Gemeinsam einsam ...? Der vielfach prämierte Low-Budget-Film bietet amüsante Unterhaltung mit Anspruch
Der kleinwüchsige Finbar "Fin" McBride (Peter Dinklage) sucht nach dem Tod seines einzigen Freundes eigentlich nichts weiter als Ruhe. Aus diesem Grund bezieht er in der abgelegenen Kleinstadt New Foundland ein leerstehendes Eisenbahndepot, das ihm der Verstorbene vererbt hat. Gleich vor dem Depot hat der naive bis aufdringliche Joe Oramas (Bobby Cannavale) mit seinem Imbisswagen Stellung bezogen. Normalerweise betreibt Joes Vater die mobile Kaffeebar, doch der ist krank und so muss eben sein geschwätziger Sohn den Laden schmeißen. In Fin findet der junge Mann endlich den von ihm lang ersehnten Gesprächspartner.
Eines Tages wird Finbar beinahe von der Künstlerin Olivia (Patricia Clarkson) überfahren. Die verschrobene Malerin muss sich noch von der Trennung von ihrem Mann erholen. Obwohl Fin, Joe und Olivia kaum unterschiedlicher sein könnten, kommen sich die drei einsamen Existenzen näher und freunden sich an ...
Amüsantes Drama
"Station Agent" ist ein stiller, aber nichtsdestotrotz humorvoller, teils auch kurioser Film; erfrischendes Low-Budget-Kino, das sympathischerweise niemals "verkopft" wirkt und mit seinen Zwischentönen zu fesseln weiß. Das liegt nicht zuletzt daran, dass die Charaktere überzeugend sind und sich selbst zu keiner Zeit allzu ernst nehmen. Der kleinwüchsige Finbar z.B. hat offensichtlich keine Pro-bleme damit, von sich selbst als "Zwerg" zu sprechen, was der Geschichte eine gewisse Lockerheit verschafft.
Unter den wenigen Extras verdient vor allem der kurzweilige Audiokommentar eine Erwähnung. Während Regisseur Thomas McCarthy gemeinsam mit seinen Hauptdarstellern Peter Dinklage und Patricia Clarkson über die Produktion spricht, hat man den Eindruck, als würden sich gute Freunde in entspannter Atmosphäre unterhalten. Daneben gibt es vier optional kommentierte entfallene Szenen zu sehen. Zu beiden Features sind deutsche Untertitel zuschaltbar. MK n
