Star Wars Outlaws: Der Hate muss aufhören!

Kolumne Michael Grünwald
Star Wars Outlaws: Der Hate muss aufhören!
Quelle: PCGH

Mit Star Wars Outlaws gibt's ein lang ersehntes Spiel für Fans der Sternenkrieger-Saga. Redakteur Michael Grünwald findet, die Kritik vorab war deutlich überzogen.

Die Stimmen im Vorfeld fielen zweigeteilt aus: Die einen freuten sich auf Star Wars Outlaws, die anderen ließen aufgrund bestimmter Design-Entscheidungen kein gutes Haar an dem Titel von Massive und Ubisoft. Für mich ging der Hate dabei eindeutig zu weit!

Aber erstmal der Reihe nach: Seit einigen Tagen kann ich selbst ein Teil der Sternenkrieger-Saga sein und siehe da, Star Wars Outlaws (jetzt kaufen 69,99 € / 62,99 € ) kann mich beinahe komplett überzeugen. Mein Kollege Matthias hat das Open-World-Spiel von Ubisoft ausgiebig getestet und kommt zu einem ähnlichen Fazit wie ich: Ja, der Titel schwächelt technisch ordentlich. Die Grafik ist nicht auf dem aktuellen Stand, die KI leistet sich immer wieder Aussetzer und im Jahr 2024 erwarte ich von einem Blockbuster-Spiel schon mehr.

Auf der anderen Seite macht das abwechslungsreiche Gameplay wirklich viel Spaß, die Story bietet einige coole Twists und Hauptfigur Kay Vess ist mir mit ihrem Humor und ihrer großen Klappe richtig sympathisch. Und dann wäre da schließlich noch die Spielwelt, die sich trotz mittelmäßiger Optik einfach nach Star Wars anfühlt.

Kritik ja, Hass nein

Ich mag das Franchise, ohne es wie viele andere absolut zu lieben. Dennoch bekomme ich Gänsehaut, sobald ich auf bekannte Charaktere treffe, kleine Easter Eggs entdecke und besonders beim Erkunden der verschiedenen Planeten. Plötzlich bin ich in der Welt von Star Wars und das fühlt sich super an.

Bevor ich genauer auf Einzelheiten eingehe, warum mir Outlaws richtig gut gefällt, möchte ich aber erstmal zum eigentlichen Ausgangspunkt zurückkommen - der riesigen Kritik im Vorfeld.

Also alle einmal tief durchatmen, denn ich bin ja auch der Meinung, dass Ubisoft definitiv viele Fehler in der Vergangenheit begangen hat. Die Vorwürfe der berühmten Ubisoft-Formel kommen nicht von ungefähr und sind berechtigt.

Basim vor einem Markt in Bagdad Quelle: PC Games Hardware Auch mich langweilt die Assassin's-Creed-Reihe seit Teil drei immer mehr. Far Cry verändert sich seit Jahren kaum und neue Marken können ebenfalls nicht wirklich überzeugen. Wenn sich Ubisoft auch noch hinstellt und sagt, Skull and Bones wäre das allererste AAAA-Spiel, dann ist das nicht sonderlich clever.

Doch diese und andere Aussagen stammen meistens nicht von den Entwicklern, sondern von Köpfen aus der Chefetage - wie eben beim Beispiel Skull and Bones von Ubisoft-Boss Yves Guillemont. Solche Dinge sollte man häufig nicht allzu ernst nehmen und als Geschäftsführer-Geplapper abstempeln, bei dem es um viel Geld geht.

Ist also Kritik angebracht? Definitiv! Sollte den Spieleentwickler solch Hass entgegenwehen wie nun im Fall Star Wars Outlaws? Auf gar keinen Fall! Darin liegt ein gewaltiger Unterschied, vor allem da dem Spiel rund um Kay Vess von vielen schon vorab keine wirkliche Chance gegeben wurde.

Aber ich muss auch festhalten, Ubisoft arbeitet in Outlaws in erster Linie als Publisher mit. Die Entwicklung stammt aus der Feder von Massive, den Machern von The Division und zuletzt Avatar: Frontiers of Pandora.

Wer sich mit den Spielen auseinandersetzt, merkt das sehr schnell. Es trifft also allgemein in diesem Fall nicht unbedingt die Richtigen. Denn sowohl der Schauplatz New York als auch Washington in den beiden The-Division-Titeln konnten in Sachen Spielwelt überzeugen und Avatar hatte ebenfalls andere Probleme.

Eine Figur steht bei Sonnenschein vor einem Park Quelle: PC Games Hardware

Eine gute Formel

Ich bin euch aber immer noch schuldig, was für mich den Reiz an Star Wars Outlaws ausmacht. Dabei muss ich direkt klarstellen, dass das Spiel nicht in die Geschichtsbücher eingehen wird, weil es Dinge besonders macht. Dennoch wird vom ersten Moment an verdammt viel Spielspaß geboten.

Das Stealth-Gameplay ergibt viel Sinn, schließlich mache ich die Galaxie als stinknormale Diebin unsicher. Gegen die Masse des Imperiums und die Feuerkraft verschiedener Syndikate komme ich meistens nicht an und muss mir eben andere Wege zum Zielbereich suchen. Hacking, Lügen und ein ausgefeilter Plan dürfen dabei nicht zu kurz kommen.

Kay und Nix laufen auf eine Kontrolle von Stormtroopern zu Quelle: PCGH Gerade die heimlichen Schleichmissionen sind daher mein absolutes Highlight in Outlaws, da kann ich sogar über den ein oder anderen kleinen Logikfehler der Story hinwegsehen. Es gibt außerdem keine Türme, auf die ich klettern muss, um die Map aufzudecken. Vielmehr "stolpere" ich zufällig über Nebenmissionen und das sorgt für viel Atmosphäre.

Mit der Zeit sammeln sich so zwar etliche Quests an, doch in Stress artet das Abarbeiten nicht aus. Wenn ich zwischendurch ein wenig Lust auf kleinere Aufträge habe, dann steuere ich mit dem Raumschiff eben einen anderen Planeten oder eine andere Gegend an und erledige dort einige Missionen.

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