Star Wars: Outlaws hat keine typische Ubisoft-Open-World - Vorschau nach fünf Stunden Anspielen

Special Matthias Dammes
Star Wars: Outlaws hat keine typische Ubisoft-Open-World - Vorschau nach fünf Stunden Anspielen
Quelle: PC Games

Auf einem Anspielevent konnten wir fünf Stunden mit Star Wars: Outlaws verbringen und erstmals einen genauen Blick auf die offene Spielwelt werfen.

Freund oder Feind

Ein weiterer wichtiger Aspekt des Spiels, dem wir erstmals größere Aufmerksamkeit widmen konnten, ist das Reputations-System. Fünf große Syndikate beherrschen in Star Wars: Outlaws die Unterwelt. Während Zerek Besh handlungsbedingt dauerhaft unser Gegner ist, hängt unser Ansehen bei den Hutten, den Pykes, dem Ashiga Clan und Crimson Dawn allein von unseren Handlungen im Spiel ab. Haupt- und Nebenmissionen sowie gesonderte Aufträge führen wir in der Regel im Namen des einen oder anderen Kartells aus. Häufig auch mit einer der anderen Untergrundorganisationen als Gegenspieler.

Gefallen hat uns dabei besonders, dass die Situation und die Entwicklung unseres Ansehens nicht immer so verlaufen, wie es am Anfang der Mission den Anschein hatte. Immer wieder ergeben sich während eines Auftrags Gelegenheiten, die entweder das eine oder das andere Syndikat bevorteilen. Wir müssen daher immer wieder Entscheidungen treffen, die unser Ansehen in die eine oder andere Richtung beeinflussen. Anders als zum Beispiel bei den Fraktionen der Gothic-Reihe schließen wir uns nicht einer Gruppierung an und bestreiten die Story dann in deren Namen. Kay Vess ist eine unabhängige Gaunerin, die sich durch die Unterwelt manövriert und dabei immer wieder die verschiedenen Organisationen gegeneinander ausspielt.

Kay steht vor einer Entscheidung, die ihr Ansehen beeinflusst. Quelle: PC Games Der Status unseres Ansehens hat direkte spielerische Auswirkungen. Sowohl in der offenen Spielwelt als auch in den Städten gibt es Bereiche, die von einem bestimmten Clan kontrolliert werden. Je nachdem, wie gut unser Ansehen bei der jeweiligen Gruppe ist, können wir uns in diesen Gebieten frei bewegen oder eben nicht. Entsprechend schwerer oder einfacher können sich Aufträge gestalten, die uns in diese Gebiete führen.

Auch viele der Händler, die wir im Spiel treffen, arbeiten für eines der Syndikate. Mit einem hohen Ansehen erhalten wir dort entsprechend bessere Preise und Zugriff auf besondere Waren. Zusätzlich verdienen wir uns verschiedene thematisch passende kosmetische Belohnungen für Kay und Nix, wenn wir bestimmte Reputations-Stufen erreichen.

Bildergalerie

Imperiale Vorherrschaft

Neben den Untergrund-Fraktionen spielt aber auch das Imperium im Spiel eine Rolle. Star Wars: Outlaws spielt in der Zeit zwischen "Das Imperium schlägt zurück" und "Die Rückkehr der Jedi-Ritter" unmittelbar nach der Schlacht von Hoth. Die Rebellen haben gerade eine herbe Niederlage erlitten und die imperialen Truppen haben die Galaxie fest im Griff. Das bekommen wir direkt zu spüren, als wir die Hauptstadt von Toshara betreten wollen. Sturmtruppen sichern den Eingang und Kay muss sich mit einer falschen Identität Zugang verschaffen.

Kay erreicht den höchsten Fahndungslevel Quelle: PC Games Anders als bei den kriminellen Clans können wir beim Imperium kein Ansehen erlangen. Stattdessen kommen wir auf eine Fahndungsliste, wenn wir Aktionen gegen die Schergen des Imperators ausführen. Das funktioniert ähnlich wie in Grand Theft Auto. Der Fahndungslevel kann in mehreren Stufen ansteigen. Je höher die Stufe, umso hartnäckiger macht das Imperium Jagd auf uns. Als wir während einer Mission eine Sturmtruppen-Basis infiltrieren mussten, hatten wir irgendwann den höchsten Fahndungslevel erreicht, was uns Death Trooper auf den Hals hetzte. Leider sind wir gestorben, bevor wir die Elitesoldaten zu Gesicht bekommen haben.

