Das Thema von State of Mind ist nicht neu: Deus Ex, Westworld, Detroit: Become Human ... Hier geht es immer um eine Frage: Was macht die Technik aus uns Menschen? State of Mind sucht seine eigene Antwort.
Bis zum Mauerfall von 1989 war Berlin in zwei Hälften geteilt - 2048 wird es wieder so weit sein. Diesmal verläuft die Grenze allerdings nicht zwischen Ost und West: Stattdessen gibt es auf der einen Seite das reale Berlin, das wegen Überbevölkerung im Chaos versinkt, und auf der anderen Seite ein virtuelles Utopia namens City 5, in dem die Menschen eine neue Zukunft suchen. So zumindest die Vision von State of Mind.
Sci-Fi am Alexanderplatz
State of Mind ist das aktuelle Projekt von Adventure-Autor Martin Ganteföhr. Seine Inspiration kommt von Persönlichkeiten wie Ray Kurzweil, die sich für Google oder andere Silicon-Valley-Konzerne die Technologien der Zukunft ausmalen. Manche dieser "Transhumanisten" sind der Meinung, dass wir unsere Gehirne eines Tages in virtuelle Realitäten hochladen werden. Genau das ist auch das Schicksal von Richard Nolan, dem Protagonisten von State of Mind. Allerdings geht bei seinem Bewusstseins-Upload etwas schief: Er existiert nun doppelt, einmal virtuell in City 5, aber auch weiterhin im realen Berlin. State of Mind ist gewissermaßen die Geschichte einer Person, die sich selbst begegnet.
Quelle: Daedalic Entertainment
Mindgames: Der Bewusstseins-Upload steht im Zentrum der Handlung. Andere Zukunftstechnologien wie Androide und künstliche Intelligenzen spielen aber offenbar auch eine Rolle. (PC)
Was ist unsere Rolle bei all dem? Wir haben den Autor gefragt und einige Antworten erhalten: "In State of Mind fügt ein Mann sein zerbrochenes Selbst wieder zusammen und die Spieler unterstützen ihn dabei." Wie uns Martin Ganteföhr erklärt hat, wird das Adventure hauptsächlich durch seine Dialoge vorangetrieben, ähnlich wie The Walking Dead und andere Telltale-Titel. State of Mind soll aber mehr als ein interaktiver Film werden. Zu den Gameplay-Mechaniken werden neben dem genretypischen Anwenden verschiedener Gegenstände auch der Betrieb von Maschinen, Recherchearbeiten und Hackings gehören. Wir steuern dabei übrigens nicht nur Richard Nolan und sein virtuelles Alter Ego, sondern auch noch drei weitere Charaktere. Im Laufe der Handlung switchen wir also immer wieder zwischen verschiedenen Figuren, Realitäten und Zeitebenen hin und her.
Martin Ganteföhr will mit seinem Projekt aber nicht nur unterhalten, sondern einen ernsthaften Beitrag zu den aktuellen Debatten um die Technologien der Zukunft leisten. Dabei geht es natürlich gerade um die drohenden Gefahren. State of Mind wird ein entsprechend düsteres Spiel. "Die Zukunft ist zu wichtig, um sie den Hurra-Optimisten zu überlassen", antwortet Ganteföhr auf unsere Frage. All die Ernsthaftigkeit hindert Daedalic aber nicht daran, den Titel auch auf Nintendos neue Familienkonsole zu bringen. Ja, richtig gehört: State of Mind kommt auch für die Switch.
Entwickler: Daedalic Entertainment | Hersteller: Daedalic Entertainment
