Starcraft Alpha bis Beta: Die Evolution eines Meisterwerks
Special
Das Kultspiel im Rückblick: Wie gelang Blizzard eines der einflussreichsten Strategiespiele aller Zeiten? Im Retro-Special fassen wir die turbulente Entwicklung des Sci-Fi-Klassikers kurz zusammen, zeigen einige Besonderheiten des Spiels, garnieren das Ganze mit etwas Trivia und liefern Einblicke in die frühen Versionen.
In diesem Artikel
Das Starcraft, wie Millionen von Fans es heute kennen, begann mit einer veralteten Technik, aber vielen guten Ideen. Zunächst sollte das Spiel auf der Engine von Warcraft 2 basieren. Mitte 1996 war Starcraft bereits weit entwickelt und spielbar - eine frühe Alpha-Version. Blizzard erkannte jedoch, dass die Technik nicht mehr zeitgemäß war, und stoppte die Entwicklung. Bob Fitch, Blizzards leitender Programmierer, nahm sich anschließend einige Wochen Zeit und schrieb eine komplett neue Engine. Erst damit war es den Entwicklern möglich, all ihre Ideen umzusetzen und nebenbei auch einen moderneren Look zu finden. Für Blizzard begann damit eine lange und oft quälende Entwicklungsphase, in der das Team viele Überstunden schob, um Starcraft - nach unzähligen Terminverschiebungen - am 31. März 1998 endlich zu veröffentlichen.
Frühe Alpha-Version: 1996
Die erste Fassung von Starcraft fußte auf der Engine von Warcraft 2, Blizzard hatte im Grunde nur neue Grafiken darübergemalt. Auf frühen Screenshots sind bereits markante Features zu sehen: Schon damals haben die Zerg ihre Gebäude auf Kriecherschleim errichtet, Overlords waren für die Einheitenkontrolle zuständig, Drohnen bauten Erze ab. Das Interface war deutlich an das von Warcraft 2 angelehnt, auch das Spielgefühl dürfte sehr ähnlich - also eher gemächlich - gewesen sein. Blizzard stampfte das Spiel Mitte 1996 ein, da man befürchtete, nicht mehr konkurrenzfähig zu sein.
Quelle: Starcraft Evolution
So sah die verworfene Alpha-Version von Starcraft aus, die noch auf der Engine von Warcraft 2 basierte.
Neustart und Alpha-Version: Anfang 1997
Blizzard programmierte eine neue Engine und änderte die Spielperspektive - das Geschehen wurde nun isometrisch dargestellt, die Einheiten waren detailreicher und konnten sich viel freier bewegen, als es mit der alten Engine möglich war. Auch das Interface erinnerte nun schon deutlich an das des fertigen Spiels. Grafisch blieb aber noch eine Menge zu tun: Während die Protoss Dragoner schon ihrem finalen Look ähnelten, wirkten andere Einheiten wie der terranische Panzer noch detailarm und deplatziert.
Quelle: Blizzard Entertainment
Frühe Alpha: Die neue Engine erlaubt Blizzard völlig neue Möglichkeiten.
Quelle: Blizzard Entertainment
Frühe Alpha: Protoss-Trägerschiffe erinnern hier bereits deutlich an das fertige Spiel.
Beta: Ende 1997
Endlich weiß Blizzard, wohin die Reise mit Starcraft geht: Die Geschichte ist fertig, viele Missionen stehen, die Engine arbeitet prima - trotzdem wird der Releasetermin immer wieder verschoben, Blizzard beweist zum ersten Mal seinen heute berühmten Hang zum Perfektionismus. In der frühen Beta-Version lassen sich interessante Details ausmachen: Terraner verfügten etwa über Trockendocks, in denen man Raumschiffe reparieren konnte. Anstelle von Versorgungsdepots gab es Kraftwerke, Lufteinheiten zogen grafisch schicke Partikeleffekte hinter sich her, Protoss konnten Pylonen auch auf Wasser bauen, die Zerg dagegen benötigten noch keinen Kriecher-Schleim. Das Interface zeigte zusätzliche Befehlsoptionen und die Vergifter der Zerg konnten fliegen - das und vieles mehr wurde für das Endprodukt gestrichen, entschlackt oder abgeändert.
Quelle: Starcraft Evolution
Frühe Beta-Version: Das Forschungsschiff hatte noch Beine und WBFs (links im Bild) konnten fliegen.
Quelle: Blizzard Entertainment
Beta-Version: Auch die Drohnen und Vergifter der Zerg konnten noch fliegen.
Quelle: Starcraft Evolution
Beta-Version: Der Panzer links greift ein Protoss-Trägerschiff an.
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