmals einen Ausflug in das Genre Thriller.

Für die ungewöhnliche, teilweise recht abstrakte Geschichte zeichnet Drehbuchautor David Benioff verantwortlich, der schon das geniale Skript zu Spike Lees "25th Hour" mit Edward Norton in der Hauptrolle verfasste. Dass sich Forster auch in Zukunft nicht in eine Schublade stecken lassen möchte, beweist sein neuestes Werk "Stranger than Fiction". Dieser Mix aus Drama, Fantasy und Komödie mit Will Ferrell und Maggie Gyllenhaal wird allerdings erst im Februar 2007 in hiesigen Lichtspielhäusern zu sehen sein.

Zeit und Raum

Anstelle eines Audiokommentars in Filmlänge entschieden sich die Macher bei "Stay" für zwei szenenspezifische Kommentare. Regisseur Marc Forster und Schauspieler Ryan Gosling geben Erklärungen zu fünf ausgewählten Szenen ab (u.a. "Strip Club" und "Henry heilt Leon").

Für sieben weitere Sequenzen wie z.B. "Der Anfang", "Die Mediziner" und "Die Wendeltreppe" trafen sich Marc Forster, Matt Chesse (Schnitt), Kevin Tod Haug (Ko-Regie) und Roberto Schaefer (Kamera) im Aufnahmestudio. Außerdem im Angebot befinden sich die sechs Minuten lange Featurette "Departing Visions", welche Sie sich jedoch erst nach dem Film ansehen sollten, und eine Dokumentation über den Musik-Score mit dem Komponisten Thad Spencer.

Im Vergleich zur bereits getesteten US-Disc (DVD VISION 06/2006) dürfen wir uns über zusätzliche Features freuen. Neben aufschlussreichen Interviews mit Cast & Crew winken eine Fotogalerie, TV-Spots sowie eine werbelastige "Star-Featurette". Alle Specials wurden mit deutschen Untertiteln versehen.SN n

Fazit

Film-Check: Auch wenn Marc Forster das Genre nicht neu erfindet, ist ihm zumindest ein optisch anspruchsvoller als auch außergewöhnlicher Psychothriller gelungen. Mit fantasievollen Bildern, gewagten Kameraeinstellungen und äußerst raffinierten Schnitten entführt er den Zuschauer in eine bizarre und teilweise auch beängstigende Welt.Ewan McGregor und Ryan Gosling spielen ihre Rollen mit Hingabe und wirken zu keinem Zeitpunkt unglaubwürdig. Wenn Sie zu jenen Cineasten zählen, die sich auf eine verworrene und nicht immer plausibel erklärbare Story einlassen können, stehen Ihnen rätselhafte und lohnenswerte 95 Minuten bevor.
DVD-Fazit: An der technischen Umsetzung der DVD gibt es kaum etwas auszusetzen. Die Bildqualität verdient ein Lob, der Sound ist gutes Mittelmaß. Beim Bonusmaterial sind vor allem die untertitelten Kommentare zu empfehlen.

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