Wer sein Wanted-Level ohne den eigenen Tod wieder loswerden möchte, muss versuchen, sich in imperiale Computer beziehungsweise Satelliten im Weltall zu hacken. Diese sind jedoch teils sehr stark bewacht. Alternativ haben wir in der Stadt auch einen NPC gefunden, der uns angeboten hat, gegen eine Aufwandsentschädigung unsere Fahndungsstufe zu entfernen. Bedauerlicherweise kamen wir bisher nicht in die Gelegenheit, seine Dienste auszuprobieren.

Nix auf den Schultern von Kay Quelle: PC Games

Süß und Gerissen

Während der fünf Stunden Spielzeit ist uns auch noch deutlicher als bisher aufgefallen, dass Nix nicht nur ein knuddeliger Begleiter ist, sondern ein elementarer Bestandteil des Gameplays. Das unterstreichen auch die Entwickler, die während des Anspielevents betonen, dass bei der Entwicklung des Gameplays Kay und Nix immer zusammen als Team gedacht wurden. Entsprechend sind viele der Herausforderungen so designt, dass der Spieler die Fähigkeiten von Nix klug einsetzen muss, um ans Ziel zu gelangen.

Das gilt sowohl für Umgebungsrätsel als auch für die Konfrontation mit Gegnern. Da Kay im offenen Feuergefecht häufig einer deutlichen Übermacht gegenübersteht, hatten wir durchaus das Gefühl, dass das Spiel einen starken Fokus darauf legt, im Stealth gespielt zu werden. Hier kommt das Zusammenspiel zwischen Kay und Nix auch am besten zur Geltung. Ob wir mit unserem kleinen Gefährten Gegner ablenken, Geräte bedienen oder die Umgebung nach Feinden scannen: Sobald wir verinnerlicht hatten, Nix in unseren Spielfluss zu integrieren, gestaltete sich das Schleichen wesentlich effizienter.

Letzte Optimierung nötig

Wir wissen nicht, wie alt der Build war, den wir während des Events spielen konnten. Ein paar Optimierungsarbeiten sollten die Entwickler vor dem Release aber noch vornehmen. Optisch sieht das Spiel bei Charakteren und Landschaften zwar hervorragend aus, es leidet an manchen Stellen aber noch deutlich an einer nicht konstanten Framerate. Selbst in Zwischensequenzen waren immer mal wieder Schwankungen zu beobachten. Ansonsten sind uns nur kleine, seltene Fehler wie die fehlende Animation eines Kistendeckels oder Ähnliches aufgefallen.

Ausgezeichnet gefallen haben uns die vollständig mit Motion-Capture realisierten Cutscenes und die damit verbundene Leistung der Schauspieler. Offene Fragen stellen sich uns jetzt vor allem noch bei der Story, die bis zum Ende halten muss, was sie verspricht. Wenn Ubisoft das hinbekommt, erwartet uns mit Star Wars: Outlaws definitiv ein erstklassiges Open-World-Spiel, das es schaffen kann, aus dem üblichen Ubisoft-Schema so deutlich herauszustechen, wie schon lange keines ihrer Spiele mehr. Die Anlagen sind dafür auf jeden Fall gegeben. Ab 30. August 2024 wissen wir mehr.

Fazit

Star Wars: Outlaws versucht, aus den Ubisoft-Open-World-Vorurteilen auszubrechen, und geht neue Wege. Dazu kommt ein Reputationssystem, das spannende Auswirkungen auf den Spielverlauf haben kann.

Star Wars: Outlaws wird von Massive Entertainment in Zusammenarbeit mit Lucasfilm Games entwickelt und von Ubisoft vertrieben. Das Spiel erscheint am 20. August 2024 für PC, Playstation 5 und Xbox Series S/X. Transparenzhinweis: Publisher Ubisoft bezahlte Hotel und Reisekosten zum Anspiel-Event.

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